Moment mal: Frau Giffey das reicht nicht!

Karl-Theodor zu Guttenberg, Annette Schavan und Frank Steffel traten zurück als ihre Doktorarbeit als Plagiate erkannt waren. Damals gehörte ich in meinem Blog zu denen, die für einen Rücktritt der genannten plädierte.

Meine Einstellung dazu hat sich nicht verändert. Sollte der Familienministerin des Bundes und der SPD-Vorsitzenden in spe in Berlin, Franziska Giffey einwandfrei solch ein Verhalten bei der Erstellung ihres Doktortitels nachgewiesen werden, so sollte sie als Familienministerin zurücktreten und sich nicht um den Parteivorsitz der SPD in Berlin bewerben.

So sehr mir das auch schwerfällt, da Frau Giffey tatsächlich eine Hoffnungsträgerin dieser Stadt wäre, mit solch einer Belastung sollte weder die Partei noch sie selbst in den bald beginnenden Wahlkampf gehen.

Denn weshalb sollte für sie nicht gelten, was für die drei oben genannten gegolten hat? Der Prozess um diese ominöse Doktorarbeit dauert schon viel zu lange und es ist auch unverständlich, wie die FU Berlin sich in dieser Angelegenheit verhalten hat.

Eine Rüge auszusprechen ist nicht Fisch, noch Fleisch. Entweder sie hat gemogelt oder sie hat nicht gemogelt bei der Doktorarbeit. Ein dazwischen gibt es nicht. Wobei ich nicht bewerten möchte ob es vorsätzlich oder aus Schluderei geschah.

Für F. Giffey reicht es nicht, wenn sie auf ihren Doktortitel verzichtet. Man kann einen Doktortitel, soweit mir bekannt, ohnehin nicht zurückgeben, er wird aberkannt. Nein sie muss, wie ihre Vorgänger die Konsequenzen daraus ziehen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

6 Kommentare zu “Moment mal: Frau Giffey das reicht nicht!

  1. ballblog sagt:

    Das ist ja der Punkt: sie „verzichtet auf ihren Titel“ – wie großzügig 🙂 Und viele haben diese Formulierung übernommen.
    Wie Du schon sagst: sie kann darauf verzichten, als Frau Dr. zu unterschreiben, aber zurückgeben, das kann sie halt den Titel nicht.
    Die Uni und ihre Doktormutter stehen ebenso in schlechtem Licht da – zumal diese Rüge wohl auch kein Sanktionsmittel der Uni darstellt. Und Frau Nichtdoktors Arbeit, verfaßt während laufendem Betrieb in kurzer Zeit, soll 27 diskutable Stellen aufweisen…

    Die von ihr angestrebte politische Karriere ist damit eigentlich unmöglich. Und es sollte auch an diejenigen Dres. gedacht werden, die es davor zu schützen gilt, als gleichwertig angesehen zu werden.

    Alternativ würde ich allerdings vorschlagen, prinzipiell die Art des Doktorgrades führen zu müssen.
    Dr. jur., Dr. mde., Dr. phil. – und für Giffey, Guttenberg etc. halt Dr. plag. 🙂

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  2. Annika sagt:

    Schade, wie viele Politiker über sowas stolpern. Ich hab meine Uni nie fertig gemacht. War sicher jobtechnisch ein Fehler. Aber immerhin hab ich keine falschen Abschlüsse in der Tasche

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    • sigurd6 sagt:

      Das ist die beste Voraussetzung für eine Karriere ohne Stolpersteine. 😀 😀

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    • ballblog sagt:

      Ich hätte damals gern aus meiner Examensarbeit noch ’ne Promotion gemacht, aber dann kam der Einstieg in den Job und ich hielt es schlichtweg für unrealistisch, drei Jahre „mal nebenbei“ zu promovieren.
      Desto mehr wundert es mich, wenn solche Leute das neben Beruf und anderem im Schnelldurchgang angeblich schaffen.
      Und wenn ich mir vorstelle, so jemand baut die gesamte politische Karriere auf einen Betrug auf…

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