Fracking und Waffenlieferungen sind bäh!

Dummer- oder glücklicherweise funktioniert mein Gedächtnis noch. Was haben die GRÜNEN gegen Fracking gewütet. Jede Patrone die das Land verließ verursachte bei ihnen Schnappatmung. Kohlekraftwerke waren Teufelskraftwerke und Dreckschleudern.

Doch da waren sie in der Opposition und hatten keine Verantwortung zu tragen. Da kann man schon mal auf die Pauke hauen. macht sich auch gut, wenn man forsch alles verteufelt und sich als Friedens- und Umweltpartei verkauft. Friedenspartei, erinnert ihr euch noch ihr Grünen? Als Friedens- und Umweltpartei, so sind die GRÜNEN mal angetreten. Ja tatsächlich, dafür wurden sie auch scharf gescholten und galten lange als Sicherheitsrisiko für das Land. Schon vergessen? Man hielt sie von Ausschüssen fern, denn sie könnten ja Geheimnisse verraten.

Gut unter Außenminister Fischer gab es zwar den ersten Kriegseinsatz. Doch wegen des 11. September wurde das, wenn auch mit leichtem Murren hingenommen. Lange wurde „unsere“ Freiheit am Hindukusch verteidigt. So jedenfalls versuchte man, diesen Kriegseinsatz zu rechtfertigen. Ein Bundespräsident (Horst Köhler), die Älteren erinnern sich vielleicht noch an ihn, sagte während eines Rückfluges aus Afghanistan, vielmehr rutschte es ihm wahrscheinlich nur raus, dass dieser Einsatz nur wirtschaftlichen Interessen dient. Lange war er dann auch nicht mehr Bundespräsident. Wo kommen wir denn hin, wenn ein Politiker die Wahrheit sagt.

Aber ich war ja eigentlich bei Fracking und Waffenlieferungen. In Brüssel setzte man ein ÖL- bzw. Gasembargo gegen Putin durch. Außenministerin Baerbock tönte durchs Land, dass man nie wieder russisches Öl- oder Gas kaufen würde. Natürlich war das nur ein Getöns der Außenministerin. Sie glaubte wohl nicht daran, dass das sehr schnelle Realität werden könnte. Wie auch der Wirtschaftsminister.

So sehr ich den ungarischen Präsidenten verachte, so muss ich schreiben, er war, die Gründe sind dabei erst einmal nebensächlich, strikt gegen dieses Embargo und setzte eine Sonderregelung für Ungarn durch. Er weiß, dass sein Land von Russlands Exporten abhängig ist.

Ebenso abhängig wie Deutschland. Leider mit einer , wie ich finde, naiven Außenministerin und einem naiven Wirtschaftsminister. Wie schwer Deutschland der Exportstopp des russischen Gases treffen wird, ist überhaupt noch nicht absehbar und wird uns wesentlich mehr abverlangen, als uns der Wirtschaftsminister jetzt erzählt. Denn ich habe den Eindruck, dass ihm der globale Blick für das Ausmaß einfach fehlt.

Die Sanktionen sollten Putin hart treffen und nicht Deutschland. Sie werden Deutschland besonders hart treffen. Da man sich jahrzehntelang voll auf russische Gaslieferungen verlassen hat und verlassen konnte. Auch in Zeiten des Kalten Krieges war die damalige Sowjetunion stets ein verlässlicher Handelspartner. Durch markige Sprüche aus Deutschland und der EU hat man Putin praktisch eine Abschaltung schmackhaft gemacht. Warum sollte er, nachdem die Leitung gewartet wurde, wieder öffnen? Lässt er die Leitung tot, gewinnt er viel mehr. Viele Wohnungen bleiben dann kalt, die Industrie wird es schwerer merken als man es bisher war haben möchte. Bei vielen Menschen wird sich die Frage stellen, vernünftig essen oder lieber eine mittelmäßig warme Wohnung? All das spielt ihm doch in die Karten. Merkt man das eigentlich nicht?

Damit ich nicht falsch verstanden werde, es ist richtig sich von einem Teil der russischen Gaslieferungen unabhängig zu machen. Es ist nie gut, auch nicht für Unternehmen, sich von einem abhängig zu machen.

Doch so etwas muss von langer Hand vorbereitet sein und nicht mit markigen Sprüchen, nur weil man glaubt, ein Embargo würde Putin in die Knie zwingen, herbei geredet werden.

Die Regierungsmitglieder haben all samt einen Eid geleistet. Sie sind dem deutschen Volk verpflichtet und nicht der ukrainischen Regierung. Solidarität kann man auch ohne theatralische Sanktionen, die ohnehin wertlos sind, zeigen.

Wer glaubt, Putin sei isoliert unterliegt einem Irrglauben. So wird es in Europa gerne dargestellt, entspricht jedoch kaum der Wirklichkeit. Längst hat man in Russland andere Abnehmer gefunden. Diese Länder freuen sich über relativ günstige Rohstoffe, während man hier in Europa jedes vernünftige Maß an Realität verloren hat. So scheint es zumindest.

Ab und zu flammt schon ganz zaghaft ein kleiner Widerspruch zu den Sanktionen auf. Nun jedoch ist es zu spät. Die viel zu unüberlegt erlassenen Sanktionen kann man nun nicht mehr zurücknehmen ohne sich völlig lächerlich zu machen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

8 Kommentare zu “Fracking und Waffenlieferungen sind bäh!

  1. rabohle sagt:

    Wie willst Du es von langer Hand vorbereiten, wenn ein Angriffskrieg erfolgt? Ich denke, das hat so ziemlich alle überrascht.
    Derzeit liegen Klimaschutz und Ukrainekrieg im konträrem Interesse. Fracking ist absolut und endgültig umweltvernichtend – der erstebte Zweck dagegen nur temporär (vielleicht) positiv.
    Bei den Waffenlieferungen wird man unterscheiden müssen, da Lieferungen in ein Drittstaat zum Militäraufbau und Lieferungen zur Rettung von Menschenleben nach meiner Auffassung schon unterschieden werden müssen.
    Bezüglich der Ukraine und dem Zuschauen haben wir uns schon ausgetauscht

    Sofern Du die EInsätze in Afghanistan in Zweifel ziehst, Köhler zitierst … bedenke einmal die jetzige Situation in Kabul ohne Waffeneinsatz. Frage einmal Frauen und Mädchen, wie toll sie sich nun ohne Schutz des Auslandes dort fühlen.

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    • sigurd6 sagt:

      Mit langer Hand vorbereiten meine ich, dass man, wenn man langfristig vom russischen Gas wegkommen möchte, sich Gedanken machen muss, in welchem Zeitraum das geschehen soll. Das von der EU durchgeboxte Embargo hätte von der Bundesregierung niemals so akzeptiert werden dürfen. Denn in Deutschland hat man keinen adäquaten Ersatz für russisches Gas. Da war man in anderen Staaten der EU etwas weitsichtiger.

      Waffenlieferungen haben noch nie Menschenleben gerettet. Es ist mir unverständlich, wie man darauf kommen kann. Falls alle Staaten, die Waffen welcher Art auch immer, an die Ukraine liefern, haben mittlerweile ein Waffendefizit im eigenen Land. Auch das kann natürlich in Putins Interesse sein. Mir ist hier das leise Vorgehen von O. Scholz lieber als das ewige Geplärre der Außenministerin.

      Die jetzige Situation in Afghanistan ist ein Produkt der jahrelangen Präsenz amerikanischer und anderer ausländischen Soldaten und Soldatinnen. Vor dem Eingreifen herrschten solche Verhältnisse nicht. Die Taliban zeigen seit dem überstürzten Abmarsch, dass sie sich alles erlauben können. Und sie können es. Das muss man realistisch sehen. Das ist in der Tat sehr übel. Zeigt jedoch die Ohnmacht der westlichen Staaten. Auch wenn das einige nicht wahrhaben möchten.

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      • rabohle sagt:

        Waffenlieferungen an die damalige UdSSR und England haben einige Menschenleben gerettet. Und Hitler wurde wohl nicht durch Verhandlungen zum Kriegsende bewogen.;)
        Und mal schauen, was Litauen so denkt, wenn man die Korridor nach Kaliningrad schlagen will.

        Na sicher, die USA haben Schuld an den Unterdrückungen von Frauen und Mädchen.

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        • sigurd6 sagt:

          Den USA und deren Verbündeten ist es in all den Jahren nicht gelungen eine Stabilität in Afghanistan herzustellen. Die Clanstreitigkeiten wurden im Land nie beigelegt und offensichtlich unterschätzt. Deshalb sind die USA und deren Verbündete mitschuldig an dem, was jetzt in Afghanistan geschieht. Man kann davor natürlich auch die Augen verschließen.

          Nein Hitler wurde nicht durch Verhandlungen besiegt. Das heißt jedoch nicht, dass man sie gegen Putin ausschließen sollte. Dumme Sprüche wie die der Außenministerin, dass sie mit dem russischen Außenminister nicht sprechen möchte, helfen mit Sicherheit nicht weiter. Die Reaktion aus Moskau darauf war dann ja auch eindeutig.

          Wie soll es in der Ukraine denn weiter gehen? Waffenlieferungen auf Waffenlieferungen und Russland dadurch zu Verhandlungen zwingen? Ganz ehrlich, wer daran glaubt, ist für mich ein Träumer.

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          • rabohle sagt:

            Sogar manchmal ein Tagträumer. 😉 Und die Augen verschließe ich auch manchmal (ich denke, das sollte dazu lieber genügen)

            Sicherlich gibt es Gegenreaktionen von Putin. Aber sollte man aus Angst davor weiter mit ihm Geschäfte machen und beim Schlachten zusehen? Dann doch besser erst einmal in den Urlaub nach Bayern und aus der Schusslinie gehen – hat man ja bei Muddi gelernt und führt es (zumindest) genauso weiter. Und zur Not gibt es Wiederaufbauhilfe für die örtlchen Friedhöfe und Schulen, in denen die proputinsche Umerziehung vorgenommen wird.

            Wie Du mit Putin verhandeln willst, wäre mir allerdings ein Rätsel. der greift sich Länder, lässt morden, will,das neue Großrussische Zarenreich, droht Finnland und Schweden ebenso offen wie den baltischen Staaten. Dazu Forderungen, dass das alles legalisiert wird.

            Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren. (Benjamin Franklin)

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            • sigurd6 sagt:

              Aus Angst?? Ich hatte es schon geschrieben, wenn man keinen adäquaten Ersatz hat, sollte man den Mund einfach nicht zu voll nehmen und sich gegen Brüssel durchsetzen. Hier schadet ein Embargo der eigenen Wirtschaft einfach zu sehr. Mir ist von einem Berliner Reinigungsunternehmen bekannt, das vorwiegend für Krankenhäuser Wäsche auf steriler Basis reinigt, das ohne Gas nichts mehr reinigen kann. Das würde bedeuten, dass in Berliner Kliniken und auch im Umland keine Operationen mehr möglich wären. Nur ein Beispiel von vielen, was es bedeuten könnte.

              Das hat mit Angst nicht das geringste zu tun, sondern mit Verantwortung der eigenen Wirtschaft und der eigenen Bevölkerung gegenüber. Oder stirb in der Ukraine nur ein Mensch weniger, weil wir kein Gas oder Öl mehr aus Russland beziehen?

              Zu den Urlaubsvorwürfen schreibe ich jetzt mal lieber gar nichts.

              Auf Propaganda von russischer Seite sollte man einfach nicht reagieren. Zum Glück wird darauf auch kaum reflektiert. Nicht wie bei der Gashysterie der letzten Wochen. Aber so ist es eben, wenn man irgendwo völlig konzeptlos hinein tappt. Übrigens mit Katar ist bis heute noch nichts über Gaslieferungen unterzeichnet. Wir haben schon einen fähigen Wirtschaftsminister.

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            • rabohle sagt:

              Bezüglich des Wirrwarr-Ministers stimme ich Dir voll zu.

              Mein Rest können wir tagelang weiterschreiben, ohne dass einer nachgeben oder abrücken wird. 😉

              Ja, ich glaube wirklich, dass es weniger Tote in der Ukraine geben wird, wenn man mit Putin kein Geschäft mehr macht; denn die Sanktionen zeigen schon Wirkungen und ohne finanzielle Mittel kann vielleicht noch ein Teil der Restukraine vor der Besetzung bewahrt werden (wobei ich auch noch die Waffenlieferung zur Verteidigung favorisiere. Denn nur so kann man Putin in die Knie zwingen. Teile der Armee ist schon nicht mehr vom GröRaZ überzeugt und bei noch mehr Niederlagen dürften es immer mehr werden.

              Nur, sollte Putin wirklich die gesamte Ukraine besetzen, wird es weitergehen. Und dann?

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            • sigurd6 sagt:

              Da hast Du recht, hier haben wir völlig verschiedene Ansichten. Die Sanktionen haben bisher weit weniger bewirkt als man es im Westen gerne hätte. Mittlerweile haben sich andere Abnehmer für sein Gas gefunden.

              Was Putins Ziele letztendlich sind, wer kann das mit Sicherheit sagen? Eines ist für mich jedenfalls klar, er wird die Gebiete im Osten und im Süden des Landes nicht mehr abtreten.

              Mittlerweile befürchten nicht wenige Politiker und Politikerinnen in Deutschland, dass die Stimmung hier kippen könnte. Vor einigen Wochen hatten noch 62 Prozent Interesse am Krieg gezeigt, mittlerweile sind 69 Prozent mehr an der Energieversorgung als an der Ukraine interessiert. Beides geht auf eine Umfrage von Forsa zurück.

              Ich behalte nicht gerne recht, aber das ist eine sehr gefährliche Entwicklung g, die ich schon vor Wochen beschrieben habe. Wie es sich entwickelt, wird die Zukunft zeigen.

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