Das war es

Nachdem es mit Pal Dardai ruhige Jahre bei Hertha gab und man sich gemütlich im Mittelfeld der Liga etabliert hatte, wollte man in der nun vergangenen Saison einen Schritt in Richtung der europäischen Plätze machen.

Das sollte mit einem neuen Trainer aus den eigenen Reihen gelingen. Die Verantwortlichen bei Hertha traute A. Covic zu, die Mannschaft in die oberen Ränge zu führen. Wie man heute weiß, das war leider ein Fehlgriff. Nach einem verheißungsvollen Auftakt bei den Bayern ging der Weg der Mannschaft in der Tabelle eher abwärts und der junge Trainer wirkte zunehmend ratlos. Er fand nie zu einer Stammformation und so kam es zu keiner eingespielten Mannschaft. Spieler, die unter Pal Dardai Leistungsträger waren, saßen entweder auf der Bank oder wirkten seltsam lethargisch.

So waren die höhergesteckten Ziele nicht zu erreichen. Es wurde klar, A. Covic war mit der Aufgabe überfordert und da der Geldgeber mit dem Allwissenden einen Strahlemann in den Aufsichtsrat befördert hatte, lag die Lösung so nah. Der Allwissende sollte der Mannschaft neue Impulse geben und das mit einem völlig neuen Trainerstab. Nichts war mehr gut genug für Hertha alles musste neu erfunden werden. Aus dem mittelmäßigen Bundesligisten sollte innerhalb kürzester Zeit ein Big City Club werden. Damit begann nun endgültig das völlige Chaos bei Hertha. Alles wurde umgekrempelt und statt des vertrauten Torhütertrainers wurde A. Köpke der Torhütertrainer der Nationalmannschaft für eine Übergangszeit geholt. Komisch nur, dass dadurch beide Torhüter eher schlechter wurden und Jarstein bis heute nie wieder zur alten Form zurückgefunden hat. Nach kurzen Wochen des Chaos verschwand der Allwissende praktisch bei Nacht und Nebel und ließ die Mannschaft im Regen stehen. Jedoch, nicht ohne aus sicherer Entfernung kräftig nachzutreten. Alle waren Schuld nur er natürlich nicht. Zum Glück war dieses Thema damit einigermaßen durch und da der Allwissende A. Nouri mitbrachte, übernahm dieser das Training der Mannschaft.

Nachdem auch der Allwissende nie eine Stammformation fand und ehemalige Leistungsträger für völlig ungeeignet hielt, gelang es auch A. Nouri nicht, Struktur in eine total verunsicherte Truppe zu bringen. Mittlerweile musste man vom schlimmsten ausgehen und man sprach unter Herthaanhänger ganz offen über die 2. Liga.

Da kam der Break der Saison, erzwungen durch die Spaßbremse aus China. Mich würde interessieren wie es M. Preetz schaffte Bruno Labbadia davon zu überzeugen in dieser Pause eine völlig verunsicherte und durch die 3 Trainer der bisherigen Saison durcheinandergewirbelte Mannschaft zu übernehmen. Zumal B. Labbadia einige Wochen oder Monate vorher, dazu keine rechte Lust hatte.

Jedoch M. Preetz schaffte es und holte B. Labbadia an die Spree. 4 Wochen konnte er nicht mit der Mannschaft trainieren. 4 Wochen gab es Gespräch auf Gespräch und es wurde offensichtlich der richtige Ton gefunden. Als die Mannschaft dann wieder trainieren konnte, wenn auch unter erheblichen Auflagen, hat der Trainer wohl genau hingeschaut und die Stärken und Schwächen der Spieler schnell erkannt und darauf reagiert.

Nach dem Neustart der Liga legte die Mannschaft dann auch richtig los. Komisch daran war nur, dass gerade die unter dem Allwissenden fast verhöhnten Spielern, die Leistungsträger waren. Unter B. Labbadia wurde schnell der Klassenerhalt real und es gab auch da noch Spiele, die an alte Herthazeiten erinnerten. Doch er hat etwas geschafft was vor ihm weder A. Covic, der Allwissende noch A. Nouri schafften. Er fand eine Stammformation. Jedenfalls bis Verletzungen die Mannschaft weder dezimierte.

Hertha war mit dem Anspruch auf Europa gestartet, sah sich einige Zeit am Abgrund zur 2. Liga, um dann doch noch die Liga zu halten. Es war eine verrückte Saison und viele sind der Meinung, dass wir das nicht noch einmal brauchen.

Heute trifft die Mannschaft sich noch einmal. Sie frühstücken zusammen und verdiente Spieler werden verabschiedet. Wobei nicht klar ist, ob einige nicht doch noch einen neuen Vertrag bekommen. Das werden die nächsten Tage zeigen.

Von einem langjährigen Herthaner heißt es aber, sich leider von ihm zu verabschieden. Nach sieben Jahren kehrt Per Skjelbred nach Norwegen zurück um sich seinem alten Verein Rosenborg Trondheim anzuschließen. Vielleicht sieht man ihn im Olympiastadion ja mal wieder. Ob in der EL oder CL ist dabei völlig egal. Tschüss Per, Dich werden wir sehr vermissen.

Ein Spaßvogel der besonderen Art verlässt Hertha BSC nach langen Jahren und hier ist besonders betrüblich, dass sein Abschied von einem dummen Video wohl ein Abschied für immer sein könnte. S. Kalou hätte man sonst gerne mal wieder an der Spree gesehen. Man hatte ihm, als er vom Allwissenden ausgebootet wurde, eine Stelle als Scout in Aussicht gestellt. Er war der Publikumsliebling und daran hat dieses dumme Video auch nichts geändert. Tschüss alter Junge und viel Glück und Erfolg für Deinen weiteren Weg. Und vielleicht, wenn über die Sache etwas Gras gewachsen ist …

Der Vertrag von Vedad Ibišević läuft am Dienstag aus und lange dachte man, das ist dann auch das Ende für ihn bei Hertha, mittlerweile denkt man jedoch darüber nach, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern. Weshalb auch nicht. Er hat gerade in den letzten Wochen bewiesen, dass er längst noch nicht zum alten Eisen gehört. Und sein mutmaßlicher Nachfolger konnte bisher auch noch nicht überzeugen. Ich würde es nur konsequent finden ihn noch einen Jahresvertrag zu geben.

Bei Marko Grujić dagegen scheinen die Zeichen endgültig auf Abschied zu stehen. Auch er fand unter B. Labbadia zur alten Stärke zurück und harmonierte besonders gut mit P. Skjelbred. Sein Heimatverein der FC Liverpool hat ihm zum Training zurückbeordert. Offensichtlich soll er in Liverpool bleiben. Jedoch möchte man sich bei Hertha intensiv um ein weiteres Jahr bemühen, um ihn ausleihen zu können. Ja man wäre sogar sehr an einem Kauf des Spielers interessiert. Ob der FC Liverpool daran interessiert ist, wird man in den nächsten Wochen sehen. Sollte es nicht klappen, so wünsche ich Marko Grujić, dass er sich in Liverpool durchsetzen kann.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fußball.

10 Kommentare zu “Das war es

  1. verbalkanone sagt:

    Ich habe deinen Blogeintrag interessiert und teils amüsiert gelesen. Erstaunlich, wie schnell Labbadia aus den vorhandenen Spielern wieder eine mehr oder weniger homogene Mannschaft geformt hat, die sich zumindest in großen Teilen wieder auf ihre individuellen Fähigkeiten verlassen und diese auch auf den Platz bringen können. Die „alte Dame“ gehört nach meinem Empfinden auch in die 1. Fußball Bundesliga. Labbadia als Trainer zu holen, hat der Hertha verdammt gut getan.

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  2. rabohle sagt:

    Vier Trainer in einer Saison .. ich glaube, dass ist ein neuer Spitzenwert. 🙂 🙂

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  3. ballblog sagt:

    Ich glaube, Ibisevic hat in Labbadia einen gefunden, der versteht, wie er tickt. Und in dessen Alter hat Bruno ja auch noch auf dem Platz gestanden.

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