Moment mal: Ich sehe schwarz!

Nach der Sprachpolizei die sich neuerdings um eine neudeutsche reine Sprache bemüht, offensichtlich haben wir keine anderen Probleme im Land, wäre ich mit der Überschrift wohl schon ein Rassist.

Dabei sehe ich eigentlich nicht so sehr schwarz, sondern eher rot. Die BVG in Berlin und die MVG in München werden alle Plakate entfernen, in denen das Wort Schwarzfahren vorkommt, um sich nicht dem Vorwurf des Rassismus auszusetzen. In Berlin hatte der Senat im September 2020 ein „Diversity-Programm“ beschlossen. Seitdem ist in Berlin nichts mehr vor Umbenennungen sicher, was auch nur den Hauch von rassistischem Hintergrund haben könnte. Seit über 60 Jahren gab es z. B. die Mohrenstraße und einen U-Bahnhof gleichen Namens. Das kann es nun nicht mehr geben, weil es hochgradig rassistisch ist. Das aber nur als Marginalie. Es geht ums Schwarzfahren.

Also heißt es jetzt im offiziellen Sprachgebrauch, „Fahren ohne gültigen Fahrschein“. Jedoch hat Schwarzfahren überhaupt nichts mit Schwarz zu tun. Ein Sprachwissenschaftler erklärte, dass der Ausdruck von dem jiddischen Wort „shvarts“ kommt, das bedeutet Armut. Es würden also Menschen die Schwarzfahren als Menschen bezeichnen, die sich ein Ticket nicht leisten können.

Das ist völlig egal, wenn mit der deutschen rassistischen Sprache, die bis vor einigen Jahren niemand störte, aufgeräumt wird, dann aber gründlich.

Da man, wie oben berichtet auch in München den Begriff Schwarzfahren nicht mehr verwendet hat der ehemalige Verkehrsminister des Bundes, Peter Ramsauer wohl gesagt, „die haben doch alle einen Knall“. Da kann ich dem Herrn Ramsauer nur aus vollem Herzen zustimmen.

Ach, da fällt mir gerade ein, wie ist es mit der Schwarzarbeit? Na hoffentlich liest hier keiner von diesen Sprachakrobaten mit. Nicht, dass ich sie noch auf blöde Gedanken bringe.

Übrigens der Pfannkuchen heißt andern Orts Berliner. Das ist eine Diskriminierung der Berliner. Ach Mist der Berlinerinnen und Berliner, natürlich jeglichen Geschlechts.

Die Pappe zwischen zwei Brötchenteilen heißt Hamburger. Das ist eine Diskriminierung aller, na ihr wisst schon.

Und Wiener Würstchen, wie müssen sich da die Wiener und, na ihr wisst schon …, fühlen?

Ach wie war das doch alles mal ganz einfach, bevor dieser Umbenennungswahnsinn begann.

Na dann, schönes Wochenende. Vielleicht mit einem Schnitzel nach Balkanart und der Operette der Baron nach Balkanart oder so ähnlich.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

10 Kommentare zu “Moment mal: Ich sehe schwarz!

  1. rabohle sagt:

    Du hast das Anti-Weißbrot vergessen. 🙂 🙂

    Aber da merkt man eben, wie gut es uns geht. 😉
    Euch auch ein schönes Wochenende und das passende Wetter.

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    • sigurd6 sagt:

      Hier hat es bis vor 1 Stunde geregnet. Aber es soll am Wochenende trocken bleiben und am Montag sollen wir schon wieder 30 Grad bekommen. Brauche ich nicht. Ich werde jetzt mit den Hunden gehen, vielleicht bleiben wir ja trocken. 😀

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  2. ballblog sagt:

    Das finde ich ja auch hochinteressant, daß dieser angeblich so aufgeweckten hochmoralischen Generation an nachvollziehbaren wissenschaftlichen Argumenten überhaupt nicht gelegen ist.
    Es gilt die möglicherweise von Dritten empfundene Interpretation – und das ist schlichtweg irre. Ich fürchte nur, dieser Irrsinn ist noch nicht am Ende.

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  3. JanJan sagt:

    Scheinbar ist die Sonne zu heiß, die Corona Zahlen gerade zu niedrig oder ein Pups sitzt quer… Egal, ich mache mir mal eben schnell eine Zigeuner**innen Soße für meine Paprika…
    Kommt gut in’s Wochenende 👋 😊

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