Paragraph 1: Schuld ist immer der Kanzler

Wie sagte der Korrespondent der ARD in Israel gestern in der Tagesschau? Die Äußerung von Abbas wurden scharf kritisiert. Und auf die Nachfrage was man über den Bundeskanzler schreibt und redet, sagte er, er ist überhaupt kein Thema.

Das hätte ich mir von den deutschen Medien und dem Zentralrat der Juden in Deutschland auch gewünscht. Wie hätte er sich denn verhalten sollen? Abbas über den Mund fahren oder ihm vom Mikrofon wegzerren? Dann wären die Schlagzeilen wohl gewesen wie aggressiv doch der Kanzler sei.

Ganz ehrlich, ich finde vieles nicht gut, was die Regierung fabriziert. Um ehrlich zu sein, ich koche so langsam über. Jedoch finde ich es wenig hilfreich, was in einem Teil der Medien gegen den Bundeskanzler läuft. Sein Gesicht zu der Äußerung von Abbas sagte eigentlich alles, nur der Bundeskanzler scheint sich besser im Griff zu haben wie so mancher in der Medienlandschaft. Im Nachgang fand er deutliche Worte. Das sollte dann auch genügen. Oder sollte man die Redeprotokolle vor eine Pressekonferenz zensieren? Nicht der Bundeskanzler war für die Äußerung verantwortlich, sondern Abbas.

Zur Opposition und ihren Bemerkungen schreibe ich lieber nichts.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

27 Kommentare zu “Paragraph 1: Schuld ist immer der Kanzler

  1. ballblog sagt:

    Ach, direkten Widerspruch hätte ich schon passend gefunden. Aber sein Sprecher hat ja nun brav die Schuld auf sich genommen.

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    • sigurd6 sagt:

      Aber sein Sprecher hat ja nun brav die Schuld auf sich genommen.

      Wenn ich das richtig verstanden habe, hat er nach der Äußerung Abbas sofort die PK beendet.

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      • ballblog sagt:

        Ja, hat er wohl. Aber als Bundeskanzler sollte man auch mal „Mooooment mal…“ sagen können und das Stimmchen erheben, dass es auch ohne Mikro geht.

        Ganz allgemein: mittlerweile wird doch überall nur noch gesucht. Hat er verkniffen geguckt, Hat er verkniffen genug geguckt, warum saß die Krawatte schief und wenn ja, was hat das zu bedeuten? Und zur Not haut irgendein Portal dann die Hitliste der verkniffensten Gesichter raus….
        Man kann das alles nicht mehr ernst nehmen.

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        • sigurd6 sagt:

          Er hätte etwas sagen können. Nun hat er es eben etwas später gemacht. Daraus nun wieder so eine Welle zu machen ist, so finde ich, unangebracht. Dass aus Israel keine Reaktion zum Verhalten des Kanzlers kam, spricht eher dafür, dass man dort die neuerliche Äußerung von Abbas eben, wie so oft, zur Kenntnis nahm. Mehr sollte man solch einer Äußerung auch keinen Raum geben.

          Die Medien haben es, wie soft mehr hochgepuscht, als seine Äußerung es verdiente.

          Die Äußerung von Abbas ist nun so neu auch nicht. Er hat sie bestimmt schon hundertmal gemacht. Falsch bleibt sie trotzdem.

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  2. Catenaccio 07 sagt:

    Scholz hat verstanden, was Abbas gesagt hat. Mal abgesehen davon, ob man einen Mann, der seit Jahrzehnten regelmäßig den Holocaust relativiert unbedingt ins Kanzleramt einladen und damit eine Bühne geben muss – der Handschlag ist ein Affront und – siehe erster Satz – nicht entschuldbar. PS: Ich habe Scholz aus Gründen mangelnder Alternativen gewählt. Mit die schlechteste Wahl, die ich je traf.

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    • sigurd6 sagt:

      Die Bundesrepublik möchte zwischen Israel und den Palästinensern vermitteln. Deshalb hat man Abbas wohl empfangen.

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      • Catenaccio 07 sagt:

        Im Prinzip ein ehrenwertes Ansinnen. Aber bei Abbas‘ Ansichten über Israel und die Juden wohl völlig nutzlos. Was man an seiner Hassrede wieder einmal gesehen hat.

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        • sigurd6 sagt:

          Das wird noch sehr lange dauern, bis im Nahen Osten Entspannung einkehrt. Nur sollte man nichts unversucht lassen.

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          • Catenaccio 07 sagt:

            Es ist immer die Frage, wer die Entspannung sucht. Mahmud Abbas mit seiner Vita und mit seinem Hass zählt wohl eher nicht dazu.

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            • sigurd6 sagt:

              Dabei wäre es für beide Seiten gut, wenn dort endlich Frieden herrschen würde.

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            • Catenaccio 07 sagt:

              Das wünsche ich mir auch. Ich wünsche mir auch Frieden in der Ukraine. Mit Putin wird der aber schwer machbar sein. Und ähnlich denke ich über Mahmud Abbas. In deren Köpfen herrscht ein ähnlich wirrer Geist.

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            • sigurd6 sagt:

              Na ja Hardliner gibt es leider auf beiden Seiten.

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            • Catenaccio 07 sagt:

              Es gibt nur eine Seite, die ich als Terroristen bezeichne. Und nur eine, die offensichtlich den Holocaust relativiert. Beenden wir an dieser Stelle dieses Gespräch, bevor es eventuell unschön wird.

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            • sigurd6 sagt:

              Ich verstehe jetzt zwar nicht, was unschön werden sollte, aber natürlich können wir die Diskussion beenden.

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            • Catenaccio 07 sagt:

              Das wäre mir sehr lieb, da ich hier absolut keinen Konsens sehe. Einen angenehmen Abend noch.

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            • sigurd6 sagt:

              Eine Diskussion muss keinen Konsens ergeben. Nur mit gegenseitigem Respekt sollte sie geführt werden und da sah ich hier keine Probleme.

              Dir auch einen schönen Abend. Hier in Berlin zieht gerade ein Gewitter auf.

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            • Catenaccio 07 sagt:

              Ich sah sie auch nicht, und bevor sich das ändert, weil eventuell eine Persona Non Grata wie Mahmud Abbas relativiert wird, sollte man es beenden.

              Immer noch kein Regen in Essen.

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            • sigurd6 sagt:

              Ich glaube, Du hast mich an einer Stelle völlig falsch verstanden. Als ich geschrieben hatte, dass es auf beiden Seiten leider Hardliner gibt, bezog ich das nicht auf den Holocaust, das wäre ja völliger Blödsinn, sondern darauf, dass es unter Juden und Palästinensern harte Gegner für eine friedliche Lösung im Nahen Osten gibt.

              Abbas zu relativieren war nun überhaupt nicht meine Absicht. Seine völlig inakzeptable Äußerung ist unverzeihlich. Da gibt es nichts zu relativieren.

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            • Catenaccio 07 sagt:

              Okay. So akzeptiert. Immer noch kein Regen in Essen.

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  3. rabohle sagt:

    @Sigurd
    ballblog hat es doch eigentlich exakt beschrieben. Scholz hätte das Wort ergreifen können. Und das er es auch für notwendig erachtet hat, sieht man ja auf seinen Twitter?Eintrag.Warum eigenlich nur so ein Eintrag und keine öffentliche Stellungnahme? Fehlte die Turbine im Hintergrund?

    Aber nun damit zu kommen, dass der Sprecher ja die PK beendet hätte. Sorry, aber wenn ein Kanzler sich von seinem Sprecher vorschreiben lässt, wann er was sagt, muss man sich wirklich fragen, o der der Richtige ist und zudem greift dann § 2

    § 2
    „Hat der Kanzler keine Schuld, tritt automatisch § 1 in Kraft.“

    Im Übrigen ist es natürlich schon igrendwie ein leichter Anfall von Idiotie, an so einem Jahrestag gemeinsam mit Abbas vors Mikrofon zu gehen, insbesondere wenn man sich fast denken konnte, was da so alles kommen wird.

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    • sigurd6 sagt:

      Na, dann war das eben wieder ein großer Skandal, den man so richtig Aufbauschen muss.

      Sorry, ich finde es langsam lächerlich, wie kleinste Sachen fürchterlich aufgebauscht werden. Bei all der berechtigten Kritik am Kanzler und seiner Regierung.

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      • rabohle sagt:

        Also den Holocaust so abschwächen zu wollen, empfinde ich nicht gerade als „kleinste Sache“.

        Scholz stellt sich doch selbst in den Mittelpunkt und muss sich dann auch Kritik gefallen lassen.Irgendwie habe ich bei ihm das Gefühl, er a) versucht krampfhaft, Fettnäpfchen zu vermeiden oder b) merkt gar nicht, dass er drin steht. eine ungückliche Figur gibt er aber zwangsläufig ab.

        Man darf gespannt sein, was ihm seine rechtlichen Berater für die morgige Anhörung geraten haben. Im Eigeninteresse sollte er wohl lieber Gedächnisschwund behaupten, denn sonst wäre es die nächste Sache, über die geschrieben wird.

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        • sigurd6 sagt:

          Ich schreibe es noch einmal, der Kanzler ist für den Spruch von Abbas nicht verantwortlich. Er hat reagiert ob nun auf Twitter oder sonst wo. Sein Gesicht zur Aussage von Abbas sagte schon viel aus, wie er darüber dachte.

          Was ist ihm nun eigentlich vorzuwerfen? Dass er nicht gleich dazwischen funkte? Das ist nicht seine Art. Dass er ihm die Hand reichte? Er ist eben ein höflicher Mensch.

          Eigentlich müsste F. Merz nun nach Jerusalem reisen um den Kanzler dort ebenso, wie in Kiew oder Warschau, versuchen bloß zu stellen.

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          • rabohle sagt:

            Sigurd, der Kanzler ist aber dafür verantwortlich, dass dieser Spruch eines solchen Spinners unkommentiert und ohne Gegenwind erst einmal in der Weltpresse stehen geblieben ist. DAS werfe ich ihm vor (und die Tatsache, dass er sich mit diesem Typen überhaupt zur PK hinreißen lässt). Denn tatenlos zusehen (und des Kanzlers Blick wird durch das Händeschütteln relativiert) halte ich für schlimm.

            Aber so hat eben jeder seine Auffassung über das Handeln und den Auftritt von Olaf Scholz und das ist auch gut so.

            PS: Habeck ist Vizekanzler und mal sehen, was heute nach der Cum-Ex-Anhörung so passiert.Auch Backe.

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