Aufgelesen


„Ich hätte niemals gedacht, dass es so was jemals wieder geben könnte. Neonazismus, und rechtsextreme Gewalt. Ein Politiker wird umgebracht, anderen wird mit Mord gedroht“.

„Man habe allzu bereitwillig das Vergessen werden der Naziverbrechen zugelassen“. Er selbst fühle sich zunehmend verpflichtet, den Jüngeren davon zu erzählen. „Vielleicht war es ja ein Fehler, nicht früher damit angefangen zu haben“.

So sagte es Mario Adorf in einem Interview.

Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

Aufgelesen


„Bei einer Trennung gibt jeder Ehemann zu, dass beide Seiten schuld sind. Ehefrau und Schwiegermutter“

Meg Ryan, amerikanische Schauspielerin.

 

Morgen vor 30 Jahren

Donnerstag 9. November 1989

In den Krimiserien hört man des Öfteren von Kommissaren die Frage nach einem Alibi. Da werden die Verdächtigen dann im August z. B. gefragt wo sie am 22. Februar waren. Mal ehrlich was für eine dumme Frage ist das?

Doch ich kann mich bei einem Datum noch ganz genau erinnern und was wir an diesem Abend gemacht haben. Es ist der 9. November 1989, ein Donnerstag. Wir saßen vor dem Fernsehgerät und guckten uns die Berliner Abendschau an. Ab und zu wechselten wir ins Fernsehen der DDR zur Aktuellen Kamera, die in diesen Tagen relativ spannend war. Denn es war etwas im Busch, man wusste nur nicht was. Denn es hätte auch durchaus ein Eingreifen der damaligen Sowjetarmee geben können. Es wäre ja nicht das erste Mal gewesen. Nachdem am vergangenen Sonnabend in Ostberlin eine Großdemonstration veranstaltet wurde, konnte die Entwicklung in der DDR in verschiedene Richtungen gehen. Nur in die Richtung in die es dann ging, das hofften wir im Westen der Stadt zwar, befürchteten jedoch, dass es anders kommen würde. Unsere Hoffnung war tatsächlich der mächtige Mann in Moskau, mit dem sich das politische Klima dann doch etwas verbessert hatte. Michael Gorbatschow genoss im Westen jedenfalls mehr Vertrauen als seine Vorgänger im Kreml.

Wir waren also gespannt wie sich die Lage in Ostberlin und der DDR weiter entwickeln würde und das durchaus mit einer gewissen Sorge um die mutigen Bürgerinnen und Bürger, die auf die Straße gingen, um für ihre Freiheit zu demonstrieren. Es gab ja schon ausreisen über Ungarn und der damaligen Tschechoslowakei.

In der Abendschau wurden plötzlich Ausschnitte einer Pressekonferenz in Ostberlin gezeigt, die soeben beendet worden war. In dieser wurde von Günter Schabowski die Reisefreiheit für die Bürgerinnen und Bürger der DDR verkündet, und die Frage ab wann diese denn gelten würde, von ihm mit, „Nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich“ beantwortet. Ganz ehrlich, wir hörten es, jedoch war uns die Bedeutung dieser Worte in diesem Moment nicht bewusst. Das kam dann erst am Abend so langsam, nachdem der SFB mehrmals zu den verschiedenen Grenzübergängen schaltete. Jedoch blieb es dort noch ruhig. Also ging ich ins Bett und ahnte noch nicht, wie sich der Freitag entwickeln würde. Ich wusste nur, dass ich meine Frau zur Uni fahren musste, bevor ich ins Büro fuhr.

Freitag 10. November 1989

Am Freitagmorgen bin ich, wie immer aufgestanden machte das Radio an und hörte die Aufforderung man solle doch das 3. Fernsehprogramm des SFB einschalten. Was ich dann entgegen meiner Überzeugung, um diese Zeit nicht fernzusehen, auch tat. Was ich sah, wollte ich zuerst nicht glauben. Die Menschen strömten von Ost- nach Westberlin. Das bekamen wir dann auch hautnah zu spüren, als ich meine Frau zur Uni fahren wollte. Von uns bis zum Ernst-Reuter-Platz, an dem sich die TU-Berlin befindet, benötigte ich ca. 2 Stunden. Eine Strecke für die man damals ca. 15-20 Minuten rechnen konnte. Als ich meine Frau abgesetzt hatte, musste ich zum Büro fahren. Das auch nicht so weit entfernt vom Ernst-Reuter-Platz war. An diesem Tag jedoch sehr schwer erreichbar war. Denn die Straßen waren zu. Überall Trabis, überall freudige Menschen die das was in dieser Nacht geschah, einfach nicht fassen konnten. Ganz ehrlich ich war auch überwältigt. Ich freute mich ehrlich für die Menschen aus der DDR. Die Szenen, die sich an den Grenzübergängen und den Straßen Westberlins an diesem Tag und den Tagen danach abspielten, werde ich nie wieder vergessen. Und das Wort des Jahres war „Wahnsinn“. Mit diesem Wort, das man in diesen Tagen wohl 100.000-mal hörte, war die Situation wohl am besten beschrieben. Es war Wahnsinn. Auch wenn ich noch immer Angst hatte, dass noch irgendetwas geschehen könnte.

So gegen 11:00 Uhr, genau kann ich mich daran nicht mehr erinnern, kam ich dann endlich im Büro an. Doch das war an diesem Tag völlig egal. An arbeiten war ohnehin nicht zu denken und ich war noch lange nicht der letzte, der eintrudelte. Unsere Telefone standen nicht still. Unsere Geschäftspartner aus dem Bundesgebiet riefen an um sich zu erkundigen, was da gerade in Berlin geschieht. Irgendwann kam dann auch unser Geschäftsführer und wurde sofort von uns umringt. Er erzählte uns, dass er in der Nacht am Alex (Alexanderplatz) war. Dazu muss man wissen, dass die Grenzöffnung nur für die Bürger der DDR galt. Sie galt nicht für die Bürger Westberlins. Er meinte, er wollte es einfach probieren und es ging gut.

Am Abend gingen wir dann zum Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße der bei uns praktisch um die Ecke war. Die Menschen aus dem Ostteil der Stadt strömten weiterhin nach Westberlin und wurden frenetisch empfangen.

Die Mauer war offen. Doch war es unumkehrbar? Aus Moskau kamen keine Zeichen, die auf ein eingreifen der Sowjetarmee hindeuteten. Die Volksarmee so hofften wir, würde nicht noch einmal im Handstreich die Grenze nach Westberlin schließen. Sicher waren wir uns nicht. Hatten die mutigen Menschen der DDR es tatsächlich geschafft?

Samstag 11. November 1989

Wir hatten Karten für das Zweitligaspiel Hertha BSC gegen Wattenscheid 09. Wie ich mit dem Auto zum Olympiastadion kam, weiß ich heute nicht mehr. Mit der U- bzw. S-Bahn war es ohnehin kaum möglich. In einer Heringsdose wäre es wahrscheinlich geräumiger gewesen. Aber egal wir waren rechtzeitig vor dem Spielbeginn da. Für Besucher aus der DDR hatte man Extraeingänge errichtet. Soweit ich mich erinnere, mussten sie auch keinen Eintritt bezahlen. Das jedoch ohne Gewähr, ich weiß es einfach nicht mehr. Es war ein nasskalter Tag und die Besucher aus der DDR wurden vom Stadionsprecher herzlich begrüßt und von den Westberliner und den Gästen aus Wattenscheid natürlich auch. Überhaupt war das Geschehen auf dem Rasen an diesem Tag eher Nebensache. Auf den Rängen wurde mehr diskutiert als, dass man dem Spielgeschehen folgte. Die Mannschaften trennten sich dann auch 1:1 und alle waren zufrieden. Viele nette Gespräche wurden geführt und vom Olympiastadion nach Hause, hätten wir uns am besten doch ein Lunchpaket mitnehmen sollen. Aber wen störte das in diesen Tagen? Es war einfach eine unglaublich intensive Zeit.

Die Mauer ist nun seit 30 Jahren weg. Nur in den Köpfen von viel zu vielen Menschen ist sie noch immer vorhanden. Ob ich noch erlebe, dass sie auch dort eines Tages verschwunden ist? Daran muss leider gezweifelt werden.

 

Leider ist von der Euphorie dieser Tage heute kaum etwas übrig geblieben. Ich finde das schade.

 

 

 

Aufgelesen


Alle Männer sind auf der Suche nach der idealen Frau, vor allem nach der Hochzeit.

 

Barbra Streisand, Sängerin und Filmschauspielerin

 

Was gefällt euch besser?

Bei dem heutigen Song musste ich tatsächlich etwas kramen um heraus zu finden, wer denn nun den Originalsong fabrizierte. Aber im Netz findet man ja (fast) alles.

Es geht heute um den Song Ther’s a Kind of Hush. Die Originalversion von diesem Song wurde von der New Vaudeville Band aufgenommen. Doch es gibt davon zwei bekannte Coverversionen von den Carpenters und Herman’s Hermits. So startet in dieser Woche mal wieder ein Dreiervergleich.

Ich bin gespannt welche der versionen euch besser gefällt.

Original:

Cover:

Cover: