Die gute Landluft

Das ist die Berliner Luft, so mit ihrem tollen Duft …“ Na ja nicht jeder mag sie, die Luft in Berlin und zieht aufs Land. Doch auch da gibt es Gerüche, die dem Städter nicht gefallen.

Das ist die gute Landluft mit ihren Misthaufen oder Güllegerüchen. Wenn morgens der Hahn kräht, so nervt das, Kühe blöken durch die Gegend, Schafe ebenso. Tja so ein Landleben ist eben auch nicht einfach. Und am Sonntag läutet dann eventuell auch noch die Kirchglocke.

Da es immer mehr Nachbarschaftsstreitigkeiten gibt, haben die Freien Wähler im Brandenburger Landtag gefordert, solche Geräusche, nach dem Vorbild Frankreichs, als Kulturgut Sinneserbe zu schützen.

Ein Landleben ist eben auch nicht so einfach. Wie auch das Stadtleben. In Berlin wird von Zugereisten seit Jahren versucht, aus einer Großstadt ein Dorf zu machen.

Ich bin immer wieder erstaunt, was heute alles zu einem Problem gemacht wird. Darüber hat man sich vor 20 – 30 Jahren überhaupt keine Gedanken gemacht. Man war das ein unkompliziertes Leben.

4 Kommentare zu “Die gute Landluft

  1. Ja, ja – so erging es mir auch, als plötzlich „Nachbarn“ 3 Häuser weiter aus der nächsten Querstraße Klage gegen unseren Hahn im denkmalgeschützten, noch landwirtschaftlich geprägten Ortskern einreichten….

    Was müssen die Menschen doch für Probleme haben- danach hat vor 50 Jahren noch kein Hahn gekräht😂

    Und doch nahm das Gericht die Klage an und anstelle auf die offensichtliche Ortsüblichkeit hin gem. BGB 906 eine Duldungspflicht auszusprechen, sollte die Lautstärke unseres Hahns wegen „Lärmbelästigung“ gemessen werden!
    Ob der Hahn sich vielleicht auch vom Nachbarn auf seinen Balkon belästigt fühlte, danach fragte niemand!🤪

    Das Ende vom Lied- 3 Jahre Gerichtsverfahren, ein abgebrochenes Lärmgutachten, da der Hahn die Grenzwerte für ein Dorf-/Mischgebiet nicht überschritt und viel Presse und Medien Trubel!

    Alles nur weil ein Hahn tut, was er eben tun muss- krähen!

    Damit diese Prozedur nicht noch andere erleiden müssen, startete ich 2020 eine Petition nach dem Vorbild Frankreichs, wo der Weg für ein Gesetz zum Schutz des „Sinneserbes des Landlebens“ schon geebnet war.

    Über 70.000 schlossen sich der Petition an und auf Drängen eines Landwirts aus Mittelfranken, der über die Petition in der Geflügelzeitung gelesen hatte, entschloss sich auch der Bayerische Landtag für das Landleben stark zu machen!👍

    So grotesk ist die ganze Sache also gar nicht, denn weiterhin müssen sich viele Tierhalter mit ihren Nachbarn streiten oder die Tiere vor Gericht verteidigen- so etwas hätte es vor 50 Jahren nicht gegeben! Die Anspruchsgesellschaft ist an ihrem Höhepunkt gegen Natur und Tier! Aber bitte alles in Bio- aber nicht vor meiner Haustür!

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    • sigurd6 sagt:

      Kann es sein, dass über diesen oder einem ähnlichen Fall auch in der Sendung Quer von BR3 berichtet wurde? Ich glaube, mich an so etwas zu erinnern.

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      • Stengel Silvia sagt:

        Im BR gab es eine Dokumentation zur Petition….

        Über unseren Fall berichteten RTL, HR und SAT1… aber es gibt leider immer wieder Fälle, die zum Glück auch in die Öffentlichkeit kommen. So wird das Problem thematisiert und hoffentlich erkannt.

        Im BR wird diesen Frühling eine Dokumentation zu einem Fall bei Lauda Königshofen ausgestrahlt.
        Am 12.12.22 hat das Gericht die Klage (nach 2 Jahren Verfahren!) zum Glück abgelehnt- der Hahn kräht auch dort nur unwesentlich laut und zudem ist die Hühnerhaltung dort ortsüblich und somit zu dulden.

        Im Bundesrat wird derzeit eine Initiative zum Sinneserbe auf Antrag Bayerns diskutiert, auch Brandenburg arbeitet an einer solchen Bundesratsinitiative zum Sinneserbe…die Bundes SPD sieht leider keinen Handlungsbedarf über die jetzige Gesetzeslage hinaus.

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        • sigurd6 sagt:

          Sorry, Deine Antwort landete mal wieder in meinem Spam-Ordner. Da ich in letzter Zeit kaum noch blogge, bemerkte ich das erst jetzt.

          Es ist schon erstaunlich wegen welcher Nichtigkeiten, die früher und auch heute völlig normal waren und sind, manche klagen. Und die Klagen von Gerichten dann auch noch angenommen werden.

          Zum Leben auf dem Lande gehören nun mal Tiere und Nutztiere. Und ich finde, das macht das Leben auf dem Lande doch auch aus. Wer das nicht möchte, der muss eben in der Stadt leben oder die Gegebenheiten auf dem Land akzeptieren.

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