Moment Mal: Schulparadies Berlin?

Was hat der Berliner Senat nicht alles getan um die Schulpolitik in Berlin im strahlenden Lichte erscheinen zu lassen. Kein Kind braucht mehr etwas für den öffentlichen Nahverkehr bezahlen, kostenloses Schulessen für alle und, und, und.

Zweifellos nimmt der Senat eine Menge Geld in die Hand, um das alles zu ermöglichen. Und wie im zweiten Bericht im Interview mit dem Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus dem Herrn Saleh zu hören ist, so ist er auch mächtig stolz darauf, auch die Mittelschicht zu entlasten.

Auf die Frage der Moderatorin ob es denn nicht besser gewesen wäre das Geld für geeignete Lehrkräfte auszugeben, ging er überhaupt nicht ein. Sondern wiederholte nochmals wie stolz er doch darauf ist auch die Mittelschicht zu entlasten.

Die Wahrheit ist, dass Berlin die ausgebildeten Lehrkräfte davon laufen und die Kinder dafür von immer mehr weniger qualifizierten Quereinsteigern unterrichtet werden. Darauf sollte Herr Saleh nicht stolz sein. Denn der Einwand der Moderatorin war durchaus berechtigt. Und, dass er es nicht für nötig empfand darauf einzugehen, darauf kann er nun wirklich nicht stolz sein. Die Schulbildung in Berlin wird von Jahr zu Jahr schlechter. Dagegen wird vom Senat kaum etwas unternommen. Da streut man den Bürgerinnen und Bürgern lieber Sand in die Augen und stellt es dann als den großen Wurf hin.

Nein, darauf kann der Herr Saleh und der Berliner Senat nun wirklich nicht stolz sein.

https://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/20190731_1930/mensaessen.html

https://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/20190731_1930/bildungspaket-kosten.html

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

6 Kommentare zu “Moment Mal: Schulparadies Berlin?

  1. rabohle sagt:

    Gleichwohl ist es ein richtiger, erster Schritt.

    Solange die Bildungspolitik Ländersache bleibt, die Länder lieber in Ruinen investieren, wéil es pressewirksamer ist, wird sich an den ständigen Reformen und Verschlimmbesserungen der Schulpolitik gar nichts ändern – auch hier (wie im Gesundheitswesen), täte Deutschland gut daran, niocht arrogant die eingene „Linie“ durchziehen zu wollen, sondern sich an Skandinavien zu orientieren (da klappt es nämlich alles).

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    • sigurd6 sagt:

      Ein richtiger Schritt wäre es für mich, wenn man denen die bedürftig sind, das alles zukommen lassen würde. Und ansonsten dafür sorgt, dass qualifizierte Lehrkräfte eingestellt werden.

      Dieses Quereinsteigergehopse kann nicht gut gehen. Und man sieht es ja an den schulischen Ergebnissen. Meine bessere Hälfte hat auf Lehramt studiert. Als sie fertig war, kam der große Einstellungsstopp für Lehrkräfte in Berlin. Heute fehlen diese Lehrkräfte und werden von unausgebildeten Kräften ersetzt.

      Jedoch muss ich auch schreiben, dass ich froh bin, meine Frau nicht mehr in der Schule zu wissen. So wie heute mit Lehrkräften von Schülern und Eltern umgegangen wird, ist das ein, mit Verlaub, Scheißjob geworden.

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      • rabohle sagt:

        Ist es bestimmt; selbst der Traumjob Grundschulliehrerein für Werken und Sport soll inzwischen kein Spaß mehr machen.

        Jedes Jahr eine neue, „ganz tolle Idee“, aber kein Grundkonzept. So kann das gar nicht besser werden, wobei ich auch nicht den heutigen Lehrer die Schuld geben mag, sondern den Politikern und Richtern, die dann lestztlich über das Schulwesen entscheiden.

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  2. nana sagt:

    Also ich bin so froh, dass mein Kind das Berliner Schulsystem einigermaßen unbeschadet überstanden hat. Alle bisherigen (und auch die aktuelle) zuständigen Senator*innen haben die Schulen und das System kaputtgespart, vernachlässigt und zerstört.

    Es ist nicht nur das Lehrerproblem – 2020 werden rund 25.000 Schulplätze fehlen. Ich frage mich ernsthaft, was für Personal der Senat beschäftigt – können die denn überhaupt nicht vorausschauend arbeiten? Und nicht nur von heute auf morgen denken?

    Berlin lässt Einkaufszentren bauen (ich weiß, die sind privat, benötigen aber Fläche), teure (sinnlose) UBahn-Strecken – aber Schulen? Fehlanzeige.

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    • rabohle sagt:

      Wer braucht denn auch schon Schulen und Bildung?
      @nana
      Leider ist das nicht nur in Berlin so. Das gesamte Schulsystem „krank“ Heutzutage haben die Kinder mit Nacharbeiten locker eine 50 Wochen Stunde, lernen an der Wirklichkeit vorbei (gut, haben wir damals teilweise auch, aber wir konnten wenigstens nun 2+2 ohne Rechner), sofern der Unterricht mangels Platz und Lehrer nicht ganz ausfällt.

      Überlege nur einmal, was alles mit den „Gorch-Fock-Millionen“ gemacht werden könnte. Weiter nachdenken darf man gar nicht.

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    • sigurd6 sagt:

      @nana das ist überhaupt der Lacher der Woche, wenn einem das Lachen dabei nicht im Halse stecken bleibt. Wie von Geisterhand fehlen plötzlich 25.000 Schulplätze. Und niemand bemerkte es. Schlafen die nur oder was treiben die bei der Schulsenatorin? Wobei sie sich eventuell auch mal intensiver darum kümmern könnte und nicht nur schöne Worte von sich geben sollte.

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