ALEXA bin ich schon blöd?

Ja das ist provokant, das gebe ich zu. Aber ganz ehrlich diese total vernetzte Medienwelt ist doch auch nicht erstrebenswert. Meine Kaffeemaschine kann ich nicht über das Smartphone steuern, weil ich kein Smartphone besitze. Und ich würde mir so was von blöd vorkommen, wenn ich ins Smartphone sagen würde, dass mein Espresso jetzt gebrüht werden soll. Der Kühlschrank der mich anmeckert, dass keine Milch mehr da ist, den brauch ich auch nicht. Denn ich habe all meine Sinne noch beieinander und sehe selbst, wenn die Milch knapp wird.

Und ALEXA der Spion im Wohnzimmer, das ist eine Geschichte für sich. Man regte sich über die Geheimdienste auf. Verteufelte die Stasi und nun stellt man sich den Spion freiwillig ins Wohnzimmer. Geht’s eigentlich noch? Auch sprachgesteuerte TV-Geräte sind Spione, darüber sind sich viele Verbraucher scheinbar gar nicht im Klaren. Natürlich werden jetzt wieder einige sagen, ich hab ja nichts zu verbergen. Aber was in den eigenen vier Wänden besprochen oder gesprochen wird, das geht niemandem etwas an. Wahrscheinlich gibt es auch bald eine App, die einem sagt, dass die nächste Darmentleerung in 45 Minuten sein muss. Wenn es drei Mal nicht funktioniert, gibt es automatisch einen Einlauf und einen Termin beim Gastroenterologen.

Kochtöpfe, Kühlschränke, Waschmaschinen, Geschirrspülmaschinen und Wäschetrockner, Rollläden, Garagentore, Haustüren und die gesamte Lichtanlage der Wohnung oder des Hauses, alles ist vernetzt und man kann es selbst aus Alaska, sofern ein Sendemast in der Nähe ist, noch steuern.

Ich würde mal in Abwandlung eines Spruches von Karl Lagerfeld schreiben, wer das alles braucht, der hat die Kontrolle über sein Leben längst verloren. Er merkt es nur nicht.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Satire.

33 Kommentare zu “ALEXA bin ich schon blöd?

  1. rabohle sagt:

    Der selbstgemachte, gläsernde Bürger

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  2. ballblog sagt:

    Und erinnert Ihr Euch noch, welche Widerstände es gegen die Volkszählung 1988 gab? Sogar rect erfolgreich? Und heute geben die Leute Privates preis und wissen nicht mal, an wen…

    Ach ja, und der hier fällt mir noch ein. Irgendwie vorausahnend?

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  3. JanJan sagt:

    Ich bin da ziemlich altmodisch, brühe noch Filterkaffe und habe nicht mal einen Internetfähigen Fernseher, manchmal fürchte ich ja junge Leute könnten in unserer Wohnung gar nicht überleben. 😁
    Aber so eine Alexa hätte bestimmt auch Vorteile, man kann die richtig zusammenfalten, wenn man einen schlechten Tag hatte, ohne, dass sie beleidigt ihre Koffer packt… Oder schaltet sie dann einfach ab? 😁

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  4. nana sagt:

    Also ich sag ja immer „selber schuld“. Aber so einfach ist es eben auch nicht. Die Menschen werden (gefühlt zumindest) immer dümmer, lassen sich einreden, dass bestimmte Dinge ihr Leben erleichtern usw.. Was machen die alle eigentlich mit der Zeit, die sie angeblich sparen? Videospiele?

    Ich hoffe ja immer auf einen Blackout. Also nicht so wirklich lange, aber die Mobilfunknetze könnten schon mal kollabieren für ein paar Tage .. Damit die Menschen mal kapieren, wovon sie sich abhängig machen (lassen).

    Und ich klebe die Kameras an Laptop und Smartphone ab, durchsuche alle App-Einstellungen nach Berechtigungen für Mikrophon und Kamera, maile z. T. verschlüsselt, nutze kein WhatsApp.
    Immer frei nach dem Motto:
    „Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.“ (angeblich Kurt Cobain)

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  5. Lilith sagt:

    Ich bin ehrlich, ich erfreue mich an Dingen wie Alexa, meinem neuen Handy usw. Es juckt mich nicht, wenn man mich „ausspioniert“, das tut man so, oder so mit jedem Klick, den ich im Netz mache.
    Seit ich Alexa habe, ist Musik hören nochmal besser geworden, adios CD`s. 🙂

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    • sigurd6 sagt:

      Da lege ich mir lieber eine CD ein. 😀

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      • Lilith sagt:

        Kann man machen, klar. Nur finde ich es einfach schöner, jedes Lied, was mir gerade einfällt und welches ich hören möchte, auf Ansage auch hören zu können plus Steuerung der Lautstärke mit einem kleinen Befehl und neue Alben muss ich nicht mehr kaufen und irgendwo lagern, wo sie viel Platz wegnehmen (in der Menge natürlich), sondern kann sie mir ruckzuck anhören – und schön finden, oder wieder vergessen uuu-huuund ich kann mir tolle Playlists zusammenstellen für jede Gelegenheit. Aber das bin ich und das ist meine Einstellung dazu und mein Geschmack. Jeder ist anders. Und ich hab Sabbelwasser getrunken, merk ich gerade. Haha, bin seit 5 Uhr wach, deshalb vielleicht.

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        • sigurd6 sagt:

          Das wäre für mich alle kein Grund mir so ein Ding ins Haus zu holen. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

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        • rabohle sagt:

          @Lilith
          Sicherlich können das Vorteile sein.
          Der Nachteil der totalen Überwachung überwiegt aber. Selbst wenn es Dir (ais welchen Gründen auch immer) egal ist – all Deinen Besuchern auch?

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          • Lilith sagt:

            Ich habe selten Besuch und fast alle meine Leute haben ebenfalls Alexas, sind das „überwacht“ werden also gewöhnt.^^

            Übrigens dürfte man demnach dann auch keine Smartphones, sowie das Internet nicht mehr nutzen?

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            • sigurd6 sagt:

              Nun ein Smartphone habe ich auch nicht und möchte auch keines. 😀

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            • Lilith sagt:

              Ich meinte den Herrn Rabohle. 😉

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            • rabohle sagt:

              @Lilith
              Ich habe auch kein Smartphone und will auch keins. 😉

              Bei Internet hast Du natürlich Recht; aber ohne geht es nicht und man kann dort entscheiden, WAS man preisgeben will (im Gegensatz zu Alexa, dort wird ALLES in der Wohnung aufgezeichnet).

              Wenn Du meinst, es sei Dir egal, wer was speichert und von Dir weiß …. sorry, aber dann verstehe ich Deinen Beitrag zur „Fremdschämen“ nicht so ganz:


              Auf Facebook gibt es Gruppen, deren Mitglieder „live gehen“. Kennt das jemand? Wenn ja, mein Beileid, wenn nicht … ich erklär mal, wobei es nicht wirklich viel zu erklären gibt.

              Man hockt sich schlicht vor sein Handy, schaltet die Cam ein und starrt erst mal hinein. Manche begrüßen ihre Zuschauer auch mehr oder weniger freundlich, andere sagen erstmal gar nix und warten auf Reaktionen. Es wird aus dem Bett gestreamt (manche pennen dabei ein und die ganze Welt kann, solange der Akku reicht, dabei zusehen), von der Arbeit aus, während sie spazieren, oder einkaufen gehen, beim Autofahren (mit 180 über die Autobahn und immer schön auf`s Handy starren), manche kochen, oder essen ihr Abendbrot vor der Cam, kiffen, saufen, singen, tanzen, also quasi in jeder Lebenslage. Oben links im Bild kannst Du sehen, wieviele Zuschauer der Stream gerade hat und Du hast die Möglichkeit zu kommentieren, oder auf die Kommentare der anderen Zuschauer zu reagieren.

              Sicherlich wird man bei Alexa nichrt reagieren können (außer das Ding aus dem Fenster zu werfen); aber die Überwachung ist doch wohl sehr ähnlich.

              Aber: Das ist wie bei den Vegetariern – Jeder so, wie er mag, also viel Spaß mit dem Teil.

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            • Lilith sagt:

              Dein Vergleich hinkt, denn ich bin kein ungebildeter Asi, der sein Gesicht in die Cam hält vor aller Welt und sich lächerlich macht in einer unaufgeräumten Bude mit plärrenden, unbeaufsichtigten Blagen im Hintergrund und ner Kippe im Mundwinkel und dummes Zeuch quasselnd. Wenn Alexa abhört, was ja nicht einmal bewiesen ist, bzw. nicht bewiesen ist, dass die Daten irgendwie ausgewertet/genutzt werden, darf sie das in meinem Haus gerne tun, ich hab nix zu verbergen und meinst Du nicht auch, dass es längst auch andere Methoden/Techniken gibt, die selbst Menschen wir Dich, der Du weder Alexa, noch Handy hast, abhören/beobachten/ausspionieren können?

              Ich denke, es gibt Menschen wie mich, denen das wumpe ist, ob eine Alexa e-vent-tuell mithört und die sich an deren Möglichkeiten erfreuen und Menschen wie Dich, die das ablehnen und nix damit zu tun haben wollen. Beide Meinungen sind ok und berechtigt.

              See you in the next comment! 🙂

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            • rabohle sagt:

              „Beide Meinungen sind ok und berechtigt.“

              Perfekt. Das sehe ich auch so.

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