Wenn Hollywood Regie führt

Mit 41 Toren war der letzte Spieltag der 1. Fußballbundesliga ein sehr torreicher. Lag es daran, dass einige Mannschaften schon mit ihren Gedanken im Urlaub waren?

Nun Hertha BSC traf gestern mit Bayer 04 Leverkusen auf einen Gegner, der unbedingt einen CL-Platz erreichen wollte. Und dem hatte die Hertha nicht viel entgegenzusetzen. Was die beiden Jungnationalspieler Kai Havertz und Julian Brandt auf dem Rasen zaubern, ist schon feiner Fußball und das 1:3 von J. Brandt alleine, war das Eintrittsgeld wert. Und ich muss es leider nochmals schreiben, weshalb Rune Jarstein die Nummer 1 im Hertha-Tor ist, das hat man auch gestern gesehen. Besonders beim 0:1 war T. Kraft mehr als zögerlich und durfte sich von Grujic auch eine gewaltige Standpauke dafür anhören. Pal hätte sich wohl doch einen schöneren Abschied vorgestellt, doch an diesem Tag wäre Bayer wohl auch von einer Hertha in Bestform kaum zu schlagen gewesen. Das erkannten auch die Zuschauer im Stadion und feuerten Hertha auch beim Stande von 1:4 noch frenetisch an. Alle Achtung, kann ich da nur schreiben.

So endet die Saison mit Platz 11 für Hertha und mit 43 Punkten hat man die Punktzahl der vergangenen Saison wieder erreicht. Doch irgendwann muss die Mannschaft nun einen weiteren Schritt vollziehen.

Der größte Applaus erscholl jedoch, als an der Anzeigentafel der zwischenzeitliche Ausgleich der Eintracht in München angezeigt wurde. Nur konnte die Eintracht nicht mehr zum Spiel beitragen, das die Bayern sicher nach Hause brachten. 5:1 hieß es am Schluss und Hollywood hätte das Drehbuch nicht besser schreiben können. Die scheitenden Oldies Ribery und Robben wurden eingewechselt und schossen die Tore zum 4 bzw. 5:1.

Aber auch in Bremen schrieb Hollywood wohl das Drehbuch beim Spiel Werder Bremen gegen RB Leipzig. Auch hier schoss der eingewechselte Oldie Claudio Pizzaro den Siegtreffer zu 2:1 für Werder Bremen. RB Leipzig war mit einer B-Mannschaft angetreten und auch dort sollte man darüber nachdenken, wie fairer Sport geht. Für Werder und die Mannschaften vor Werder ging es noch um einiges. Hier sollte man den Wettbewerb nicht verzerren. Pokalendspiel hin oder her.

Mainz rang Hoffenheim nach einem 0:2 Rückstand noch mit 3:2 nieder und hat Hoffenheim somit den Weg nach Europa vernagelt. Die Eintracht wird es dankend zur Kenntnis genommen haben.

Durch den Sieg der Bayern war der 0:2 Erfolg des BVB nur noch ein Saisonabschluss mit 3 Punkten. Meister sind die Bayern. Dortmund jedoch hatte die Meisterschaft schon vor dem letzten Spieltag vergeben.

Apropos Wettbewerbsverzerrung, beim Spiel VfL Wolfsburg gegen den FC Augsburg bleibt einem auch ein fader Beigeschmack. Auch wenn ich das nur schwer beurteilen kann, da ich ja nur die Ausschnitte im Fernsehen sah. Aber 8:1 ist schon ein Ergebnis bei dem ich als Manager des FC Augsburg, auch wenn es praktisch für die Mannschaft nur darum ging den Saisonabschluss hinzubekommen, aus dem Anzug springen würde. So sollte man sich nicht präsentieren.

Die Spiele Freiburg-Nürnberg, Düsseldorf-Hannover und Schalke-Stuttgart hatten eh nur noch Freundschaftsspielcharakter.

 

Fast vergessene Schlager

Auch diese Rubrik wurde in den letzten Monaten sehr stiefmütterlich behandelt. Bisher hatte ich in dieser Rubrik meist Schlager aus meiner späten Kindheits- bzw. frühen Jugendzeit hier reingestellt. Das war sozusagen eine Aufarbeitung eines Kindes- bzw. Jugendtraumas. Denn wir konnten uns dieser Schlager damals kaum entziehen. Und heute habe ich mit diesen Schlagern auch meist meinen Frieden geschlossen.

Ihr müsstest euch mal in die 1950er und 1960er Jahre zurückversetzen. Wie sah es damals im Rundfunk aus? Ich kann natürlich nur vom Bayerischen Rundfunk schreiben und das war echte Folter für uns. Klar wir bekamen auch AFN und Radio Luxemburg, diesen jedoch nur mit erheblichem Aufwand, rein. Doch diese Sender konnten wir nur hören, wenn die Erwachsenen nicht zu Hause bzw. nicht im Raum waren. Und es wurde damals auch noch sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Familie sich abends gemeinsam im Zimmer befand. Sei es, um zu spielen, Unterhaltungen zu führen oder eben Radio zu hören. Komisch, manchmal fand ich das sogar gemütlich, auch wenn die Musik mich doch arg strapazierte. Doch eigentlich kannten wir es ja nicht anders. Das war vor der Zeit der Beatles oder der Rolling Stones. Jedoch schon zur Zeit von Elvis oder Chuck Berry. Nur die „Negermusik“ wie sie damals genannt wurde, durften wir nicht hören, wenn die Erwachsenen das Radio anmachten.

Und genau aus dieser Zeit sind mir in den letzten Tagen, weshalb ist mir eigentlich auch nicht klar, wieder einige Schlager eingefallen. Und damit ihr auch etwas davon habt, gibt es in den nächsten Wochen so richtig was auf die Ohren. Aber Vorsicht, für etwaige Nebenwirkungen kann ich keine Haftung übernehmen.

Also dann möge die Musi beginnen. LETZTE WARNUNG! 😀