Moment mal: Einer für alle? Alle auf einen?

Der leicht abgewandelte Spruch trifft es im Moment ganz gut bei der CDU. Die sich anschickt die Kernkompetenz der SPD an sich zu reißen.

Bei den Sozialdemokraten ist es schon schlechter, alter Brauch, einen Kanzlerkandidaten zu küren um ihm dann in den Rücken zu fallen. Bisher blieb das überraschenderweise aus. Dafür knistert und knirscht es im Gebälk der CDU kräftig.

Die Wahl des Kanzlerkandidaten A. Laschet war, nennen wir es einmal, unglücklich. Der Kanzlerkandidat der Herzen, so glaubt man es jedenfalls bei der CSU, M. Söder fällt dem neutralen Beobachter jedoch auch nur durch wechselnde Meinungen und laufenden Querschüssen gegen A. Laschet auf. Er sollte nicht vergessen, dass er die CSU in Bayern auch mächtig schredderte.

Nun ist A. Laschet ein wenig zurückgetreten oder etwa doch nicht? Es ist eigentlich egal, ob er den Weg für einen anderen Kandidaten oder einer anderen Kandidatin freimacht. Die CDU/CSU so scheint es, könnte an dieser Situation zerbrechen. Schon unter Franz-Josef Strauß gab es oftmals Stunk zwischen den sogenannten Schwesterparteien und er drohte damit, die CSU bundesweit antreten zu lassen. Sollte das auch das Ziel von M. Söder sein, so wäre das eventuell das Ende der Union.

Schon bringt sich F. Merz wieder in Stellung, um sich erneut als King of CDU zu präsentieren. Lehnte jedoch sogleich eine Stichwahl um das Amt ab. Logisch, da hat er auch schon zwei Mal verloren und sollte daraus seine Konsequenzen ziehen. Man mag ihn nicht an der Spitze der Partei.

Eine Integrationsfigur, die die zerstrittene CDU wieder zu einer zukunftsorientierten Partei führen könnte, sehe ich nicht in der CDU. Über Namen wie J. Spahn kann ich nur den Kopf schütteln. Er zeigte in der Pandemie, dass er sehr schnell den Überblick verliert, um es freundlich auszudrücken. Vielleicht ein etwas besonnener R. Brinkhaus oder ein N. Röttgen?

Der oder die nächste Parteivorsitzende der CDU sollten jedoch eine längere Halbwertzeit haben als Annegret Kramp-Karrenbauer, vom 7. Dezember 2018 bis zum 16. Januar 2021 oder A. Laschet seit Januar 2021. Wer immer auch das sein mag.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

10 Kommentare zu “Moment mal: Einer für alle? Alle auf einen?

  1. WernerBln sagt:

    Die Union ist leider wohl erstmal auf Jahre hinaus erledigt. Die aktuellen Grabenkämpfer sind überwiegend die, welche in den vergangenen Jahren kritiklos an den Hosenbeinen einer gewissen(losen) Kanzlerin gehangen haben und nun darüber fabulieren, wo denn wohl die Ursachen für den Niedergang gelegen haben mögen; lachhaft! Das haben ja auch offensichtlich so „kompetente“ Politprofis wie Karrenbauer und Altmaier erkannt, die -natürlich selbstlos- das sinkende Schiff verlassen (vmtl. in Richtung irgendwelcher Versorgungsposten).

    Dass die SPD ihrem Kandidaten nicht in den Rücken fällt, ist m.E. keinesfalls überraschen, weil dieser Kandidat nur der bürgerliche Strohmann der Parteiführung in Gestalt von Esken, Borjans und Kühnert ist.

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    • sigurd6 sagt:

      … weil dieser Kandidat nur der bürgerliche Strohmann der Parteiführung in Gestalt von Esken, Borjans und Kühnert ist.

      Ich glaube, da unterschätzen Sie O. Scholz ganz gewaltig.

      Natürlich gärt es unter der Decke der CDU schon seit längerem ganz gewaltig. A. Merkel führte die CDU in die Mitte der Gesellschaft. Das hat nicht jedem in der CDU gefallen, jedoch so lange sie Wahlquoten brachte, waren die Kritiker ruhig.

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      • WernerBln sagt:

        „A. Merkel führte die CDU in die Mitte der Gesellschaft“

        Oha, wo war denn die CDU seit Bestehen der BRD Ihrer Meinung nach zuvor? Was bitte ist denn die „Mitte der Gesellschaft“? Etwa der aktuelle linke Einheitsbrei aus SPD, Merkel-CDU, Grünen?

        Wenn die Union denn in der Mitte der Gesellschaft geblieben wäre, gäbe heute z.B. keine AfD!

        Was Herrn Scholz betrifft geht hoffentlich Ihre Einschätzung in Erfüllung. Allein mir fehlt der Glaube!

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  2. rabohle sagt:

    Spahn fände ich prima; so kann es dann ggfs. unter die 5% Hürde gehen 🙂 🙂

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