Ja wo stehen sie denn?

Wer stehende Blechlawinen sehen möchte, für den ist in den letzten Tagen die Stadtautobahn von Berlin eine der ersten Adressen. Der einstige Slogan eines großen Automobilklubs, „freie Fahrt, für frei Bürger“, wird dort von der „letzten Generation“, wie sie sich nennen, ad absurdum geführt.

Immer wieder kleben sich an Autobahnausfahrten Menschen am Boden fest und blockieren so die Autobahn. Ihr Anliegen ist dabei nachvollziehbar. Sie sind dagegen, dass Lebensmittel verschwendet werden. Sie machen sich Sorgen ums Klima. So weit, so nachvollziehbar.

Es sei jedoch die Frage gestattet, was blockieren von Autobahnen mit Lebensmittelverschwendung zu tun hat? Wenn man Menschen als Geiseln für seine Ziele nimmt, so ist das nichts weiter als eine Straftat. Wenn man Menschenleben gefährdet, wenn z. B. Krankenwagen nicht mehr durchkommen oder wie vorgestern geschehen, eine hochschwangere Frau mit starken Wehen, von ihrem Mann ins Krankenhaus gefahren werden sollte und nicht mehr weiter kam, so ist für mich die Grenze bei Weitem überschritten. Der Mann musste Polizeibeamte um Hilfe bitten. Die Frau wurde in ein Polizeifahrzeug gebracht um dann über die Standspur ins nächste Krankenhaus gefahren zu werden.

Es ist absehbar, dass es irgendwann zu unkontrollierbaren Situationen zwischen diesen „Aktivisten“ und aufgebrachten Autofahrern kommen wird. Legen die Blockierer es darauf an? Möchten sie gerne in die Rolle von Märtyrern gebracht werden? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass ich seit Tagen die Stadtautobahn meide und lieber durch die Straßen Berlins fahre. Damit stoße ich zwar viel mehr Schadstoffe aus, da ich natürlich oft an Ampeln halten muss. Jedoch scheint das denen, die glauben eine clevere Aktion durchzuführen, egal zu sein.

Sie blockieren Menschen die zur Arbeit fahren, die von anderen für dringende Dienste erwartet werden, Krankenwagen und LKWs die 3-4 Stunden verspätet ihre Ware abgeben können und wegen des ohnehin schon vorhandenen Zeitdrucks dann eventuell ihre Ruhepausen nicht korrekt einhalten können.

Und es sei nochmals betont, die Gründe sind nachvollziehbar. Die Durchführung nicht.