Abschied einer Vereinsikone?

Die Spatzen pfiffen es schon einige Zeit so laut von den Dächern des Olympiastadions und nun ist es tatsächlich geschehen. Pal Dardai wird zum Ende der Spielzeit 2018/19 sein Amt, als Cheftrainer der Bundesligamannschaft von Hertha BSC, aufgeben. Man habe sich im beiderseitigen Einvernehmen getrennt hieß es wie eigentlich immer, wenn ein Trainer seinen Stuhl räumt oder räumen muss.

Die Einvernehmlichkeit zwischen Pal Dardai und Michael Preetz war schon längere Zeit eher angespannt. Besonders die treffliche, wie ich glaube, Analyse von Pal Dardai, zum aktuellen Tabellenplatz hatte Michael Preetz so gar nicht gefallen. In dieser hatte Pal erklärt, dass mit dem aktuellen Kader nicht mehr als ein gesicherter Platz im Mittelfeld zu erreichen sei und darauf gab es erhebliche atmosphärische Störungen zwischen den ehemaligen Mannschaftskameraden Preetz und Dardai.

Und man merkte es ganz deutlich, in ihm ging in den letzten Wochen eine Veränderung vor. So manches, was er dann von sich gab, hätte er lieber für sich behalten sollen. Im Präsidium war man durchaus geteilter Meinung, als der Manager sich am Montag vehement für eine Entlassung von Pal Dardai einsetzte. Zu groß sind seine Verdienste um Hertha BSC und zu ruhig waren die letzten 4 ½ Jahre unter seiner Leitung. In dehnen Hertha nie in Abstiegsnähe geriet. Doch setzte sich der Manager letztendlich durch.

Wie geht man nun mit einer Vereinsikone um? Man fand den salomonischen Weg der einjährigen Pause, danach soll er sich wieder um den Jugendbereich bei Hertha kümmern. Ob er jedoch dafür zur Verfügung steht, halte ich für fraglich. Obwohl er seit 1997 bei Hertha ist und stets beteuerte sich in Berlin sehr, sehr wohlzufühlen. Doch wer einmal im Rampenlicht steht … Nun die Zukunft wird es zeigen.

Für Michael Preetz wird es darauf ankommen mit der neuen Saison einen Trainer zu verpflichten, der bei der Mannschaft und den Fans ankommt. Denn auch wenn man die Trennung von Pal Dardai, wenn auch mit bedauern, zur Kenntnis nimmt, so ist er bei den Fans und vielen Präsidiumsmitgliedern von Hertha BSC sehr beliebt. Und der neue Trainer wird an ihm gemessen werden. Sollte die Mannschaft in Abstiegsnöte geraten so dürften die Tage von Michael Preetz, der ohnehin bei den Fans wenig beliebt ist, gezählt sein. Dann wird in auch sein großer Gönner Gegenbauer nicht mehr halten können.

Und ich mache jetzt etwas, was sonst nicht so meine Art ist. Ich würde mir als Nachfolger von Pal Dardai David Wagner wünschen. Er schaffte damals mit Huddersfield den Aufstieg in die Premier-League. Da er momentan jedoch frei ist, wäre er mein Favorit. Und dann natürlich Jürgen Röber als Manager von Hertha BSC. Das wäre meine Wunschkonstellation. So wird es aber kaum kommen.

 

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fußball.

6 Kommentare zu “Abschied einer Vereinsikone?

  1. rabohle sagt:

    Es war in den letzten Wochen/Monaten irgendwie abzusehen. der Draht zur Mannschaft wirkte sehr dünn und die Ratlosigkeit auch immer stärker; das konnte er auch nicht mit lockeren Sprüchen überdecken.

    Bei der Verantwortung sehe ich es etwas differenzierter: Der Kader wird in der Regel am Ende der Saison gestellt. Das finanziell Machbare kennen die Beteiligten, der Trainer gibt Wünsche ab. Es ist also ein 50:50 Part.
    Wenn Dardai mit den Kader nicht zufrieden ist, frage ich mich natürlich, warum er bei den Anfangserfolgen aber die volle Zufriedenheit ausgesprochen hat. Der Kader hat sich nach meiner Kenntnis auch nicht verkleinert, ist also der gleiche, den Dardai mit aufgestellt, mit dem er gesiegt und dem er sen vertrauen ausgesprochen hat.
    Dann aber bei Niederlagen – die nach meiner Auffassung auch der Aufstellung und Taktik geschulde gewesen sind – über den Kader jammern und damit den verbleibenden Spieler und dem Vorstand die Verantwortung anzulasten … ich weiß ja nicht.

    Es ist ein uriger, lustiger Typ und ich denke, er wird der Liga an anderer Stelle erhalten bleiben und das ist gut so. denn der Sport braucht genau diese Typen.

    Und Hertha kann Hecking oder Kovac den Fans vorstellen 🙂 🙂

    Gefällt mir

    • sigurd6 sagt:

      Dardai hat doch nicht gesagt, dass er mit dem Kader unzufrieden sei. Nur reicht dieser eben nicht für einen Platz, wie ihm Michael Preetz vorschwebt.

      Ich sehe die Einschätzung von Dardai ebenso. Hertha ist keine Spitzenmannschaft. Da muss man realistisch sein und nicht glauben, wie z. B. der Manager, dass man eventuell sogar einen CL-Platz erreichen könne.

      Mit durchschnittlich 10-11 Millionen Investitionen kann man nicht erwarten, dass ein Spitzenteam geformt werden kann. Mit 8 Millionen war Selke ja schon ein „Königstransfer“. Da kann man nur auf den eigenen Nachwuchs hoffen, der ja sehr vielversprechend ist. Nur leider sehen das eben auch andere Vereine und locken junge Spieler schnell weg.

      Gefällt mir

      • rabohle sagt:

        Okay, dann hatte ich

        „In dieser hatte Pal erklärt, dass mit dem aktuellen Kader nicht mehr als ein gesicherter Platz im Mittelfeld zu erreichen sei..“

        anders interpretiert.

        Allerdings glaube ich vor jedem Spiel, dass ich den Gegner schlagen kann (folglich auch Meiter werde 🙂 ). Habe ich las Trainer diese Einstellung nicht und kann ich dise Einstellung den Spielern nicht vermitteln ….. dann ist die Trennung nur richtig.

        Ich verstehe den Spruch auch wirklich nicht (und nicht nur bei Dardai): Der Trainer hat eben nur diesen Kader und er muss die Jungs richtig heiß machen. Das klappte ja auch in der hinrunde sehr gut und genau DIESER Kader hat auch die Großen so geärgert, dass man vor Ihnen stand. Und das ist – für mich nicht nachvollziehbar – komplett eingebrochen.

        Aber letztlich auch egal: Man darf eben abwarten, wie es sich entwickelt und ob nicht doch noch Konkurrenz in der eigenen Stadt kommt. Beleben würde das auch die Hertha.

        Gefällt mir

        • sigurd6 sagt:

          Das würde belebend sein, nur wird Union nicht aufsteigen.

          Der Spruch entstand wahrscheinlich aus den atmosphärischen Störungen zwischen M. Preetz und ihm. Preetz findet ja noch immer, dass die Mannschaft ganz großartig ist.

          Eine Erklärung, keine Entschuldigung, ist die Verletzungsmisere. Das fing mit dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach an, als Grujic an der Mittellinie brutal zusammengetreten wurde und der Gladbacher Spieler nicht einmal gelb gesehen hat und zog sich dann besonders durch den Rest der Vorrunde und nun auch durch die Rückrunde. Und wenn zwei bis drei der wichtigsten Spieler fehlen, ist Feierabend bei Hertha. So ist es halt. Geht anderen Mannschaft ja auch nicht anders.

          Und einige der Leistungsträger, wie z. B. Plattenhardt spielten außer Form. Dazu kommen, und das darf man dabei natürlich auch nicht übersehen, einige unerklärliche Aufstellungen, gerade in der Rückrunde.

          Gefällt 1 Person

          • rabohle sagt:

            Unser Vorteil ist, dass wir aus der Nachschau berurteilen können, Dardai immer VOR dem Spiel das Richtige suchen musste.

            Stimmt, das Foul und die Entscheidung waren unterste Schublade – nicht zu vergessen, dass Selke erst ausgefallen und dann aufgebaut werden musste. Aber wie Du treffend beschrieben hast, bis auf Bayern trifft das alle Mannschaften.

            Also bleibt zu hoffen, dass der Rest anständig heruntergespielt und Dardai dann den entsprechend würdigen Abschied bekommt – und der nächste Eisbär heißt dann Pal 😉

            Gefällt mir

Über Kommentare freue ich mich natürlich. Weise jedoch darauf hin, dass WordPress bei der Abgabe von Kommentaren die IP-Adresse und wenn die E-Mail-Adresse angegeben wird, auch diese speichert. Diese Daten werden vom Antispamdienst Akismet zur Überprüfung genutzt.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s