Moment mal: Autsch und nochmals autsch!

Winfried Kretschmann ist Ministerpräsident von Baden-Württemberg und einer der GRÜNEN, die man allgemein Realos nennt.

Er war einst Lehrer für Biologie und Chemie und schon deshalb kann man bei seiner Aussage, dass Rechtschreibunterricht heute nicht mehr so wichtig sei, nur den Kopf schütteln. Er ist der Meinung, dass man heute ohnehin kaum noch handschriftlich schreiben würde. Für alles andere gäbe es Korrekturprogramme.

Ich bin nicht mehr ganz aktuell, wenn es um Bewerbungen geht. Jedoch sollte man sich schriftlich korrekt ausdrücken können. Mögen Korrekturprogramme einiges auffangen, so erkennen sie nicht alles.

Wenn ich im Netz unterwegs bin, achte ich oft auch nicht darauf, ob alles richtig geschrieben ist. Weder bei mir noch bei anderen. Anders sieht das im realen Leben aus. Hier ist die Rechtschreibung wichtig, wie auch ein gepflegter Sprachgebrauch.

Schon deshalb ist die Äußerung von Herrn Kretschmann Quatsch. Würde man seine Aussage konsequent weiter verfolgen so brauchte man die Grundregeln des Rechnens ebenfalls nicht mehr erlernen. Es gibt auch hierfür Hilfsmittel. Wozu noch Fremdsprachen lernen. Es gibt Übersetzungsprogramme. Interessant wäre, in welche Richtung so manches Gespräch gehen würde, würde man sich nur auf Übersetzungsprogramme verlassen.

Wie auch immer, nein Herr Kretschmann, machen wir uns nicht noch mehr zum Sklaven elektronischer Hilfsmittel. Fundierte Kenntnisse der Rechtschreibung sind noch immer ein Pfeiler unserer Bildung. Es sei denn, man möchte die Wählerinnen und Wähler noch mehr verblöden. Und ich hoffe doch, das ist nicht ihre Absicht.