Gestern beim Bäcker

Eigentlich wollte ich darüber nicht schreiben. Da ich leider auch falsch reagierte. Als ich die Treppen zum Bäcker hochging, stand etwas seitlich ein Fahrrad mit einem offenen Kinderanhänger. In diesem lag ein Kind, das ich auf ca. 8-10 Monate schätze in der prallen Sonne.

Der mutmaßliche Vater war beim Bäcker einkaufen, und ließ sich jede Menge Zeit. Und das Kind begann zu heulen. Der Vater drehte sich um und sagte, ach jetzt hat er sich das Mützchen vom Kopf gerissen. Meine Gedanken waren so, dass ich sie lieber hier nicht nieder schreiben möchte. Er bestellte also weiter und wie schon geschrieben, er ließ sich Zeit. Das Kind lag weiterhin bei ca. 33 Grad in der prallen Sonne. Endlich ging er zum Rad und sagte zu dem Kind, so eine Radtour kann ganz schön anstrengend sein. Ich glaube, dass solch ein Vater sehr anstrengend ist, der nicht einmal weiß, dass man solch kleine Geschöpfe nicht der sengenden Sonne aussetzt.

Später ärgerte ich mich über mich selbst, dass ich ihm das nicht in aller Deutlichkeit sagte. Fraglich nur, ob er das überhaupt begriffen hätte.

Solidarisches Grundeinkommen

Das Projekt, das dem Regierenden Bürgermeister von Berlin eine Herzensangelegenheit ist, wurde am Mittwoch im Berliner Senat verabschiedet. Das solidarische Grundeinkommen hat nichts mit dem bedingungslosen Grundeinkommen zu tun.

Mit dem solidarischen Grundeinkommen möchte der Regierende Bürgermeister von Berlin endlich aus der Hartz IV Schraube kommen. Ob das gelingt wir die Zukunft zeigen. Man sollte diesem Projekt auf jeden Fall eine Chance geben. Und wenn es sich bewähren sollte, darüber nachdenken, ob man es nicht bundesweit einführen sollte. Doch so weit ist es noch lange nicht. Jedenfalls haben einige andere Bundesländer schon ihr Interesse geäußert. Die Aktion ist freiwillig und wird von den Jobcentren gesteuert.

https://mediathek.rbb-online.de/tv/Abendschau/Solidarisches-Grundeinkommen-ab-1-Juli/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822076&documentId=63434152

 

Berlin-Blockade endet vor 70 Jahren

Am 24. Juni 1948 sperrten die sowjetischen Militärs sämtliche Zufahrtswege von und nach Berlin. Damit wollte die damalige Sowjetunion Druck auf die drei Westalliierten ausüben. Diese hatten Tage davor eine Währungsreform in West-Berlin eingeleitet.

Doch an den Luftkorridoren, die den Alliierten zustanden, konnten die Sowjets nichts ändern. Reginald Waite (Großbritannien) hatte bereits im April 1948 eine kleine Luftbrücke ausarbeiten lassen, womit man die Stadt über einige Wochen versorgen konnte. Unter Bezugnahme dieser Ausarbeitung befahl der amerikanische General Clay am 25. Juni 1948 die Luftbrücke. Am 26. Juni flog die erste Maschine der US-Luftwaffe zum Flughafen Tempelhof. Die Luftbrücke hatte begonnen. Was die Piloten der an- und abfliegenden Maschinen damals leisteten kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Alle zwei bis drei Minuten landete eine Maschine in Tempelhof oder Gatow und später auch auf einer eiligst gestampften Landebahn am heutigen Flughafen Tegel. Was damals kaum jemand für möglich gehalten hatte, die Ostberliner Medien wurden nicht müde zu vermelden, dass Westberlin bald kapitulieren würde und im Westen befürchtete man, dass die drei Alliierten aufgeben und sich aus Westberlin zurückziehen würden, gelang mit dem unglaublichen Einsatz aller, die an der Luftbrücke beteiligt waren. Teilweise wurden die Maschinen von sowjetischen Truppen mit der Flak beschossen, um sie einzuschüchtern. Sowjetische MIG’s flogen Scheinangriffe und die Piloten wurden geblendet.

Am 12. Mai 1949, also heute vor 70 Jahren gaben die Sowjets auf. Sie hatten den Willen der Westberliner und der Alliierten unterschätzt. Und die erste ernste Konfrontation der beiden Blöcke war beendet.

Heute ist für die Menschen, die es miterleben mussten, ein Tag zum Feiern. Doch ist heute auch ein Tag um an die zu denken die für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt ihr Leben ließen. Die dafür sorgten, dass die Bürgerinnen und Bürger des damaligen Westberlins weiterhin in Freiheit leben konnten. Amerikaner, Briten, Franzosen, Australier, Neuseeländer, Kanadier und Südafrikaner flogen von und nach Westberlin. In eine Stadt, deren Bürgerinnen und Bürger nicht wussten, wie diese Blockade enden würde.

Ist das der richtige Weg?

Der Görlitzer Park in Berlin/Kreuzberg ist ein Drogenumschlagplatz und offensichtlich ist man, trotz großen Einsatzes der Polizei, nicht in der Lage, dieser Situation Herr zu werden.

Nun hat der Parkmanager eine Idee verbreitet, die für viel Unruhe sorgt und jedem Bürger dieser Stadt zeigt, man muss sich nur außerhalb der Gesetze bewegen und irgendwann wird es dann quasi legalisiert. Er ist für farblich gekennzeichnete Bereiche, komischerweise mit rosa Farbe, in denen die Dealer ihre Ware anbieten können. Aha vielleicht auch noch mit Stellplatznummern?

Es handelt sich um die Meinung des Parkmanagers oder, weil man im Bezirksamt Kreuzberg arg verstimmt ist, dass es so an die Öffentlichkeit gelangte, vielleicht doch um einen größeren Personenkreis, die solch eine „Lösung“ ernsthaft in Erwägung ziehen?

Bei Bundespolitikern und im Senat von Berlin jedenfalls löste diese „Problemlösung“ eine eindeutige Reaktion aus. Man werde solch eine Lösung nicht dulden und weiterhin gegen Dealer vorgehen.

Abendschau vom 7.5.2019

https://mediathek.rbb-online.de/tv/Abendschau/Bilanz-nach-zwei-Jahren-Parkmanagement/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822076&documentId=62563948

Abendschau vom 8.5.2019

https://mediathek.rbb-online.de/tv/Abendschau/Schwere-Vorw%C3%BCrfe-von-der-CDU-zu-neuen-G%C3%B6/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822076&documentId=62596636

Abendschau vom 9.05.2019

https://mediathek.rbb-online.de/tv/Abendschau/Geisel-%C3%BCbt-Kritik-an-Idee-des-Parkmanage/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822076&documentId=62624154

 

 

Hertha geht baden

Sie ist klein, zottelig und noch etwas tapsig auf den Beinen. Die junge Eisbären-Lady aus dem Tierpark Berlin. Doch seit gestern hat sie einen Namen. Hertha BSC hat die Patenschaft für sie übernommen und durfte ihr deshalb einen Namen geben. Und, ach wie einfallsreich, sie wurde Hertha getauft.

Na gut der jungen Eisbärin wird es wohl egal sein, wie man sie nennt. Der Ball, den man ihr schenkte, kam jedenfalls gut bei ihr an und wurde auch sogleich in ihr Element, das Wasser, geschleudert.

https://mediathek.rbb-online.de/tv/Abendschau/Hertha-hei%C3%9Ft-das-hellblonde-M%C3%A4dchen/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822076&documentId=61693868

 

Berlin 6:30 Uhr

Es ist neblig.

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Die Sonne kämpft sich langsam durch.

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Mittlerweile scheint sie von einem strahlend blauen Himmel. Ich wünsche ein schönes, sonniges Wochenende.

Wir sind dann mal weg!

Sag mir wo die Lehrer sind, wo sind sie geblieben?

Sag mir wo die Lehrer sind, der Senat hat sie vertrieben,

wann werden die je versteh’n, wann werden die je verstehn?

 

Seit Jahren, ja seit über einem Jahrzehnt wird das Schulsystem in Berlin mit offenen Augen gegen die Wand gefahren. Damals als die Stadt in arge finanzielle Not geriet, wurde nicht nur der soziale Wohnungsbau zertrümmert, die Polizei fast kaputt gespart, Feuerwehren vernachlässigt, nein man kam im Senat auch auf die glorreiche Idee Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr zu verbeamten.

Und fortan gab es immer wieder Streit um die Verbeamtung. In all den Jahren wurden die Bedingungen an den Schulen immer schlimmer, die Anforderungen an Schülerinnen und Schüler, wie auch des Lehrkörpers immer umfangreicher. Doch Lehrerinnen und Lehrer ließ man im Regen stehen.

In meiner Schulzeit war es eine absolute Sensation, wenn ein Lehrer mal krank wurde, heute ist es eher die Regel.

Und so kam es, wie es kommen musste. Viele Lehrerinnen und Lehrer sagten sich, weshalb sollen wir hier für relativ wenig Verdienst die Clowns spielen, wenn wir in anderen Bundesländern mit offenen Armen empfangen werden?

Leidtragende dieser Entwicklung sind die Schülerinnen und Schüler und die Lehrerinnen und Lehrer die in Berlin bleiben.

https://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/20190314_1930/verbeamtung.html

 

Moment mal: Sicherungsverwahrung und Freigänger?

Als ich das vor einigen Tagen im Radio hörte, glaubte ich, mich verhört zu haben. In Berlin ist ein Häftling, der nach verbüßter Strafe in eine Sicherungsverwahrung kam, nach einem Freigang nicht zurückgekehrt.

Bisher glaubte ich, wenn eine Sicherungsverwahrung nach der Haftstrafe angeordnet wird, so muss von diesem Täter eine besondere Gefahr ausgehen. Wäre ja irgendwie logisch, denn sonst könnte er nach verbüßter Haftstrafe die Haftanstalt als freier Mann verlassen. Doch auch in der Sicherungsverwahrung gibt es Unterschiede. Das Bundesverfassungsgericht hatte in einem Grundsatzurteil verlangt, dass auch in der Sicherungsverwahrung den Tätern die Möglichkeit zu einer geregelten Rückkehr in den Alltag ermöglich werden muss. Soll heißen, auch Menschen die, so die Meinung der Experten, eine Gefahr für Bürgerinnen und Bürger darstellen, müssen unter bestimmten Voraussetzungen Freigang bekommen. Meist werden ihnen zwei „Aufpasser“ zur Seite gestellt.

https://mediathek.rbb-online.de/tv/Abendschau/Gefangener-kehrt-nicht-in-Sicherungsverw/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822076&documentId=60917716

Bei dem getürmten Freigänger war das nicht der Fall. Er durfte, obwohl er in Sicherungsverwahrung war, ohne Freigänger gehen und türmte. Mittlerweile wurde er allerdings wieder festgenommen.

Doch ist es manchmal schwierig Justitia zu verstehen. Entweder ist jemand ein Sicherheitsrisiko, dann verstehe ich nicht, wie er Freigänger sein kann, oder er ist es nicht mehr, dann gehört er nicht in die Sicherungsverwahrung.