Eine Bettgeschichte …

… vor 50 Jahren

Das gab es wohl nicht oft, ja ich glaube, das gab es nur einmal. John Lennon und Yoko Ono hatten am 1. Juni 1969, in einem Hotel in Montreal, mit einigen einen Song aufgenommen. Beide hatten dazu jedoch ihr Bett nicht verlassen. Nein, die Aufnahmegeräte wurden ins Hotelzimmer gebracht. Es war der letzte Tag der Aktion für den Frieden von Lennon und Yoko Ono. Schon seit einigen Wochen hatte beide die Aktion Bed-In durchgezogen. Vom Bett aus für den Frieden in der Welt zu sprechen.

Auf die Frage eines Reportes, was sie mit diesen Protesten bezwecken, sagte Lennon, „alles was wir sagen ist, gebt dem Frieden eine Chance“. Daraus entstand der Song Give Peace a Chance. Kaum zu glauben, dass das nun schon 50 Jahre her ist.

Trump on Tour

Nun ist er also über Großbritannien gekommen. Der großartigste aller Präsidenten der Vereinigten Staaten. Und er wäre nicht einer der großartigsten Twitterer, hätte er nicht schon vor seinem Einfall in Großbritannien für Gesprächsstoff gesorgt.

Boris Johnson, der eventuell aus der gleichen Gattung wie der großartige Präsident stammt, sei ein großartiger Premierminister zwitscherte er. Der Bürgermeister von London, Khan, dagegen sei ein Totalversager. Prinzessin Meghan sei eine böse Frau, sie hatte sich im Wahlkampf damals gegen Trump gestellt, und mit ihrer Meinung über ihn keineswegs hinter den Berg gehalten. Auch sie wurde voll gezwitschert und hat den Vorteil, dass sie sich noch im Mutterschaftsurlaub befindet und so dem großartigsten aller Präsidenten aus dem Weg gehen kann. Anders als ihr Gemahl Prinz Harry, dem es schwerfallen dürfte, die diplomatische Etikette zu waren. Hatte der großartigste Präsident nicht nur seine Angetraute, sondern auch sein Mutter Diana beleidigt, als er in einem Interview mal sagte, dass er mit ihr auch gerne geschlafen hätte.

Und einen ungeregelten BREXIT hat Trump den Briten auch noch ans Herz gelegt. Klar ein Großbritannien ohne EU ist leichter zu erpressen als ein Großbritannien in der EU. Hoffentlich erkennen das auch die Briten. Fehlt eigentlich nur noch, dass er der Queen freundschaftlich auf die Schulter klopft und sagt, „na altes Mädchen, kommst du uns bald im großartigsten Land besuchen? Nicht böse sein, dass wir euch damals in den Befreiungskriegen verjagt haben“. Wundern würde mich das nicht.

Bei all seinem Gezwitscher fragt man sich, was geht das dem großartigsten aller Präsidenten überhaupt an? Mit welchem Recht mischt er sich in die inneren Angelegenheiten der Britten? Hat er Langeweile?

Nein hat er natürlich nicht. Er bereitet ja seine erneute Kandidatur für eine weitere Amtszeit im Weißen Haus vor. Dann darf man gespannt sein, wer ihm von demokratischer Seite Paroli bietet, und ob die Bürgerinnen und Bürger der USA bereit sind, ihm nochmals 4 Jahre im Amt zu geben. Ich halte es für wahrscheinlich. Und ehrlich, er würde uns doch fehlen, oder? Haben wir denn sonst noch was zu lachen? Auch wenn die Gründe der Lacher oftmals höchst gefährlich sind.

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