Moment mal: Sicherungsverwahrung und Freigänger?

Als ich das vor einigen Tagen im Radio hörte, glaubte ich, mich verhört zu haben. In Berlin ist ein Häftling, der nach verbüßter Strafe in eine Sicherungsverwahrung kam, nach einem Freigang nicht zurückgekehrt.

Bisher glaubte ich, wenn eine Sicherungsverwahrung nach der Haftstrafe angeordnet wird, so muss von diesem Täter eine besondere Gefahr ausgehen. Wäre ja irgendwie logisch, denn sonst könnte er nach verbüßter Haftstrafe die Haftanstalt als freier Mann verlassen. Doch auch in der Sicherungsverwahrung gibt es Unterschiede. Das Bundesverfassungsgericht hatte in einem Grundsatzurteil verlangt, dass auch in der Sicherungsverwahrung den Tätern die Möglichkeit zu einer geregelten Rückkehr in den Alltag ermöglich werden muss. Soll heißen, auch Menschen die, so die Meinung der Experten, eine Gefahr für Bürgerinnen und Bürger darstellen, müssen unter bestimmten Voraussetzungen Freigang bekommen. Meist werden ihnen zwei „Aufpasser“ zur Seite gestellt.

https://mediathek.rbb-online.de/tv/Abendschau/Gefangener-kehrt-nicht-in-Sicherungsverw/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822076&documentId=60917716

Bei dem getürmten Freigänger war das nicht der Fall. Er durfte, obwohl er in Sicherungsverwahrung war, ohne Freigänger gehen und türmte. Mittlerweile wurde er allerdings wieder festgenommen.

Doch ist es manchmal schwierig Justitia zu verstehen. Entweder ist jemand ein Sicherheitsrisiko, dann verstehe ich nicht, wie er Freigänger sein kann, oder er ist es nicht mehr, dann gehört er nicht in die Sicherungsverwahrung.