Der Bundespräsident eine Persona non grata

Er ist schon fast peinlich, der „Kriegstourismus“ nach Kiew. Politiker und Politikerinnen treten sich, seid Kiew wieder einigermaßen sicher scheint, in Kiew auf die Füße.

Alle sind dem Präsident der Ukraine W. Selenskyj willkommen. Alle? Bis auf einen. Den deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, der mit seinem polnischen Amtskollegen nach Kiew reisen wollte, hat er ausgeladen.

Nachdem er vom ukrainischen Außenminister beleidigt wurde, indem ihn dieser in die geistige Nähe Putins rückte, ist das ein weiterer Affront. Nicht nur gegen den Bundespräsidenten, sondern gegen Deutschland.

In Deutschland gibt es viel Hilfe für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Und das bleibt hoffentlich auch so.

Jedoch finde ich es höchst merkwürdig, wenn die deutsche Regierung nach Waffenlieferungen gedrängt wird, das deutsche Staatsoberhaupt jedoch quasi zur Persona non grata erklärt wird. Er hat in früheren Jahren gewiss Fehler begangen. Er hat, wie viele Politiker außer ihm, Putin unterschätzt. Er wollte damit bestimmt keine Politik gegen die Ukraine machen.

Wenn W. Selenskyj meint, er müsse führende deutsche Politiker, auch den Bundeskanzler hat er vor einigen Tagen massiv angegangen, laufend vor den Kopf stoßen, so sollte er sich nicht wundern, wenn diese irgendwann anders reagieren als er es erzwingen möchte.

Bei allem Verständnis für die verzweifelte Lage, in der sich die Ukraine befindet, das ist kein Stil.