Vor dem 21. Spieltag

Am Abend dürfte Eintracht Frankfurt Favorit gegen den FC Augsburg sein.

Am morgigen Sonnabend empfängt der VfL Wolfsburg die Elf von Fortuna Düsseldorf. Auch hier sehe ich Vorteile für die Heimmannschaft. Auch wenn der VfL nicht mehr so in Form scheint wie zu Beginn der Saison.

An der Weser bei Werder Bremen tritt Union Berlin an und man darf gespannt sein, ob Werder die Euphorie des Pokalspieles gegen Dortmund gegen Union umsetzen kann. Dann wird es für die Eisernen schwer werden an der Weser.

Eine interessante Begegnung findet im Breisgau statt. Hier empfängt der SC Freiburg die Mannschaft von 1899 Hoffenheim. Wird der SC Freiburg aus seiner Minikrise, man mag es ja bei der bisherigen Punkteausbeute kaum schreiben, heraus kommen?

Auch das Spiel Schalke 04 gegen den SC Paderborn dürfte interessant sein. Ich traue Paderborn noch immer den Klassenerhalt zu.

Und im Olympiastadion ist Mainz 05 bei Hertha zu Gast. Mainz ist auch eine dieser Mannschaften gegen die sich Hertha immer etwas schwertut. Doch 3 Punkte sind eigentlich Pflicht. Vielleicht tritt die Mannschaft endlich mal wie eine Heimmannschaft auf und sucht ihr heil nicht nur in der Verteidigung. Im Pokalspiel bei Schalke sah man, sie können es ja. Man muss sie nur lassen.

Im letzten Spiel des Sonnabends treffen dann Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund aufeinander. Und das wird ein spannendes Spiel, hoffe ich. Dortmund muss die Niederlage im Pokalspiel aus den Trikots bekommen und Bayer na ja, ist nicht das heimstärkste Team. Sollte der BVB erneut verlieren, könnte es wieder losgehen rund um den Trainer. Natürlich nur in den Medien.

In Mönchengladbach treffen dann am Sonntag zwei Erzrivalen aufeinander. Borussia Mönchengladbach empfängt den FC Köln. Mit einem Sieg wäre BMG weiter oben dran, doch auch der FC braucht noch Punkte und hat, mit Ausnahme in Dortmund, einen Lauf.

Mit einem Knaller wird der 21. Spieltag beendet. Der FC Bayern München empfängt RB Leipzig zum Spitzenspiel des 21. Spieltages. Hoffentlich wird es dann auch ein Spitzenspiel und RB kann den Spieß wieder umdrehen und mit einem Sieg in München wieder die Tabellenführung übernehmen. Die Anhänger der Bayern mögen es mir verzeihen. Aber die achte Meisterschaft infolge muss ja nun wirklich nicht sein. Der Fußball lebt von der Spannung und diese würde ich gerne bis zum letzten Spieltag haben.

Am Sonntag könnte es hier eine Vorentscheidung geben, auch wenn die Saison noch einige Zeit dauert. Doch bleiben die Bayern an der Spitze so wird es schwer sein, sie von da zu verdrängen.

Der Wähler geht so lange zur Urne …

Vor den Wahlen gibt es immer große Versprechen die sich nach den Wahlen doch eher als Versprecher herausstellen. Und da Parteien fast immer Koalitionen eingehen müssen um eine Regierung zu bilden, lässt sich damit im nach hinein auch bestens erklären, weshalb so manches Wahlversprechen nicht umgesetzt werden kann. Mit dem Koalitionspartner ist das eben nicht möglich.

Doch so funktioniert eben Demokratie, die Winston Churchill mal als die beste aller schlechten Staatsformen bezeichnet haben soll. Und in den ersten Jahren der Bundesrepublik war es auch einfach mit der Demokratie in diesem Land. Es gab die CDU mit ihrem Ableger CSU in Bayern, die SPD und die FDP. Ab und an kam noch eine kleine Partei dazu, diese kamen jedoch nie über den Mitleidstatus hinaus. Die Parteienlandschaft verlor erstmals ihre komfortable Hängematte, als die GRÜNEN in die Parlamente Einzug hielt. Doch an der einstmaligen Konstellation änderte sich auch dann wenig.

Erst als Deutschland wieder ein Land wurde, veränderte sich die Parteienlandschaft und die Bildung neuer Koalitionen wurde dadurch nicht einfacher. Im Bund mag es noch so einigermaßen funktioniert haben bisher, auch wenn man mit dem, was die sogenannte GroKo zusammen bringt, nicht immer einverstanden ist. In den Ländern wird es zusehends schwieriger und was die nächste Bundestagswahl uns beschert, wer weiß das heute schon.

Schon deshalb taucht bei mir die Frage auf, was dieses Schmierentheater in Thüringen bezwecken sollte. Wollte die AfD testen, ob es ihr gelingt, Parteien zu manipulieren? Sollte Thüringen etwa ein Testfall für den Bund werden? Letzteres glaube ich eher nicht. Oder besser geschrieben, hoffe ich nicht. Denn dazu bedarf es schon skrupelloser Politiker, die dieses Spiel mitmachen. Und da habe ich dann doch die Hoffnung, dass es die auf Bundesebene nicht gibt.

Wenn der FDP Landesvorsitzende von Thüringen vor der Wahl jede Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausschließt und sich dann von denen, mit denen er die Zusammenarbeit kategorisch ablehnte zum Ministerpräsidenten wählen lässt, dann finde ich das schon skrupellos. Hier wurden weder Wahlversprechen noch Wahlversprecher gebrochen, hier wurden die Wählerinnen und Wähler der FDP betrogen. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn man diesen Betrug durchgehen lässt und damit legitim macht, dann hat die Demokratie endgültig verloren. Auch wenn die großen Parteifürstinnen und –fürsten jetzt meinen, sich mit starken Worten aus der Affäre ziehen zu müssen.

Nun strebt man Neuwahlen an, wieso? Die Wählerinnen und Wähler haben gewählt und den Parteien ein Ergebnis beschert, mit dem sie nicht umgehen können. Was können die Wählerinnen und Wähler dafür, dass die, die sie wählten, unfähig sind, aufeinander zuzugehen und versuchen mit dem Ergebnis umzugehen. Möchte man immer wieder wählen lassen, bis einem das Ergebnis schmeckt? Nein das ist keine Lösung. Die Politikerinnen und Politiker müssen umdenken. Die Zeiten der komfortablen Mehrheiten sind vorbei. Darauf muss man Antworten finden und diese kann nicht sein jährlich wählen zu lassen.

Wenn die CDU in Thüringen auch nur einen Hauch von Flexibilität gezeigt hätte, so wäre es möglich gewesen mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Ramelow zusammen zu arbeiten. Auch wenn F. Merz gestern meinte die LINKE des Herrn Ramelow mit den Idioten die Autos anzünden und Steine auf Polizisten werfen in einen Topf zu stecken. Ich habe noch nie einen Politiker oder eine Politikerin der LINKEN bei linken Autonomen mitmarschieren sehen. Jedoch sah ich den Herrn Höcke schon mit Nazis mitmarschieren. Und wenn Herr Merz das nicht begreift, so wird sich am Denken der CDU in diesem Land nichts ändern. Denn Herr Ramelow und dessen Koalition hat in den Regierungsjahren keine schlechte Arbeit geleistet. Das wird immer wieder aus Thüringen bestätigt. Aber selbst das konnte Herr Merz nicht so sagen. Er war zwar bereit zuzugeben, dass Thüringen an der Regierungen von Ramelow nicht zugrunde ging, mehr aber auch nicht. Und hier zeigt sich die Verkrustung der Politik in seiner ganzen Deutlichkeit.

Was machen nun die Herren Mohring (CDU) und Lindner (FDP)? Na klar um die Partei zu disziplinieren und die eigene Haut politisch zu retten, stellen sie die Vertrauensfrage. Welche der Landesvorsitzende der Thüringer CDU natürlich überstanden hat. Und auch der Herr Lindner wird sie überstehen und alles ist wieder gut und bald vergessen.

An dem Desaster in Thüringen ist weder Herr Ramelow noch die SPD oder die GRÜNEN schuld, wie es Herr Merz gestern auch mal kurz anklingen ließ. An diesem Desaster sind die FDP und die CDU ganz alleine Schuld. Sie haben sich am Nasenring von der AfD durch den Plenarsaal ziehen lassen.

Nun müssen sie die Schuld nicht bei anderen suchen. Sondern schnellstens die, die unfähig oder anders geschrieben zu allem fähig sind in die Pflicht zu nehmen und wenn nötig aus der Partei auszuschließen. Wie es von Parteimitgliedern der FDP beim „Witzministerpräsidenten“ schon gefordert wird.