11. April 1968

Es war der Tag, an dem die Bundesrepublik durch erneute Schüsse auf einen Studenten erschüttert wurde. Dieses Mal war es nicht der relativ unbekannte Benno Ohnesorg, sondern der Studentenführer und damalige von der Springer-Presse zum Staatsfeind Nr. 1 erkorene Rudi Dutschke der durch drei Schüsse nieder gestreckt wurde.

Rudi Dutschke war das Gesicht der Studentenrevolte der 60er Jahre. Er war es, der mit seinen Reden begeistern konnte. Für viele ältere Bundesbürger*innen war er das Sinnbild des Bösen. Für viele junge Menschen die Hoffnung darauf, dass sich an den verstaubten Strukturen der Bundesrepublik etwas ändern könnte.

Ich kann mich noch gut an den 11. April 1968 erinnern, es war damals der Gründonnerstag. In den Nachrichten hatte ich von dem Attentat auf Rudi Dutschke erfahren und dass er es schwer verletzt überlebt hatte.

Für meine Mutter war es damals ein weiteres Argument mich nicht so einfach nach Westberlin gehen zu lassen. Denn es war genau die Zeit, als ich meinen Umzug plante. Spätestens im Herbst des Jahres wollte ich eine Stelle in Westberlin annehmen. Doch darüber mehr wenn die Zeit gekommen ist.

Das Attentat auf Rudi Dutschke sollte der Anfang der bis dahin größten und gewalttätigsten Demonstrationen sein, die die junge Bundesrepublik bis dahin erlebt hatte. Viele Studenten und junge Menschen hatten eine unheimliche Wut auf das in ihren Augen verstaubte Establishment. Und natürlich auf die Springer-Presse die eine unglaubliche Hetzkampagne gegen den Studentenführer betrieben hatte. Und was bis dahin vom Establishment verhindert werden konnte, nach dem Attentat sprang der Funke der Studentenbewegung von Westberlin auf das Bundesgebiet über. In 27 deutschen Städten gab es an den Osterfeiertagen Proteste, die teilweise von Straßenschlachten begleitet wurden. „Gestern Dutschke, morgen wir“, tönte es z. B. bei Demos in München. In München gab es während der Demo damals 2 Tote.

Rund 20.000 Polizisten waren an den Osterfeiertagen im Bundesgebiet im Einsatz um die Osterunruhen einzudämmen. Doch auch in Ost-Berlin hatte man das Attentat auf den Studentenführer zur Kenntnis genommen. Wolf Biermann schrieb ein Lied mit dem Titel, „Drei Kugeln auf Rudi Dutschke, ein blutiges Attentat“.

Das Fazit der Unruhen nach dem brutalen Attentat auf Rudi Dutschke, Staatsanwälte leiteten 827 Ermittlungen ein. Wobei sich dabei zeigte, dass die Bewegung nicht nur von Studenten ausging, sondern längst auf Schüler und Lehrlinge übergegangen war.

Rudi Dutschke sagte einmal in Anspielung auf die damals regierende Große Koalition, „wir sind die einzige Opposition im Lande“.

Am 11. April 1968 wurde der damalige „Oppositionsführer“ Opfer eines feigen Attentates. Und obwohl der SDS es an den darauffolgenden Wochen schaffte die Stimmung gegen die Springer-Presse und das vermiefte Establishment anzuheizen, mit dem Attentat auf Rudi Dutschke hatte die Studentenbewegung ihren Kopf und ihre Stimme verloren. Sie war, wie sich in den darauffolgenden Monaten zeigen sollte zerstritten und am Ende.

Aufgelesen


„Wenn eine Frau nicht spricht,

sollte man sie auf keinen Fall unterbrechen.“

 

Clint Eastwood, Schauspieler und Regisseur

 

Ei, Ei, Ei

Ostern naht und der Eierkonsum steigt stetig. Nun möchte ich niemanden die Osterlaune verhageln, jedoch sah ich am Montag einen Bericht im RBB, den ich hier mal reinstelle. Dass gefärbte Eier, die in Supermärkten weshalb auch immer, ganzjährig angeboten werden, aus fragwürdiger Haltung sind, ist, so hoffe ich, hinlänglich bekannt.

Weniger bekannt ist wahrscheinlich, dass in vielen Artikeln ebenso Eier aus fragwürdiger Haltung verwendet werden. Meist ist es dann auf der Verpackung nicht mehr nachvollziehbar, woher die Eier stammen. Und, dass es Stangeneier gibt, wusste ich bis Montag auch nicht. Produkte für die sie verwendet werden esse ich zwar nicht, aber es ist schon erstaunlich wie wir Verbraucher permanent verscheißert werden.

Na dann guten Appetit beim gefärbten Frühstücksei.

http://mediathek.rbb-online.de/tv/SUPER-MARKT/Ei-ei-ei-wo-komm-ich-her/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=42596636&documentId=50968384

Bildquelle: dreamies.de

Genießt die letzte Woche Winterzeit

Einen schönen Montag allerseits. Wenn ihr morgen in einer Woche wie immer in den letzten Monaten ins Büro gehen würdet und keine Gleitzeit habt, so würdet ihr wahrscheinlich zu spät kommen. Denn es wäre bereits eine Stunde weiter.

Ja in der Nacht vom 24. Auf den 25. März werden die Uhren wieder aus Sommerzeit gestellt. Und somit wird eine Zeit eingeführt die laut Umfragen in Deutschland und Europa mittlerweile beim überwiegenden Teil der Bevölkerung auf Ablehnung stößt. Doch noch immer können sich die politisch verantwortlich nicht dazu durchringen dies zu stoppen. Aber immerhin wurde schon mal eine Kommission eingesetzt um zu erforschen, wie sinnvoll die Zeitumstellung ist. Wahrscheinlich werden dann wieder 5-10 Jahre ins Land gehen bis man zu dem Ergebnis kommt, das man ohnehin schon jetzt weiß, sie bringt nichts, aber auch gar nichts. Im Gegenteil sie schadet sogar manchen Menschen.

Also genießt die letzte Woche der Originalzeit. Am kommenden Sonntag ist es dann vorbei. Bis dann Ende Oktober wieder auf Winterzeit umgestellt wird. Und dann im März 2019 wieder, und im Oktober 2019 wieder und so stellen wir um, und um, und um.

Fotoquelle: http://www.dreamies.de

 

Die Revolution entlässt ihre Kinder?

Oder was wurde aus den Zielen der 68er?

Es ist, man mag es fast nicht glauben, 50 Jahre her als die Studenten im damaligen Westberlin auf die Straße gingen um den Nachkriegsmief kräftig durchzulüften. Alles begann, wie fast immer ganz harmlos um sich stetig und praktisch unaufhaltsam weiter zu entwickeln, ja schließlich zu eskalieren.

Die Ausgangslage war etwas verworren und zunächst auch relativ unspektakulär. In den USA gab es erstmals massive Proteste gegen einen von den USA geführten Krieg in Vietnam. Der Prager Frühling wurde von Truppen des Warschauer Paktes erstickt und Frankreich war mit dem Konflikt in Algerien beschäftigt. In Kuba hatten die Rebellentruppen von Fidel Castro und Che Guevara den bis dahin regierenden Fulgencio Batista gestürzt und Che wurde durch seinen frühen Tod ein Mythos der Revolution. Zusammen mit Ho Chi Minh und Mao.

Ein Auslöser für die immer massiveren Studentenunruhen im Jahr 1968 war auch der Tod des Studenten Benno Ohnesorg der von einem Berliner Polizeibeamten, ich schreibe es mal vorsichtig, erschossen wurde. Und das unter mehr als fragwürdigen Umständen. Diese wurden erst vor einigen Jahren einigermaßen aufgeklärt und man hatte damals, so schien es jedenfalls, wenig Interesse Zeugen zu hören, die den Sachverhalt hätten aufklären können.

Die Studentenbewegung hatte in Rudi Dutschke einen charismatischen Anführer. Er verstand es, die Bewegung zu führen und, jedenfalls in der jungen Generation der 60er Jahre, populär zu machen. So kam es, dass eine Generation nach diesen Ereignissen genannt wurde. Wer damals auf die Straße ging, oder sich für eine Veränderung der miefigen Nachkriegszeit einsetzte, gehört zur Generation der 68er.

Was waren denn nun die Ziele? Einen Mythos muss ich gleich zerstören. Wenn, wie oft behauptet wird, die 68er nicht nur wegen der Kriege auf die Straßen gingen, sondern auch für die Gleichheit von Mann und Frau, so ist das ein Ammenmärchen. Denn ein großer Teil, auch der Führungsschicht der Studentenbewegung hatte kein wesentlich anderes Verständnis für Frauen wie ihre Väter.

Die Ziele der 68er wurden niemals belastbar erforscht und so bleibt vieles im Mythos stecken. Es ist somit eher Auslegungssache der jeweiligen Betrachter, was die eigentlichen Ziele waren.

Klar dürfte sein, dass man im Nachkriegsmief zu ersticken drohte und die junge Generation dies nicht mehr mitmachen wollte. Ebenso waren damals autoritäre Führungsstile normal. Weder in der Schule noch im Beruf hatten junge Menschen auch nur die geringste Chance diesen Autoritäten zu entkommen. Einem jungen Menschen aus den 1990er Jahren bis heute kann man überhaupt nicht klar machen wie junge Menschen in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegängelt wurden.

Kurzum es gab eine Menge Gründe weshalb die junge Generation, nicht nur Studenten, die Nase voll hatten.

Die 68er Bewegung hat einige verändert in diesem Land, wird jedoch, so finde ich, oftmals auch zu sehr hochstilisiert. Den ohne, dass es bemerkt wurde, hatte die Industrie sich sehr schnell auf das veränderte Konsumverhalten der 68er eingestellt. Jeans waren sehr schnell angesagt und T-Shirts mit den verschiedensten Köpfen der Bewegung schwappten auf den Markt. Das jedoch nur als Marginalie.

Die APO war auch eine Antwort auf die damalige Große Koalition unter dem Bundeskanzler Kiesinger. Es gab praktisch überhaupt keine Opposition im Bundestag, der damals ja noch in Bonn tagte. Es waren ja nur drei Parteien im Bundestag vertreten. Die CDU/CSU, SPD und FDP. Mit dem Wahlsieg der SPD und dem Beginn der Kanzlerschaft Willy Brandts und seinem für damalige Verhältnisse revolutionären Ausspruch, „mehr Demokratie wagen“, sorgte er ohnehin für frischen Wind im Land. So verlor die APO auch an Faszination für junge Leute. Zumal nach dem Attentat auf Rudi Dutschke auch der charismatische Führer fehlte.

Willy Brandt war die neue Führungsfigur vieler Menschen im Land und man verband mit ihm die Hoffnung auf ein neues Deutschland.

Was also bleibt von der 68er Bewegung? Sie war damals notwendig um eine Veränderung herbei zu führen. Doch nicht alles was man heute gerne als Ergebnis den 68ern zuschreibt, ist tatsächlich ein Ergebnis aus der damaligen Bewegung. Die 68er haben einiges angestoßen. Doch die Weiterführung war dann Sache der nachfolgenden Generationen.

Wie hieß es damals? Wir gehen den Gang durch die Institutionen. Das ist dann auch geschehen. Doch manchmal habe ich den Eindruck, es wurde zu intensiv verändert.

Aber dieser Eindruck kann mich natürlich auch täuschen. Soweit mein kleiner Rückblick auf die 68er, der natürlich sehr subjektiv ist und auch sehr oberflächlich. Jedoch lese ich gerne, wenn euch zu der Zeit etwas einfällt, oder es gibt noch Zeitzeugen, die alles hautnah erlebten.

Aufgelesen


„Aber man wird in der CSU als Frau nicht belästigt, zumindest nicht mit den höchsten politischen Ämtern. In der CSU da gibt es kein #metoo, da heißt es von vorne herein ‚you not‘.“

Luise Kinseher, Kabarettistin aus ihrer Rede am Nockherberg 2018

 

Eine Rose …

… und weiter?

RoseHeute ist der Internationale Frauentag. Anlässlich dieses Tages gibt es einige Chefs die ihren Mitarbeiterinnen eine Rose schenken. Na welch eine Freude. Oh ihr Frauen nun freuet euch. Denn eurer wird gedacht.

Seit 100 Jahren gibt es diesen Tag und es gibt sie noch immer die Benachteiligungen von Frauen. Gleiche Arbeit, gleicher Lohn, Fehlanzeige. Frauen in den Führungsetagen? Ja es gibt sie, aber man muss schon sehr suchen. Also ihr Chefs vielleicht überrascht ihr eure Mitarbeiterinnen zum nächsten Internationalen Frauentag damit, dass ihr ihnen sagt sie bekommen ab sofort den Lohn, den ihre männlichen Kollegen bekommen. Das wäre doch was, oder?

Aufgelesen


„Wenn plötzlich Arjen Robben, Frank Ribéry

oder Robert Lewandowski

auf dich zustürmen, wird einem ganz anders.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass die Bayern

auch nur Menschen sind,

dass sie auch nur mit Wasser kochen.“

Jordan Torunarigha (Hertha BSC), nach dem Spiel gegen Bayern München.