Moment mal: Was ist da los?

Umfragen sollten ein Bild der repräsentativen Meinung im Land geben. Umfragen können jedoch auch anderes bewegen. Vor einigen Monaten lag die SPD sozusagen auf der Intensivstation und niemand glaubte an eine Heilung.

Doch nun ist sie durch eine wundersame Wandlung plötzlich völlig genesen und stellt, glaubt man den Umfragen, eventuell den nächsten Kanzler.

Bei solchen Verschiebungen werde ich jedoch stets sehr misstrauisch. Denn Umfragen können auch Wählerinnen und Wähler mobilisieren. Nach dem Motto, wir liegen hinten nun geht mal alle wählen.

Kanzlerkandidat A. Laschet, wohl einer der farblosesten Kanzlerkandidaten der CDU/CSU seit dem bestehen der Bundesrepublik, scheint genau diese Hilfe zu benötigen. Mit ihm driftet die Union in nie gekannte Tiefen der Wählergunst. Würde der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin vom Volk direkt gewählt werden, so käme er auf sage und schreibe 9 Prozent. A. Baerbock auf 15 und O. Scholz auf 31 Prozent. Das ist zwar eine Umfrage jedoch trotzdem eine gnadenlose Abfuhr an den Kandidaten der CDU/CSU. Wenn M. Söder der Kanzlerkandidat der CDU/CSU wäre, so sähe es völlig anders aus. Dann hätte A. Baerbock weiterhin 15 Prozent, O. Scholz jedoch nur 21 und M. Söder 38 Prozent. Noch mal zum nachlesen, A. Laschet 9, M. Söder 38 Prozent.

Und das nachdem A. Laschet ein Kompetenzteam aus 8 Personen installierte. Ich war schon immer der Meinung, wer keine Kompetenz hat, der braucht wohl ein Kompetenzteam, das Kompetenz vorgaukeln soll.

In keiner der letzten Umfragen, mögen sie noch so wenig Aussage haben, ist die CD/CSU vorne. Es ist eine Momentaufnahme, jedoch zeigt es nach meiner Meinung deutlich, diesen A. Laschet, mag man nicht als Bundeskanzler. Man traut es ihm nicht zu. Das zeigen besonders die Werte bei der Direktwahl. Sie sind schlicht verheerend.

Abgerechnet jedoch wird am 26. September 2021. Dann wird sich zeigen, was die Umfragen wert waren. In den letzten Jahren lagen sie des Öfteren völlig daneben. Dieses Mal auch?

Für mich stellt sich die Frage, möchte die CDU/CSU eventuell nicht den Kanzler stellen? Möchte man bei den angehäuften Schulden die „Drecksarbeit“ lieber der SPD, ähnlich wie nach der Kanzlerschaft von H. Kohl, als die Kassen durch die deutsche Einheit und dem Spruch, das zahlen wir aus der Portokasse, gänzlich geleert waren, überlassen? Oder glaubte man, dass man gegen A. Baerbock und O. Scholz selbst mit einem A. Laschet die Wahl gewinnen kann?

Wie auch immer, die CDU wird sich kaum die Blöße geben und M. Söder zum Kanzlerkandidaten küren. Der Zug dürfte abgefahren sein.

Aber, würde sich die CDU, falls die SPD tatsächlich die Wahl gewinnen sollte, und eine Koalition mit GRÜNEN und LINKEN, wie auch mit der FDP nicht zustande kommt, sich ähnlich wie die SPD vor 4 Jahren, in eine „große“ Koalition pressen lassen? Oder würde sie auf Neuwahlen setzen und keinesfalls in eine Juniorpartnerschaft unter O. Scholz einsteigen? Denn die mögliche Koalition zwischen SPD/CDU/CSU/FDP kommt kaum mal zur Sprache. Als wäre es ein zu heißes Eisen.