Am grünen Strand der Spree

Oft gehen wir in letzter Zeit wieder in den Wald vor unserer Haustür. Doch waren die letzten Wochen nicht dazu geeignet bis zur Spree zu laufen. Es war einfach etwas zu frisch und dazu noch windig.

Gestern Vormittag jedoch war wunderschönes Wetter und so schlenderte ich mit den beiden mal wieder bis zur Spree. Ihre braunen Augenpaare guckten mich dabei so bittend an, dass es mir schwerfiel ihnen den Sprung ins kalte Wasser zu verbieten. Das Wasser der Spree, so hörte ich vor einigen Tagen, soll so sauber sein, wie lange nicht mehr. Augenscheinlich kann ich das bestätigen. Die Sichttiefe ist erstaunlich. Wo sonst eine Brühe davonschwimmt, sah ich klares Wasser.

Moment mal: Wenn der Deckel wegfliegt!

Es war das Projekt der Rot/Rot/Grünen Koalition in Berlin, der Mietendeckel. Vorangetrieben von der ehemaligen Bausenatorin Lompscher, mittlerweile nicht mehr im Amt.

Schon als es 2019 verabschiedet wurde, war es mehr als umstritten. Ja viele Juristen warnten geradezu eindringlich, darauf zu verzichten. Doch entgegen aller guten Ratschläge wurde der Mietendeckel durchgepeitscht. Kaum in Kraft wurde dem Senat prophezeit, dass das Bundesverfassungsgericht den Mietendeckel kippen würde, weil der Senat und das Abgeordnetenhaus von Berlin solch eine Gesetzgebung überhaupt nicht verabschieden dürfen. Da der Bund ein Gesetz zur Mieteinschränkung bereits verabschiedet hat.

Jedoch der Senat, und hier besonders die Bausenatorin, zeigten sich uneinsichtig. Ja geradezu aufklärungsresistent. Viele Mieter die in dieser Stadt sehr hohe Mieten bezahlen, sahen durch den Mietendeckel einen Silberstreif am Horizont. Sie mussten teilweise erheblich weniger Miete durch den Mietendeckel bezahlen. Viele jedoch ignorierten die Warnung, die weniger bezahlte Miete zurückzulegen um bei einer Verwerfung des Mietendeckels durch das BVG eine Nachzahlung an den Vermieter zahlen zu können. Diese Mieter haben jetzt ein Problem.

Von einigen wenigen Wohnungsunternehmen wurde verlauten lassen, dass sie auf die Nachzahlung verzichten wollen.

Der Mietendeckel ist eigentlich ein Ansatz, worüber man sich auf Bundesebene unterhalten sollte. Er ist gescheitert, weil es einer Landesregierung nicht zusteht, ihn zu verabschieden. Er ist nicht wegen seiner, an sich diskussionswürdigen Form, gescheitert.

Er wäre ein Ansatzpunkt für die Bundesregierung die Mieter mehr vor überzogenen Forderungen seitens der Vermieter zu schützen. Ob jedoch dafür überhaupt ein Interesse auf Bundesebene besteht, wage ich zu bezweifeln.

Eine Impfeinladung …

… ist noch lange kein Impftermin

Man mag es kaum glauben, doch gestern bekam ich eine Impfeinladung. Natürlich hab ich mir das Schreiben erst einmal genau durchgelesen und danach die Unterlagen studiert. Denn nachdem was in dem Eingangsschreiben steht, müssten einige Unterlagen, die ich dann unterschrieben zum Impftermin mitbringen soll, vorhanden sein.

Doch weit gefehlt, nur die Datenschutzerklärung konnte ich finden. Da ich Fehler prinzipiell erst bei mir suche und andere nicht dafür verantwortlich mache, habe ich meine Frau gebeten, sich die Unterlagen auch anzusehen. Nein die Unterlagen die ich ausfüllen und unterschreiben sollte waren definitiv nicht vorhanden.

Also griff ich zum Telefon um die Buchungsnummer für den Impftermin anzurufen. Nach der Wahl kam das übliche Prozedere wenn sie, dann drücken sie…

Ich drückte und mir wurde gesagt, die Wartezeit würde ca. 15 Minuten dauern. Alles klar, das kennt man ja. Tatsächlich nach ca. 15 Minuten Musik die einen auf die Nerven ging, meldete sich am anderen Ende der Leitung jemand. Ich erklärte, dass ich sehr gewillt sei, die auszufüllenden Unterlagen zum Impftermin mitzubringen, sie jedoch dem Schreiben, das ich bekam, nicht bei lagen. Darauf wurde mir erwidert, das sei bekannt. Der Senat hat die Einladungen ohne diese Unterlagen verschickt, sie würden aber in den Impfzentren vorliegen und müssten dort ausgefüllt werden. Prima dachte ich mir, dann dauert es noch länger in den Impfzentren. Nur weil die zu doof sind die Einladungen korrekt zu versenden. Fragte aber dann doch gleich nach einem Impftermin. Darauf wurde mir erläutert, es wird im Moment nur in einem Impfcenter geimpft und da könnte ich einen Termin im Mai bekommen.

Darauf erwiderte ich, dass ich nicht quer durch die Stadt fahre, wenn eines dieser Impfcentren fast um die Ecke bei mir ist. Das hat, wie all die anderen jedoch momentan keinen Impfstoff. Ich solle es Mitte nächster Woche noch einmal probieren. Vielleicht sieht es dann schon besser aus.

Also werde ich in der nächsten Woche wieder in der Warteschleife hängen um mir einen Termin abzuholen. Und dann vielleicht in der übernächsten …

Ich muss jetzt auch mal loben

Es ist mal wieder soweit, die Fahrerlaubnis muss mal wieder den europäischen Richtlinien angepasst werden und ein großer Teil muss somit eine neue Fahrerlaubnis beantragen. Bei mir ist das z. B. bis Januar 2033 der Fall. Also werde ich keine mehr beantragen müssen. Denn da fahre ich mit Sicherheit kein Auto mehr.

Jedoch meine bessere Hälfte muss ihre Fahrerlaubnis bis zum 19.01.2022 erneuert haben. Also haben wir heute versucht, das Bürgertelefon zu erreichen um einen Termin bei unserem Bürgeramt zu erhalten. Es ist uns nicht gelungen.

Hartnäckig wie ich nun mal bin, forschte ich nach einer MAIL-Adresse und wurde fündig. Also setzte ich ein Schreiben mit unserem Anliegen auf und schickte es ohne große Hoffnung auf eine baldige Antwort auf die Reise. In den Medien wird fast tagtäglich auf die hoffnungslose Überlastung der Bürgerämter hingewiesen. Also rechneten wir damit, dass eventuell in einigen Wochen eine Antwort kommen würde, um uns mitzuteilen, dass wir vorgemerkt sind.

Und ca. ½ Stunde später kam tatsächlich eine MAIL und ich glaubte ich lese falsch. Darin wurde meiner besseren Hälfte ein bestätigter Termin für morgen mitgeteilt. Wir mussten die MAIL zwei Mal lesen, um es zu glauben.

Viel schneller geht es nun tatsächlich nicht mehr und wir sind deshalb sehr angenehm überrascht. Normalerweise würde ich darüber nichts schreiben. Da jedoch die Bürgerämter hier in Berlin häufig gescholten werden, muss ich einfach mal schreiben, dass wir bisher immer recht zügig einen Termin bekamen. Nur so schnell wie dieses Mal ging es noch nie.

Ein großes Lob an das Bürgeramt von Treptow-Köpenick.

Eine Designerausstellung

Als ich vor einigen Tagen mal wieder einen Teil meiner gesicherten Fotos durchguckte, vielen mir die einer Designerausstellung auf, die ich vor Jahren, ich glaube, es war im Jahr 2014, geknipst hatte. Diese Ausstellung fand in einem ausgedienten Hangar des ehemaligen Flughafens Tempelhof statt.

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Gestern in einer Berliner Apotheke

Vor einigen Tagen hatte ich in einer anderen Apotheke ein Zehnerpaket der FFP2 Masken erhalten. Da man diese wohl bald für seinen Einkauf verwenden muss, und man sie nicht allzu oft verwenden sollte, dachte ich mir heute, hole doch noch ein Zehnerpack oder besser noch, falls es sie in noch größerer Stückzahl abgepackt gibt, dann nehme diese.

Da wir heute ohnehin einkaufen waren, ging ich also ohne großes Nachdenken in die dortige Apotheke und fragte nach den Packungsgrößen von FFP2 Masken und was sie kosten. Der Apotheker sah mich an, als ob ich von einem anderen Planeten kommen würde.

Auf meine Frage ob ich mich undeutlich ausdrückte, entgegnete er mir, er könne mir 2 Masken verkaufen. Da schaute ich dann wohl etwas wirr durch die Gegend und erwiderte, dass ich nach FFP2 Masken in größerer Anzahl, als abgepackt fragte.

Worauf er mich fragte, ob ich einen Berechtigungsschein bekommen hätte. Darauf erwiderte ich, ich möchte sie nicht umsonst, sondern ich möchte sie kaufen. Und etwas genervter schon, ob das so schwierig sei.

Worauf er mir wieder sagte, er könne mir zwei verkaufen, jedoch auf meine Frage, ob das eine neue Anordnung sei, gab er mir keine Antwort.

Ich sah ein, dass mich das Gespräch nicht weiter brachte, und ging meiner Wege.

Nun werde ich heute nochmals in „meiner“ Apotheke nachfragen ob sie mir nochmals ein oder zwei Zehnerpakete verkaufen. Ich bin gespannt. Denn mit 10 FFP2 Masken kommen wir nicht weit, wenn wir zusammen einkaufen gehen.

Der Kranich ist gelandet

Als der jetzige Flughafenchef Lütke Daldrup am BER sein Amt übernahm, dachte ich, er ist ein weiterer Vorsitzender der Geschäftsführung, der ein paar Monate im Amt sein wird um irgendwann genauso ab zu tanken wie viele seiner Vorgänger. Also ein weiterer Kostenfaktor für die unendliche Geschichte des Flughafens.

Vor ein paar Monaten jedoch traute man seinen Ohren nicht, als er verkündete, dass der Flughafen am 31. Oktober 2020 ans Netz geht. Obwohl man schon merkte, dass da einer endlich strukturiert ans Werk geht.

Und als vor einigen Wochen der TÜV die letzten Prüfungen zufrieden abschloss, war klar, der BER wird tatsächlich eröffnet. Und zwar zu dem angegebenen Termin.

Damit sind die Probleme jedoch nicht alle beseitigt. Denn er ist seit gestern offiziell in Betrieb und auf Jahre hinaus total verschuldet. Der Steuerzahler muss weiterhin jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag in den Flughafen pumpen, sonst ist er sofort pleite.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung hat dafür gesorgt die Schlampereien zu beseitigen, die jahrelang verschludert wurden. Sein Verdienst ist es, dass der Flughafen 8 ½ Jahre nach seiner eigentlichen Eröffnung ans Netz geht. Er war auch dankenswerterweise dafür, dass es keine große Feier gab. Nur im Moment ist der Flughafen für sein Passagieraufkommen ein paar Nummern zu groß. Doch dafür kann niemand etwas. Durch die Spaßbremse aus China ist der Flugverkehr mächtig eingebrochen.

Vorgestern nun landete der erste Kranich (Lufthansa) auf dem Flughafen BER und eine Maschine der Chartergesellschaft Easy Jet.