Warum dauert ein Spiel nicht nur 70 Minuten?

Wäre ich der Boss von Hertha BSC, würde ich das sofort beantragen. Dann hätte Hertha nämlich 8 Punkte mehr auf dem Konto und wäre statt auf dem Relegationsplatz im gesicherten Mittelfeld.

Klar, ein Tor in den letzten Minuten kann immer mal passieren. Jedoch scheint es bei Hertha Programm zu sein. Da kann F. Bobic noch so überzeugt vom guten Geist der Truppe sein, wie eben auch sein Trainer.

Auch in Stuttgart konnte die Mannschaft das Remis nicht über die Zeit retten und verlor quasi Sekunden vor Toresschluss den schon sicher geglaubten Punkt. Aber eigentlich war man nach Stuttgart gefahren um drei Punkte an die Spree zu holen.

11 Punkte hat Hertha, im letzten Jahr waren es 15 Punkte. So muss gegen Köln am Sonnabend ein Sieg her, um wenigstens einigermaßen Anschluss zu halten.

Am Sonntag gibt es dann die Jahreshauptversammlung mit desaströsen Zahlen, was die wirtschaftliche Situation des Vereines betrifft. F. Bobic der noch immer einen seltsam distanzierten Eindruck zu den letzten Jahren macht, kann sich langsam nicht mehr damit heraus reden ein schweres Erbe angetreten zu haben. Auch unter seiner Führung hat Hertha erhebliche Verluste eingefahren. Verluste, die auch auf seine aufgeblähte Vereinsebene zurückzuführen sind.

Ich hatte es schon des Öfteren thematisiert, mit 8-10 zusätzlichen Mitarbeitern ist er angetreten um Hertha zu „reformieren“. Sein Erfolg wäre mit mäßig noch eher geschmeichelt. Um es klar zu schreiben, mit F. Bobic hat sich Hertha keinen Millimeter in eine bessere Zukunft bewegt. Ob er gescheitert ist, mögen andere beurteilen. Vielleicht schon am kommenden Sonntag.

WM in Katar – nein danke

Viele werden sich die Spiele der Fußballweltmeisterschaft nicht ansehen. In Berlin wird der Boykott in Kneipen, die WM zu zeigen, immer umfangreicher. Und ich finde, das ist gut so. Auch ich werde mir kein Spiel anschauen. Wenn ich an die vielen Menschen denke, die für diese WM ihr Leben lassen mussten und in erbärmlichen, menschenunwürdigen Unterkünften hausen mussten, vergeht mir jede Lust auf diese WM.

Ich schreibe es bewusst provokativ, wer sich Spiele dieser WM anguckt, der sollte sich über die Toten die der Krieg in der Ukraine fordert, auch nicht mehr aufregen. Ausgenommen sind natürlich Journalisten und Journalistinnen, die auch bei dieser WM ihrem Beruf nachgehen müssen.

https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20221023_1930/fussballkneipen-gegen-wm-2022-in-katar.html

Hertha wie es singt und lacht

Es ist eine gute Stimmung in der Mannschaft und im Verein. Das wird man nicht müde zu berichten. Die Mannschaft war ja auch 5 Spiele ohne Niederlage, davon 4 Unentschieden, und hat in Leipzig nur 3:2 verloren, bekam jedoch gute Kritiken. So weit ist es schon gekommen, die Mannschaft verliert nicht 6:0 sondern nur 3:2 und wird mit Lob überschüttet.

Dabei wird die Tatsache, dass man in dieser Saison 4 Punkte weniger hat als in der letzten, da hatte man am 10. Spieltag 12 statt wie jetzt 8 Punkte, gerne mal übersehen. Am Sonntag kommt Schalke 04 ins Olympiastadion und wieder hofft man auf den ersten Heimsieg in dieser Saison. Ich bin gespannt, wie gut die Laune ist, sollte es damit wieder nichts werden. Denn für die Spieler wird es immer unangenehmer, wenn sich keine Erfolge einstellen. Da mag noch so viel von guter Stimmung gesprochen werden. Das glaubt ohnehin kaum jemand.

Damit ich nicht falsch verstanden werde, die Mannschaft spielt viel besser als in der letzten Saison, nur sollte dabei nicht vergessen werden, dass es viel schlechter auch kaum noch ging.

Abseits oder grobes Foul?

Die Affäre Gegenbauer möchte ich hier nicht kommentieren, denn da gibt es noch zu viele Ungereimtheiten.

Doch wie sich der Investor versucht, als den ungeliebten darzustellen, den man aus dem Olympiastadion vertreiben möchte, ist schon bemerkenswert. Er war es mutmaßlich der den jetzigen „Skandal“ losgetreten hat. Wenn er tatsächlich eine Detektei aus Israel damit beauftragte den ehemaligen Präsidenten von Hertha auszuspionieren und möglichst unmöglich zu machen, 1 Million soll ihm das Wert gewesen sein.

Bei Hertha war es die letzten Wochen überraschend ruhig und es wurde, trotz der wieder einmal prekären Tabellensituation ruhig gearbeitet. Dass der jetzige Präsident kein Freund des Investors ist, dürfte kaum überraschen. Der Investor wollte doch zu gerne, dass Frank Steffelt der neue Präsident von Hertha wird, und ist damit krachend gescheitert. Schon deshalb, weil niemand einen Statthalter des Investors als Präsident haben wollte.

Der Deal zwischen Windhorst und Hertha war von Anfang an ein großer Irrtum. Er und der „Allwissende“ brachten mit dem Big City Klub, dieser Begriff wurde niemals von einem Offiziellen Herthas benutzt, von vornherein eine Lachnummer. Der „Allwissende“ verkrümelte sich über Nacht aus der Verantwortung und sein ehemaliger Boss, L. Windhorst zeigte mit seinem Nachfolger J. Lehmann, wie wenig er vom Geschäft versteht und einen in den Aufsichtsrat holte, den man in Herthakreisen bestenfalls als Lachnummer sah.

Dabei hatte L. Windhorst im Verein ohnehin nichts oder kaum etwas zu sagen. Denn Hertha ließ ihn zwar bei der GmbH & Co. KG einsteigen, jedoch nicht im Verein. Ein Weiterverkauf seiner Anteile, dem Hertha unter gewissen Voraussetzungen sogar zustimmen muss, wird für ihn deshalb nicht einfach werden. Hertha kann deshalb sehr gelassen auf seine Ankündigung sich zurückzuziehen reagieren. Denn Interessenten an den Anteilen werden bei L. Windhorst gewiss nicht Schlange stehen.

Wenn sich hier einer ins Abseits gestellt oder sogar ein grobes Foul begangen hat, so war es gewiss nicht der neue Präsident von Hertha BSC. Und wenn L. Windhorst es hundert Mal versucht so darzustellen. Das war eher ein dummes Eigentor.

Vom Bauchgefühl und Kopfsache

Pal Dardai entschied meist aus einem Bauchgefühl heraus wen er aufstellte und während des Spiels einwechselte. Unter ihm wurde Hertha eine destruktive Spielweise nachgesagt. Es wurde nur reagiert und fast niemals agiert. In der Saison 2021/22 hatte die Mannschaft unter Pal nach sieben Spieltagen 6 Punkte und ein Torverhältnis von 8:20.

Bei Sandro Schwarz ist alles eher eine Kopfsache. Der späte Ausgleich in Mainz hat ihn noch Tage beschäftigt. Er grübelt darüber nach, ob er falsch eingewechselt hatte. Ob er nicht besser den Prinzen mit seiner Erfahrung hätte einwechseln sollen, um die drei Punkte zu sichern. Nun, hinterher ist man fast immer schlauer und ob es Fehler beim Spielerwechsel waren, kann man mit Sicherheit auch nicht sagen. Auch unter S. Schwarz hat Hertha nach sieben Spieltagen 6 Punkte. Aber ein Torverhältnis von 7:9. Und wird wegen der besseren Spielanlage gelobt.

Ob nun Bauchgefühl oder Kopfsache, Hertha braucht Punkte, wenn sich der Saisonverlauf nicht ähnlich wie in der letzten Saison entwickeln soll. Denn mindestens zwei Mannschaften die jetzt auch unten stehen, Leverkusen und Wolfsburg, werden sich im Verlauf der Saison dort unten verabschieden.

Ich bin gespannt ob F. Bobic, sollten die Ergebnisse trotz spielerischer Verbesserung ausbleiben, dem Trainer den Rücken stärkt. Wie ich ihn mittlerweile einschätze, glaube ich daran jedoch nicht.

Die falsche Taktik?

Zu seinem 42. Geburtstag machte der Hertha Boss Kay Bernstein allen Mitarbeitern von Hertha BSC eine Freude und gab eine Runde Döner aus. Es waren bestimmt Edel-Döner da bin ich mir sicher.

Jedoch finde ich, das war der falsche Zeitpunkt. Heute hätte er sie am späten Nachmittag ausgeben müssen. Mit viel Knoblauch und Zwiebeln, damit die Jungs der Mannschaft morgen die Jungs von Bayer 04 Leverkusen nur anhauchen müssten um sie auf Distanz zu halten. So war es eine nette Geste aber zum falschen Zeitpunkt. 😀 😀

Und dem Boss Kay Bernstein nachträglich Glückwünsche zu seinem Geburtstag.

Ruhe bei Hertha? Denkste!

Am vergangenen Sonnabend einen Punkt gegen Frankfurt ergattert und es könnte mal etwas Ruhe einkehren bei der alten Dame. Auch wenn die nächsten beiden Spiele in der Liga nicht gerade Anlass zur Euphorie geben.

Doch beim Abschlusstraining am letzten Freitag vor dem Spiel am Sonnabend hat es wohl mächtig Ärger zwischen Rune Jarstein und dem Torwarttrainer A. Menger gegeben. Es sollen von Rune böse Worte gegen den Torwarttrainer gefallen sein.

Keiner derer die es mit Hertha halten, war dabei, da das Abschlusstraining ohne Publikumsbeteiligung stattfand. Nur ist das Erstaunen, nicht nur bei mir, sehr groß, dass ein ausgeglichener, eher ruhiger Typ wie Rune derart ausrastet.

Mit seiner Erfahrung wird er wissen, wie ein Torwarttraining auszusehen hat und Herr Menger ist eh nicht so unumstritten. Ist wohl eher als Spezi von F. Bobic den als guter Torwarttrainer bekannt. Auch aus Köln, seiner letzten Station, kamen keine euphorischen Lobeshymnen.

Das Talent von Marcel Lotka erkannte er eben auch nicht und so ging ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent weg von Hertha. Nicht das erste.

Aber da der Geschäftsführer Sport F. Bobic, R. Jarstein sofort suspendierte, bleibt ein komischer Nachgeschmack. Vielleicht sollte er darüber nachdenken, weshalb ein ruhiger, ausgeglichener Mensch wie Rune so ausrastete.

Aufgelesen


„Für einen Verein wie Hertha BSC geht es immer vorrangig darum, 40 Punkte und damit den Klassenerhalt zu erreichen.“

Fredi Bobic, Geschäftsführer Sport von Hertha BSC

Ach Hertha!

Union ist klasse, Hertha nur zweitklassig so lautet die Überschrift über einen Artikel des Berliner Stadtderbys.

Zwei Pflichtspiele der neuen Saison 7 Gegentore, an was erinnert das? 4 Tore in Braunschweig kassiert obwohl diese in ihren 2 Spielen in Liga 2 nicht eines schossen. Ja das war Pokal, ich weiß. Doch gestern war 1. Bundesliga und Union Berlin hat Hertha förmlich an die Wand gespielt.

Nach 2 Spielen sollte man noch nicht allzu schwarz sehen, doch ich befürchte, es kommt eher so, wie in meinem Artikel vor einigen Tagen geschrieben. Freundschaftsspiele in der Vorbereitung darf man nicht überbewerten, jedoch mit diesen hat Hertha die letzten fünf Spiele verloren. Gegen 4 unterklassige Mannschaften und eben Union. Selbstvertrauen baut man damit nicht auf.

Verliert Hertha am kommenden Sonnabend im Olympiastadion gegen Eintracht Frankfurt, geht das Zittern der letzten Saison nahtlos weiter.

Vor der neuen Saison

Heute Abend beginnt mit dem Spiel Bayern München gegen Eintracht Frankfurt die Saison der 1. Fußball-Bundesliga.

Aus Berliner Sicht interessiert das Abschneiden von Hertha BSC und Union natürlich besonders. Beide Vereine gehen mit unterschiedlichen Erwartungen in die neue Saison. Bei Union hofft man wahrscheinlich auf eine ähnlich gute Saison wie die letzte. Auf Union gehe ich hier jedoch nicht weiter ein.

Wie steht es denn nun bei Hertha? Die Vorbereitung ist wie die letzten 3 Jahre auch in diesem Jahr eher zäh verlaufen.Der Handlungsspielraum von F. Bobic ist eben sehr klein. Er muss die großen Fehler seines Vorgängers ausbaden und erst einmal einige der teuer eingekauften Spieler loswerden, damit Geld für Neuverpflichtungen vorhanden ist. Doch es gibt kaum Angebote für die überteuert eingekauften Spieler, die außerdem noch dicke Gehälter einstreichen. Nur ein Beispiel, Piatek soll einen Jahresverdienst von 4,5 Millionen haben. Da frage nicht nur ich mich, wofür? Er dürfte die wohl größte Pleite sein, die M. Preetz und der Allwissende zu vertreten haben. Jedoch noch einige andere aus dieser kurzen, gemeinsamen „Schaffenszeit“ liegen Hertha schwer auf der Tasche. Hier wurde, ich habe es schon des Öfteren thematisiert, das Geld des Investors zum Fenster hinaus geschmissen. Daran wird Hertha noch einige Jahre zu knabbern haben.

Aktuell bilden 34 Spieler den völlig überzogenen Kader der Hertha. Dass dieser unbedingt verkleinert werden muss, dürfte jedem klar sein. Für den Trainer bedeutet das jedoch, er weiß nicht wie seine Mannschaft letztendlich aussehen wird. Durch die Krankheit von M. Richter, an dieser Stelle gute Besserung, bekam plötzlich Lukébakio wieder eine Chance. Ob er sie jedoch nutzen kann, bezweifle ich. Wie viele Chancen hatte er eigentlich schon, sich zu beweisen. Aus Wolfsburg kam er praktisch auch unfrankiert zurück. Auch bei den Wölfen konnte er nicht überzeugen. Auch einer der für 20 Millionen vom ehemaligen Geschäftsführer Sport eingekauft wurde.

Ein neuer Präsident bringt vielleicht etwas frischen Wind in die verstaubten Gänge der Hertha Geschäftsstelle. Marvin Plattenhardt ist der neue Kapitän, mit seinem Stellvertreter dem Prinzen ist das keine schlechte Wahl. Boateng ist der unbestrittene Leader, ob er nun spielt oder nicht und Marvin eine Konstante auf der linken Abwehrseite. Außer beim ehemaligen Trainer Korkut, aber über ihn braucht man, so glaube ich, kaum ein Wort verlieren.

Die letzte Saison zeigte, Hertha ist nicht mehr die Nummer 1 in Berlin. Auch für das morgige Eröffnungsspiel in der Alten Försterei ist Hertha klarer Außenseiter.

Doch wie stehen sie nun die Aussichten von Hertha BSC für die Saison 2022/23? Ohne allzu pessimistisch zu sein, wäre ich mit einer Saison zufrieden in der es nicht, wie die letzten drei Jahre um den Abstieg geht. Das dürfte jedoch wieder sehr schwer werden. Denn dazu sind die Gegebenheiten bei Hertha bedingt durch die schlimmen Fehler der Vergangenheit, einfach zu problematisch.