Ich habe da mal …

… eine Frage

Gestern, am 1. April, las ich in einer Berliner Tageszeitung, dass die Bundeswehr laut eines Beschlusses der SPD in Berlin nicht mehr in Schulen informieren darf. Ich dachte, erst es handelt sich hier um einen Aprilscherz. Doch als ich diese Meldung in einer zweiten Tageszeitung aus Berlin ebenfalls vorfand, war mir klar, dass es kein Aprilscherz war.

Die Berliner SPD fordert in einem Beschuss, Jugendoffizier der Bundeswehr den Zugang zu Berlins Schulen zu verweigern. Diese Forderung wurde von Sozialdemokraten aus der eigenen Partei scharf kritisiert.

Ich kann die Kritik, zu diesem Beschluss, nicht nachvollziehen. Denn einerseits argumentiert man wegen religiöser Symbole in der Schule, die Schule müsse neutral sein, andererseits mischt sich der Staat hier massiv in den Schulbetrieb ein und wirbt für einen Beruf, der für junge Menschen durchaus tödlich sein kann. Die Bundeswehr hat Nachwuchsprobleme. Bei Informationsveranstaltungen kann sie, wie jeder andere Berufszweig, um junge Menschen werben. Doch nicht in Schulen.

Wie ist eure Meinung dazu? Das würde mich sehr interessieren.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Blog, Meinung.

22 Kommentare zu “Ich habe da mal …

  1. nana sagt:

    Also ich finde es gut, dass die Bundeswehr an berliner Schulen nicht mehr Werbung betreiben darf. Es gibt eh schon zu viele Minderjährige bei der BW. Außerdem gibt es ausreichend andere Plattformen, auf denen sich die BW den jungen Menschen präsentieren kann.

    Zum Beispiel bei einer Messe für Videospiele (ich persönlich finde das Wie und Wo hier übrigens absolut unangebracht).

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundeswehr-verteidigt-Werbung-bei-Gamescom-4144636.html

    Liken

  2. rabohle sagt:

    Mich wundert eher, dass sie noch Mittel und Fahrzeuge haben, es bis zur Schule zu schaffen 🙂 🙂

    Gefällt 1 Person

  3. ballblog sagt:

    Warum dachte ich jetzt an den hier?

    Gefällt 1 Person

  4. WernerBln sagt:

    Ich habe lange überlegt, ob ich mich zu diesem Thema überhaupt hier äußern möchte. Grundsätzlich ist es mir völlig gleichgültig was die untergehende SPD an Schwachsinn produziert, allerdings scheint es dem Echo nach selbst in dieser Partei noch einige Vernünftige zu geben. Aber was zu viel ist, ist zu viel! Ich mache es mal kurz und deutlich:

    Die Bundeswehr ist eine unverzichtbare und verfassungsmäßige Institution dieses Staates. Ideologische verblendete Versuche, sie in eine Schmuddelecke zu rücken (vgl. die unselige Kampagne „Alle Soldaten sind Mörder“) halte ich für perfide und abstoßend.

    Ich habe persönlich größten Respekt vor jedem jungen Menschen, der sich für den Dienst in unseren Streitkräften (oder auch anderen Sicherheitskräften) entscheidet. Insbesondere derzeit, wo die Bundeswehr durch eine völlig unfähige Verteidigungsministerin und idiotische Einsatzentscheidungen der Politik gebeutelt wird.

    Ich finde die Information an Schulen über unsere Streitkräfte durch die Jugendoffiziere sehr gut. In jedem Fall besser, als die Indoktrination durch gewisse Lehrer, die selbst Grundschüler zu dubiosen Klimademos „inspirieren“ oder Wandertage in Moscheen veranstalten.

    Das Personalproblem der Bundeswehr hat natürlich seine Ursache in der merkwürdigen Konstruktion „Aussetzung der Wehrpflicht“, für deren Einsetzung ich ausdrücklich bin!

    Liken

    • rabohle sagt:

      @Werne Bln

      Wenn Sie schreiben: „Ich finde die Information an Schulen über unsere Streitkräfte durch die Jugendoffiziere sehr gut“ frage ich mich aber schon, welche Informationen denn den Schülern vermittelt werden sollen:
      Tod und schwere Verwundungen in Hamudistan?
      Trauma nach Rückkehr?
      Kasernenschieben und Frustsaufen?
      Befehle von Dienstälteren, die weder Sinn noch Verstand haben?

      Es wird herorischen Blödsinn mitgeteilt und die tollen Chancen für die, die sonst keine gewünsche Ausbildung bekommen, aufgezeigt.
      Und was bitte unterscheidet so eine Veranstaltung letztlich dann von Verblendungen Minderjähriger in einem Wüsten-Terrorcamp?
      Beides läuft auf eine Rekrutierung Minderjähriger hinaus.

      Nur damit das deutlich wird: Die Bundeswehr stört mich nicht, die Einsätze gegen Piraten halte ich für richtig. Aber eben nur mit Freiwilligen, die auch die Bilder aus vorangegangenen Einsätzen gesehen haben und wissen, was auf sie zukommt.

      Und was bitte haben solche verblendeten „Werbeveranstaltungen“ (früher nannte man das wohl eher Muckefuck-Fahrten) mit den Freitagsdemos für eine bessere Welt zu tun? Sorry, aber da kommt es bei Ihnen offenbar wieder durch, dieses „leicht rechts angehauchte“ Weltbild, um es einmal gaaanz vorsichtig auszudrücken.
      Es steht Ihnen ja frei, solche Werbeauftritte gut zu finden. Aber bitte nicht immer diese Abschweifungen.

      Liken

    • sigurd6 sagt:

      @WernerBln:
      Auch mir erschließt sich Ihre Verknüpfung zu den Klimademos und Moscheen besuchen nicht. Was hat der Dienst an der Waffe damit zu tun???

      Aber nun konkret zum Thema Bundeswehr und Schule. Wenn die Bundeswehr für sich werben möchte, so bleibt ihr das außerhalb der Schule unbenommen. Es gibt, wie Sie bestimmt auch wissen, alljährlich eine Veranstaltung in den Messehallen unter dem Funkturm. Da können sich Schülerinnen und Schüler über verschiedene Berufszweige informieren.

      Für einen Beruf mit einem hohen Risiko für das eigene Leben an Schulen zu werben ist für mich unbegreiflich. Mit dem Gleichen Recht könnte die Berliner Polizei, oder die Berliner Feuerwehr, in die Schulen gehen um für ihre Berufe zu werben. Wohin sollte das dann führen?

      Der Bundeswehr darf, so finde ich, hier kein Sonderrecht zustehen. Es handelt sich hier um minderjährige Schüler, die schnell zu idealisieren sind.

      Liken

      • rabohle sagt:

        Zumal die Schüler aufgrund der Schulpflicht gezwungen sind, an solchen Veranstaltungen teilnehmen zu müssen.

        Liken

        • WernerBln sagt:

          Ebenso hier:

          http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/moschee-besuch-verweigert-eltern-muessen-50-euro-bussgeld-zahlen-a-1216757.html

          Dass Sie derartige Zusammenhänge nicht erkennen? Sorry, aber da kommt es bei Ihnen offenbar wieder durch, dieses „leicht links angehauchte“ Weltbild, um es einmal gaaanz vorsichtig auszudrücken.

          Liken

          • rabohle sagt:

            Das brauchen Sie nicht ganz vorsichtig ausdrücken: Mein Weltbild ist mehr links als rechts (auch das unterscheidet uns also) und ich stehe dazu.
            Ach, bei dem Besuch der Moschee wurde Werbung für den Eintritt in die dortige Religion gemacht. Ist ja ein Ding und so verdeckt auch noch .. wie fies.
            Und dass Sie Religion und Bundeswehrdienst gleichsetzen .. erstaunlich, oder?

            Vermutlich werden Sie als Berliner nicht bei der Bundeswehr gewesen sein und dafür muss ich im Nachhinein bezogen auf meine BW-Zeit dankbar sein 😉

            Liken

            • WernerBln sagt:

              Soweit ich mich noch an die damalige Wehrgesetzgebung erinnere, wäre ich bei meiner Berufswahl auch in Westdeutschland nicht eingezogen worden.

              Liken

      • WernerBln sagt:

        Nur mal am Rande, ich erinnere mich durchaus an eine Werbeveranstaltung der Berliner Polizei (West) in meiner Abschlussklasse 1969. Schon mal deshalb, weil ich durch familiäre Vorbildung mit diversen Vorkenntnissen über Aufbau und interne Abkürzungen den Kollegen verblüfft habe. Der Wahrheit zuliebe muss ich allerdings gestehen, dass ich mir nicht mehr 100% sicher bin, ob das in der Schule erfolgte oder die Klasse zur Polizei? Nach meiner Erinnerung 75% in der Schule! Ach übrigens bei der Feuerwehr (Nikolaus-Groß-Weg ) waren wir damals auch eingeladen.

        Und das war auch gut so!

        Liken

  5. schmidchen sagt:

    Ich sehe das sehr zwiespältig. Vorweg mal eine Phrase, wie ich sie damals selber immer anhören musste: „Ich habe auch gedient und es hat mir nicht geschadet.“ (Das war allerdings in einer anderen Zeit)

    Die Bundeswehr halte auch ich für notwendig und wichtig. Aber sie braucht eben auch junge Menschen, die sich für den Dienst an der Waffe entscheiden. Und vor allem braucht sie vernünftige Ausrüstung.

    Die potentiellen neuen Soldatinnen und Soldaten müssen vorher wissen worauf sie sich einlassen, gerade weil sie im Einsatz sterben könnten, daher ist umfassende Information wichtig. Bei entsprechenden Informationsveranstaltungen, aber bei Bedarf auch in der Schule. Dort aber nicht durch Werbung für die Bundeswehr durch „Jugendoffiziere“, sondern sachliche Information durch geeignete Lehrkräfte. Insofern finde ich den Beschluss der Berliner SPD richtig.

    Das ändert nichts daran, dass auch ich großen Respekt vor der Entscheidung junger Menschen habe, Soldat/Soldatin zu werden. Und dass mir die Ausrüstungs- und Nachwuchsprobleme bei der BW grundsätzlich Sorgen bereiten.

    Gefällt 2 Personen

    • sigurd6 sagt:

      „Ich habe auch gedient und es hat mir nicht geschadet.“ Den Spruch kenne ich leider nur zu gut. Wie oft hörte ich den damals in den 1960er Jahren. Nur hatte ich damals den Vorteil, dass ich nach West-Berlin ziehen konnte. 😀

      Wie ich @WernerBln schon antwortete, natürlich kann die Bundeswehr für sich werben. Aber nicht in Schulen.

      Liken

Über Kommentare freue ich mich natürlich. Weise jedoch darauf hin, dass WordPress bei der Abgabe von Kommentaren die IP-Adresse und wenn die E-Mail-Adresse angegeben wird, auch diese speichert. Diese Daten werden vom Antispamdienst Akismet zur Überprüfung genutzt.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s