Wir sind dann mal weg!

Sag mir wo die Lehrer sind, wo sind sie geblieben?

Sag mir wo die Lehrer sind, der Senat hat sie vertrieben,

wann werden die je versteh’n, wann werden die je verstehn?

 

Seit Jahren, ja seit über einem Jahrzehnt wird das Schulsystem in Berlin mit offenen Augen gegen die Wand gefahren. Damals als die Stadt in arge finanzielle Not geriet, wurde nicht nur der soziale Wohnungsbau zertrümmert, die Polizei fast kaputt gespart, Feuerwehren vernachlässigt, nein man kam im Senat auch auf die glorreiche Idee Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr zu verbeamten.

Und fortan gab es immer wieder Streit um die Verbeamtung. In all den Jahren wurden die Bedingungen an den Schulen immer schlimmer, die Anforderungen an Schülerinnen und Schüler, wie auch des Lehrkörpers immer umfangreicher. Doch Lehrerinnen und Lehrer ließ man im Regen stehen.

In meiner Schulzeit war es eine absolute Sensation, wenn ein Lehrer mal krank wurde, heute ist es eher die Regel.

Und so kam es, wie es kommen musste. Viele Lehrerinnen und Lehrer sagten sich, weshalb sollen wir hier für relativ wenig Verdienst die Clowns spielen, wenn wir in anderen Bundesländern mit offenen Armen empfangen werden?

Leidtragende dieser Entwicklung sind die Schülerinnen und Schüler und die Lehrerinnen und Lehrer die in Berlin bleiben.

https://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/20190314_1930/verbeamtung.html

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Berlin.

7 Kommentare zu “Wir sind dann mal weg!

  1. WernerBln sagt:

    Kann ich nur sagen „d’accord“!

    Erlauben Sie mir aber eine kleine Ergänzung:
    Das Berliner Schulsystem ist nicht nur in dem genannten Zeitraum, sondern schon viel länger ein Tummelplatz für Ideologen, sinnlose Experimente und… (ich sage mal vorsichtig seit mehreren Jahrzehnten). Ergebnis, siehe PISA!

    Gefällt mir

    • sigurd6 sagt:

      Als meine bessere Hälfte mit ihrem Studium fertig war, gab es in Berlin den großen Einstellungsstopp. Heute würde man sie mit Kusshand nehmen. Doch wer ist heute noch so verrückt und geht freiwillig in eine Schule, um zu unterrichten?

      Ich bin jedenfalls froh, dass es damals so kam, wenn ich höre, wie es heute in den Schulen zugeht.

      Gefällt mir

      • nana sagt:

        „Doch wer ist heute noch so verrückt und geht freiwillig in eine Schule, um zu unterrichten?“ Eben. Inzwischen geht es nämlich eher DARUM und nicht mehr um den Verdienst. Der ist auch in Berlin mehr als ausreichend. Allerdings sind die äußeren Bedingungen und die Zustände an den Berliner Schulen inzwischen so schlimm, dass viele engagierte Lehrkräfte gehen.

        Allerdings hat auch Frau Scheres einen großen Anteil an der massiven Fluktuation unter den Lehrer*innen. Ich habe das an der Schule meines Kindes miterleben können. Inzwischen ist der ehemals sehr gute Ruf dieser Schule nichts mehr wert. Bin froh, dass das Kind zur „guten Zeit“ dort lernen durfte.

        Gefällt mir

  2. rabohle sagt:

    Keine Berliner Erfindung.

    Bundesweit wird in regelmäßigen Abständen „verschlimmbessert“, statt einfach einmal skandinavisches Vorbild zu übernehem – aber so eine Blöße gibt Deutschland nicht von sich.

    Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.