WM in Katar – nein danke

Viele werden sich die Spiele der Fußballweltmeisterschaft nicht ansehen. In Berlin wird der Boykott in Kneipen, die WM zu zeigen, immer umfangreicher. Und ich finde, das ist gut so. Auch ich werde mir kein Spiel anschauen. Wenn ich an die vielen Menschen denke, die für diese WM ihr Leben lassen mussten und in erbärmlichen, menschenunwürdigen Unterkünften hausen mussten, vergeht mir jede Lust auf diese WM.

Ich schreibe es bewusst provokativ, wer sich Spiele dieser WM anguckt, der sollte sich über die Toten die der Krieg in der Ukraine fordert, auch nicht mehr aufregen. Ausgenommen sind natürlich Journalisten und Journalistinnen, die auch bei dieser WM ihrem Beruf nachgehen müssen.

https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20221023_1930/fussballkneipen-gegen-wm-2022-in-katar.html

Aus Schaden wird man klug?

Na ja, sollte man zumindest. Auf „unseren“ Bundeskanzler jedoch scheint das nicht zuzutreffen. Wie oft wurde Deutschland gewarnt sich nicht allein vom russischen Gas abhängig zu machen? In Brüssel war es oft Thema gegenüber der damaligen Bundeskanzlerin. Doch getreu dem Motto „Geiz ist geil“ hat die deutsche Wirtschaft das russische Gas gerne verwendet. Somit sah man in Berlin keine Notwendigkeit, sich auch nach anderen Gaslieferanten umzuschauen. Das Ergebnis solch engstirniger Politik spüren wir jetzt drastisch.

Hat man daraus in Berlin gelernt? Wird man sensible Strukturen in Zukunft besser schützen und dubiose Staaten davon fernhalten? Natürlich nicht. Der Bundeskanzler wird seit Wochen gewarnt ein oder zwei Terminals im Hamburger Industriehafen an „aufrechte Demokraten“ in China zu verscheuern. In Brüssel wurde auf ihn eingeredet, von mindestens sechs Ministerien seiner Regierung wird er gewarnt und eigentlich sagt einem der gesunde Menschenverstand, nach dem Desaster mit russischem Gas, nein davon lassen wir die Finger.

Aber wie eben schon geschrieben, gesunder Menschenverstand wäre halt die Voraussetzung. Wer weiß, welche Profitgeier im Hintergrund dafür sorgen, dass dieser mal wieder ausgeschaltet wird.

Ihr werft nicht nur mit Brei …

… sondern habt auch Brei im Kopf

Fast niemanden den ich kenne, und wahrscheinlich ist es bei vielen der Leser hier ebenso, lässt der Klimawandel kalt. Dass er schneller als erwartet voranschreitet, wen wundert es? Man muss etwas gegen ihn unternehmen, nur soll es für die Industrie gewinnverträglich ablaufen und das geht einfach nicht.

Seit mehreren Monaten nun gibt es diesen Haufen, sorry anders kann ich die nicht nennen, der letzten Generation. Sie kleben sich auf den Asphalt, um Straßen und Autobahnen zu blockieren. Neuerdings bewerfen sie Bilder mit Farbe oder wie gestern in Potsdam geschehen mit Kartoffelbrei und kleben sich dann an den Rahmen fest. Das sind Aktionen, bei denen ich mich frage, ob sie nicht auch Brei in der Birne haben.

Wenn man etwas verändern möchte, so sollte man bemüht sein, möglichst viele Menschen davon zu überzeugen. Wie z. B. die APO in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Zugegeben, auch da gab es große Diskrepanzen zwischen den jungen und alten Menschen. Nur versuchte man wenigstens, in den Dialog zu treten, und ein Satz bei den Demonstrationszügen sagte es auch aus. Man hat den Menschen zugerufen, „Bürger lasst das Gaffen sein, kommt herunter, reiht euch ein“. Man hat also versucht, nicht gegen den überwiegenden Teil der Bevölkerung etwas zu verändern, sondern sie mitzunehmen. Woraus letztendlich die Partei der GRÜNEN entstanden ist. Deren ehemalige Ziele von den „Führungskräften“ der heutigen GRÜNEN mit Füßen getreten wird. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zurück zu der „Letzten Generation“, mit ihren Aktionen bringen sie die, die sich tatsächlich ums Klima sorgen gegen sich auf. Menschen, die auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstätte aufgehalten werden um stundenlang im Stau zu stehen und um ihren Job bangen, Menschen, die ihre Termine bei Kunden nicht einhalten und dadurch finanzielle Verluste hinnehmen müssen, Menschen, die wichtige Termine bei Ärzten haben und diese versäumen und im Stau stehen, Sanitäter und Sanitäterinnen die mit Menschen und ihren ernsthaften Krankheiten im Stau stehen, all diese Menschen werden für die wenig zielführenden Aktionen dieser Straßenblockierer nicht das geringste Verständnis aufbringen. Und als man einen dieser Typen fragte, ob es nicht sehr fraglich wäre, wenn Krankenwagen nicht mehr durchkommen, antwortete dieser, dann muss eben eine Rettungsgasse gebildet werden. Sehr sinnige Antwort, sie kleben jedoch weiter fest. Nur Logik sollte man bei denen ohnehin nicht suchen.

Was bringt es, ein Bild von Monet mit Kartoffelbrei zu bewerfen und sich daneben festzukleben? Aufmerksamkeit? Ich finde höchstens Kopfschütteln über so viel Dämlichkeit. Die wertvollen Bilder werden mittlerweile mit Glasscheiben geschützt um sie vor diesen Typen zu schützen. Irgendwie auch eine Ressourcenverschwendung, oder?

Aber nachdenken ist eben nicht eure Stärke.