Moment Mal: Die Kandidatur von …

… Laschet und Söder wird immer blöder!

Sorry aber anders kann ich es nicht mehr formulieren und es reimt sich auch noch. Um was geht es den Kontrahenten eigentlich? Um das Wohl der Bundesrepublik und den darin lebenden Menschen oder um persönliche Eitelkeiten?

Der eine hält nichts von Umfragewerten, der andere beißt sich an ihnen fest als wären sie der einzig richtungsweisende Gradmesser. Die CSU möchte endlich mal den Kanzler stellen und glaubt, mit M. Söder kann es nach zwei vergeblichen Anläufen funktionieren. Die CDU macht M. Söder den Vorwurf die Union zu sprengen und droht ihrerseits, sich nach Bayern auszudehnen, sollte M. Söder nicht endlich Ruhe geben.

Wo bleibt in dieser miesen Posse eigentlich das Land? Wo bleibt die Einsicht der Streithähne und ihrer jeweiligen „Parteifreunde“, dass es im Moment ganz andere Probleme gibt als zwei Gockel zu hofieren?

Sicher ist es das legitime Recht von A. Laschet und M. Söder ihre Kandidatur anzumelden. Können sie sich nicht einigen so gibt es nach meiner Auffassung nur eine Möglichkeit. Die Parteimitglieder stimmen ab, wer sie in den Bundestagswahlkampf als Kanzlerkandidat führen soll. Nicht das Parteipräsidium, sondern die Basis.

Das wäre eine demokratische Lösung, wenn man an solcher überhaupt Interesse hat und nicht einfach nur seinen Favoriten durchboxen möchte, koste es, was es wolle.

Dazu noch ein Zitat des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Dr. R. Haseloff:

„Leider geht es nur noch um die harte Machtfrage, mit wem haben wir die besten Chancen. Es geht nicht um persönliche Sympathien, es auch nicht um Vertrauen, es geht nicht um Charaktereigenschaften. Es hilft nichts, wenn jemand nach allgemeiner Überzeugung absolut kanzlerfähig ist, aber dieses Amt nicht erreicht, weil die Wählerinnen und Wähler ihn nicht lassen“.

Moment mal: Wenn der Deckel wegfliegt!

Es war das Projekt der Rot/Rot/Grünen Koalition in Berlin, der Mietendeckel. Vorangetrieben von der ehemaligen Bausenatorin Lompscher, mittlerweile nicht mehr im Amt.

Schon als es 2019 verabschiedet wurde, war es mehr als umstritten. Ja viele Juristen warnten geradezu eindringlich, darauf zu verzichten. Doch entgegen aller guten Ratschläge wurde der Mietendeckel durchgepeitscht. Kaum in Kraft wurde dem Senat prophezeit, dass das Bundesverfassungsgericht den Mietendeckel kippen würde, weil der Senat und das Abgeordnetenhaus von Berlin solch eine Gesetzgebung überhaupt nicht verabschieden dürfen. Da der Bund ein Gesetz zur Mieteinschränkung bereits verabschiedet hat.

Jedoch der Senat, und hier besonders die Bausenatorin, zeigten sich uneinsichtig. Ja geradezu aufklärungsresistent. Viele Mieter die in dieser Stadt sehr hohe Mieten bezahlen, sahen durch den Mietendeckel einen Silberstreif am Horizont. Sie mussten teilweise erheblich weniger Miete durch den Mietendeckel bezahlen. Viele jedoch ignorierten die Warnung, die weniger bezahlte Miete zurückzulegen um bei einer Verwerfung des Mietendeckels durch das BVG eine Nachzahlung an den Vermieter zahlen zu können. Diese Mieter haben jetzt ein Problem.

Von einigen wenigen Wohnungsunternehmen wurde verlauten lassen, dass sie auf die Nachzahlung verzichten wollen.

Der Mietendeckel ist eigentlich ein Ansatz, worüber man sich auf Bundesebene unterhalten sollte. Er ist gescheitert, weil es einer Landesregierung nicht zusteht, ihn zu verabschieden. Er ist nicht wegen seiner, an sich diskussionswürdigen Form, gescheitert.

Er wäre ein Ansatzpunkt für die Bundesregierung die Mieter mehr vor überzogenen Forderungen seitens der Vermieter zu schützen. Ob jedoch dafür überhaupt ein Interesse auf Bundesebene besteht, wage ich zu bezweifeln.

Moment mal: Die zwei von der Zankstelle

Nun ist es also doch geschehen. M. Söder hat sich nach monatelangem zieren zur Kanzlerkandidatur bekannt und die Union hat ein Problem.

Wurde am Sonntag zwischen M. Söder und A. Laschet noch Süßholz geraspelt, sie wollten uns doch tatsächlich weißmachen, dass ihre Ansprüche einvernehmlich seien, so hat sich das seit gestern geändert. Wie kann eine Kandidatur zwischen zwei Kanzlerkandidaten auch einvernehmlich sein? Manchmal glaube ich, die denken, dass die Menschen blöd sind.

Doch nun hat besonders die CDU ein Problem. Das Präsidium stellte sich gestern hinter ihren Kandidaten A. Laschet. Das war nicht anders zu erwarten. Hätten sie es nicht getan, so wäre der nächste Vorsitzende der CDU baden gegangen. Jedoch wiegt es natürlich schwer, dass ihr mutmaßlicher Spitzenkandidat in der Bevölkerung so überhaupt nicht ankommt. Was also soll man nun machen? Einerseits kann man den Spitzenkandidaten nicht fallen lassen wie eine heiße Kartoffel, andererseits ist zu befürchten, dass es mit A. Laschet weiter abwärts geht, in den Umfragewerten. Auch wenn A. Laschet Umfragen als Momentaufnahmen sieht, damit hat er zwar recht, jedoch wenn Umfragewerte konsequent seit mehreren Monaten gleichbleibend schlecht sind, so ist es keine Momentaufnahme mehr. Zwei Landtagswahlen hat die CDU in diesem Jahr mit klatschenden Ohrfeigen verloren und es könnten nicht die letzten sein. Was dann? Gehen weitere Wahlen so sang- und klanglos verloren so ist A. Laschet, der Verlierer. Denn konnte man ihm die beiden Wahlen noch nicht ankreiden, da er viel zu kurz im Amt war, bei den kommenden sieht das dann schon anders aus.

Wie nicht anders zu erwarten hat sich die CSU im Gegenzug einstimmig zu ihrem Kanzlerkandidaten M. Söder bekannt. Und er hat überhaupt keine Lust einen Rückzieher zu machen. Im Gegenteil, er brachte gleich die Bundestagsfraktion der CDU ins Gespräch, mit dem drohenden Unterton, dort könnten bei einer Kanzlerkandidatur von A. Laschet nicht wenige ihr Bundestagsmandat verlieren. So offen wie ich es schreibe, hat er es natürlich nicht formuliert. Doch wer zwischen den Zeilen hören kann, der wusste, was er meint.

Zwei Platzhirsche, oder etwas weniger fein formuliert, zwei eitle Gockel leisten sich während einer der größten Krisen, die die junge Bundesrepublik zu bewältigen hat einen Machtkampf, den es nicht bräuchte. Das zeigt mir sehr deutlich, es geht nicht um das Land, es geht nur um Macht und Eitelkeiten. Am Abend hörte ich etwas von ehrlicher Politik, nur wer ehrliche Politik macht, der kommt beim Volk an. Ehrliche Politik? Findet selbst den Fehler in dieser Aussage.

Moment mal: Wo fängt man an, wo hört man auf?

Das ist mein Problem. Mir schwirren viele Gedanken durch den Kopf. Es gäbe Themen, zu denen ich unbedingt etwas schreiben möchte. Doch ich lasse es.

Ob es nun die Politik des Berliner Senates ist, die Bundespolitik, Sport im Allgemeinen, es geht ja nicht nur um den Fußball. Über diese Themen könnte ich schreiben. Jedoch merke ich mehr und mehr, was bringt es? Wie gehe ich mit den nach meinem Empfinden Ungereimtheiten der Politik und des Sportes um? Schreibe ich meine Gedanken dazu so auf wie ich darüber denke? Nein das kann ich nicht. Es verbietet mir meine Erziehung.

Früher glaubte ich immer, wenn ich erst einmal älter bin, dann werde ich nachsichtiger. Dann setzt irgendwann die Altersmilde bei mir ein. Das Gegenteil ist der Fall. Ich kann mich über die Unfähigkeit und Arroganz mancher Zeitgenossen nur noch aufregen. Ich glaube, die Menschheit wird zusehends verblödet und lässt sich willig verblöden.

Merkt denn wirklich niemand, dass seit Jahren Menschen gegenseitig aufgehetzt werden? Ob es nun Junge gegen Alte, Heteros gegen Homosexuelle oder Einheimische gegen Migranten betrifft, ist dabei schon fast egal. Die Menschen werden gespalten.

Und kaum sind 3 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger gegen die Spaßbremse aus China geimpft, da preschen der Bundesgesundheitsminister J. Spahn und die Berliner Wirtschaftssenatorin R. Pop mit Forderungen über Freiheiten für geimpfte vor. Wer doppelt geimpft ist, soll frei sein. Frei von den Zwängen die allen anderen auferlegt werden seit einem Jahr.

Ist es also ein Privileg geimpft zu sein? Kann man es selbst beeinflussen, dass man schnell geimpft wird? Nein es ist weder ein Privileg und beeinflussen kann man es schon gar nicht. Dazu ist die „Einberufung“ zum Impftermin von eben diesen Stellen viel zu chaotisch. Diese Erfahrung musste ich selbst machen.

Doch zurück zu den angedachten Privilegien für doppelt geimpfte. Niemand kann seriös voraussagen, wie lange die Impfung die geimpften schützt. Auch wer doppelt geimpft ist, kann an Corona erkranken und andere anstecken. Nur verläuft bei geimpften die Krankheit nicht so dramatisch wie bei nichtgeimpften. So ähnlich ist es auch bei der Grippeschutzimpfung. Von ihr weiß man, sie hält ca. ½ Jahr vor.

Möchte man also mit Ankündigungen von Privilegien wieder spalten? Gibt es wieder Menschen erster oder zweiter Klasse?

Wie wäre es wenn die, die solche Sprüche loslassen ihre Energie dafür verwenden würden, dass einfach genug Impfstoff vorhanden ist. Und es einfach unbürokratischer zugeht. Wer geimpft werden möchte, der kann geimpft werden. Egal ob er nun 20 oder 70 Jahre alt ist. Egal ob er Handwerker oder im Pflegedienst tätig ist. Es wurden genug Fehler gemacht. Mit solchen Sprüchen wie denen von J. Spahn und R. Pop kann man sie nicht übertünchen.

Bei mir jedenfalls zünden sie nicht. Aber eigentlich wollte ich darüber gar nichts schreiben und kam nun doch wieder ins Plaudern. Entschuldigung, es waren nur ein paar meiner Gedanken.

Sie können ja auch falsch sein. Gibt es eigentlich eine Gedanken-App? Jetzt ist aber Schluss, nun schweife ich schon wieder ab.

Ja wer hat denn nun recht?

„Eigentlich soll das Testen der Senkung der Fallzahlen dienen. Und es wird immer mehr sozusagen zu einem Anreiz, mehr Öffnungen zu erlauben“. Das sagte Bundeskanzlerin A. Merkel am Sonntag in der Sendung von Anne Will.

Das war eine deutliche Kritik am Parteivorsitzenden der CDU und Ministerpräsidenten von NRW, A. Laschet und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, M. Müller. Denn beide zogen trotz höher und höher werdenden Inzidenzzahlen nicht die Notbremse.

Die Kanzlerin denkt darüber nach, den Ländern in Zukunft klarere Ansagen zu machen, sollten sie sich nicht an die gemeinsam ausgearbeiteten Vorgaben halten und dachte dabei an das Infektionsschutzgesetz. Zustimmung bekam die Kanzlerin aus München von M. Söder.

Ich bin der Meinung, hier wird ein gefährliches Spiel getrieben. Zwei Möchtegernkanzler versuchen sich in der Pandemie, auf welchen Kosten, zu profilieren und die amtierende Kanzlerin hat, so scheint es, kaum noch Durchsetzungsvermögen. Jedoch hat man sich bei der Durchsetzungskraft von A. Merkel schon des Öfteren getäuscht.

Moment mal: Gehst du shoppen …

… vergesse das testen nicht!

Berlin ist mal wieder ganz vorne. Seit 5 Tagen liegt die Inzidenz über 100 bei weiter steigender Tendenz. Nach dem Bund-, Länderbeschluss, der auch von Berlin mitgetragen wurde, müsste nun die Notbremse greifen. Sie besagt, wenn eine Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen besteht, so muss die Notbremse greifen.

Nein eine Notbremse wird es, nach Beschlüssen des Senates, nicht geben. Sondern eine verstärkte Testpflicht. Wenn man nun shoppen gehen möchte, muss man keinen Termin mehr ausmachen, sondern muss eine Test vorweisen können der nicht älter als 24 Stunden alt sein darf. Auch beim Friseur gibt es keinen Haarschnitt ohne Test mehr.

Nur für Supermärkte, Apotheken, Drogerien und Bäckereien gilt es nicht. Sie decken den Bedarf des täglichen Lebens.

Nach über einem Jahr Pandemie und nachdem wir von einem Lockdown in den nächsten stolpern soll das nun das neue Mittel werden um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Die Fallwerte steigen, die Inzidenzen klettern von Tag zu Tag. Und es wird erwogen mehr und mehr zu öffnen. Natürlich mit den Vorsichtsmaßnahmen des testens. Wer sich einigermaßen normal bewegen möchte, heißt mal shoppen, mal einen Kaffee trinken oder ins Restaurant gehen, oder ein Bier oder einen Wein trinken, ins Museum oder in ein Konzert besuchen, oder einen Kino- oder Theaterbesuch plant, sich im Hallen- oder Freibad körperlich ertüchtigen möchte, der wird wohl nicht umhinkommen sich täglich testen zu lassen. Ach ja, kostenfrei ist nur 1 Test in der Woche und Selbsttests werden nicht anerkannt. Übrigens ab Mittwoch muss man in Berlin FFP2 Masken in allen Bereichen tragen, in denen Maskenpflicht besteht. Die OP-Masken gelten dann auch nicht mehr. Eine erstaunliche Entwicklung wenn man bedenkt, dass vor einem Jahr die, die jetzt immer schärfere Maskenpflichten erstellen, der Meinung waren, dass Masken gar nichts bringen. Dazu werde ich mir lieber jeden Kommentar verkneifen.

Vielleicht könnte man es ja auch mal mit impfen probieren? Ach ja da ist man dann mal wieder nicht so schnell.

Moment mal: Ist die CDU …

… die neue SPD?

Bei dieser Überschrift werden einige denken, spinnt der jetzt oder ist es in Berlin doch schon zu warm? Nein, weder noch. Jedoch scheint es fast so als würde sich nach der ehemaligen Volkspartei SPD nun auch die CDU zu einer ehemaligen Volkspartei zerkleinern.

Waren bei der SPD die Gründe sehr vielfältig, so scheint die CDU nur einen Hauptgegner zu haben, sich selbst. Der SPD rannten ihre ehemaligen Stammwähler weg, weil es sie einfach nicht mehr gibt. Wer ist heute noch Arbeiter? Klar, sind sie schon noch, haben jedoch mittlerweile Hochtrabente, wenn auch nichtssagende Titel und freuen sich noch darüber, dass sie im Grunde immer noch Arbeiter sind, obwohl sie längst ins Angestelltenverhältnis übernommen wurden.

Mit den GRÜNEN, die man vor langer Zeit noch als linke Partei sah und den LINKEN hat die SPD außerdem Konkurrenz bekommen und ein ehemaliger Kanzler tat dann ein übriges dazu.

Solche Probleme hat die CDU nicht, so glaubte man. Denn die AfD ist nun wirklich keine Konkurrenz für sie. Dann schon eher die GRÜNEN, von denen man mittlerweile weiß, sie sind alles, nur nicht mehr links.

Jedoch zeigt es sich, dass nach fast 16 Jahren Bundeskanzlerin Merkel, die CDU eine Einfrauenpartei ist um es etwas platt auszudrücken. Mit einer Nachfolgerin oder einen Nachfolger tut sich die Partei sehr schwer. Annegret Kramp-Karrenbauer wurde gewogen und für viel zu leicht befunden. Danach stritten sich drei Kandidaten um den Vorsitz der Partei und man wusste nicht so recht, ob man über die Auswahl der Kandidaten lachen oder weinen sollte. Auch der Gesundheitsminister J. Spahn traute sich Kanzler zu obwohl er nicht einmal als Gesundheitsminister befähigt ist und hier mehr und mehr versagt. Ja nur mit großspurigen Ankündigungen auffällt, die jedoch eben alles nur großspurige Ankündigungen bleiben und sonst im Nirwana verpuffen.

Der neue Vorsitzende der CDU ist nun A. Laschet. Eine schillernde Figur, oder? Bei seinen Reden reißt es einen vom Stuhl. Ist ja gut, ich reiße mich schon zusammen. Mit ihm sinkt die CDU wöchentlich tiefer und tiefer in den Umfragen. Nun begeht die Partei auch noch den Fehler, ihre einstige Quotenkönigin zu zerlegen. Aussagen wie die eines CDU-Mitgliedes, wenn die Kanzlerin auf den Tisch haut, sich nicht einmal der Tisch mehr erschrecken würde zeigen, mit ihr hat man abgeschlossen. In der jetzigen Situation ein fataler Fehler, so finde ich.

In den Jahren vorher genügte es die Kanzlerin zu präsentieren. Sie brachte der Partei die Wahlsiege. Nur beging sie den Fehler, den auch ihr Ziehvater beging. Sie verpasste den richtigen Zeitpunkt um adieu zu sagen. Sie wirkt amtsmüde und irgendwie auch unsicher. Dazu kommt, dass die Partei ihr nicht mehr folgt. Ein geeigneter Nachfolger oder eine geeignete Nachfolgerin ist weit und breit nicht in Sicht.

Auf die Probleme scheint man keine Antworten zu wissen und dazu kommen noch Entscheidungen, die kaum noch jemand nachvollziehen kann. Das alles könnte dazu führen, dass auch die andere große Volkspartei den Weg der SPD geht.

Aber, das muss ja nicht schlecht sein. Jedenfalls dann nicht, wenn die anderen demokratischen Parteien frischen Wind in die etwas verkrustete Landschaft bringen würden. Nur ganz ehrlich, so recht daran glauben kann ich nicht, dass das geschehen würde.

Moment mal: Ein verfrühter Aprilscherz?

Wer meinen Blog regelmäßig verfolgt, dem dürfte bekannt sein, dass ich die meisten Beschlüsse der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten, auch wenn ich nicht alles gut fand, verstehen konnte.

Eine Pandemie wie diese, ist so in unserer doch so cleanen Zeit noch nicht aufgetreten. Deshalb war es für die, die Entscheidungen treffen müssen, nicht immer einfach die richtigen zu treffen. Nun jedoch wird es langsam kurios.

Seit Wochen und Monaten wird Gesundheitsminister Spahn nicht müde uns zu versichern, durchs impfen und testen wird alles viel ruhiger werden. Versagt jedoch, leider muss ich das so deutlich schreiben, bei der Bekämpfung der Pandemie. Deutschland steht beim Impfen selbst innerhalb der EU, wenn man freundlich ist, auf einen der mittleren Plätze. Weltweit stehen, zugegeben hoch industrialisierte Länder, wie Marokko und Chile weit vor uns.

Beim neuerlichen Gipfel im Kanzleramt am Montag, gab es nun einen Beschluss, der die Ratlosigkeit in seiner beunruhigenden Form aufzeigt. Die Discounter und Supermärkte bleiben am 1. April (Gründonnerstag) geschlossen. Das gesamte Leben wird vom 1. bis 5. April fast auf null herunter gefahren. Am Karsamstag jedoch dürfen Discounter und Supermärkte öffnen.

Ich musste es mir zwei Mal durchlesen, weil ich es nicht glauben konnte. Was ist das für eine wirre Anordnung? Am 1. April bleibt alles zu und dafür wird es am 31. März und am 3. April einen unglaublichen Ansturm auf eben diese Geschäfte geben. Die Menschen werden alles aus den Regalen reißen was sie bekommen können und die Gefahr, dass es zu vermehrten Ansteckungen kommt, dürfte jedem, außer offensichtlich unserer Regierenden, bewusst sein. Was man damit dem Verkaufspersonal, das an den Tagen vor Feiertagen ohnehin meist mehr belastet ist, antut, ist ihnen offensichtlich auch egal. Den Sinn dieser Tagesschließung müsste man mir mal erklären. Für mich ist das, ich muss es so deutlich schreiben, blinder nicht nachzuvollziehender Aktionismus.

Nicht die laufenden Schließungen sollten die Waffe gegen die Pandemie sein. Sondern endlich dafür zu sorgen, dass flächendeckend geimpft und getestet werden kann. Ich höre oftmals von Politikern und Politikerinnen, dass uns viel abverlangt wird in den letzten Monaten. Stimmt, das wurde uns, nur scheint es so, dass es durch die Konzeptlosigkeit so weiter geht.

Es gab einen überwältigenden Rückhalt über viele Monate in der Bevölkerung und einen großen Vertrauensvorschuss. Dieser wurde grandios an die Wand gefahren. Wo ich auch hinhöre, gibt es mittlerweile eine große Unzufriedenheit. Genau darin sehe ich eine wachsende Gefahr für die Demokratie. Denn sehr schnell laufen Menschen dann den falschen Propheten hinterher. Wer seit fast einem Jahr kaum noch ein Einkommen hat, wird anfällig für Parolen. Davor habe ich mehr Angst als vor der Pandemie.

Moment mal: Normal kann das nicht sein!

Viele Staaten in Europa stehen vor der dritten Welle der Pandemie oder befinden sich schon in ihr. Die Inzidenzen steigen und steigen, so müssen sich Politikerinnen und Politiker Gedanken über die Notbremse machen die ab einer Inzidenz 100 greifen soll, ja eigentlich muss.

Jedoch gibt es in Europa einen „Verein“ für den das alles überhaupt keine Rolle spielt. Man nennt ihn UEFA. Ein hemmungsloser Verein der sich über jede staatliche Verordnungen stellt. Nicht nur, dass mitten in der sich abzeichnenden Pandemie die dritte, die Europameisterschaft quer durch Europa stattfinden soll, nein diese arrogante Bande setzt noch einen obendrauf. Die Spiele sollen auch vor vollen Stadien stattfinden. Wer das nicht gewährleisten kann, ist laut UEFA raus.

Die UEFA glaubt tatsächlich so mächtig zu sein um sich über staatliche Richtlinien hinweg setzen zu können. Es ist an der Zeit, diesen arroganten Fußballfürsten zu zeigen wo sie tatsächlich stehen. Ganz hinten in der Reihenfolge von öffentlichem Interesse.

An Geisterspiele hat man sich, leider, schon fast gewöhnt und nimmt, wenn auch knurrend, die Sonderrechte der Vereine zur Kenntnis.

Nur, genug ist genug und das sollten die Politikerinnen und Politiker, wie auch die Fans der UEFA mal ganz deutlich klar machen. Damit sie endlich auf den Boden der Tatsachen landen. Wie oft wurde das Wort Demut gerade von Verantwortlichen der Vereine in den Mund genommen. Dann zeigt endlich Demut und zeigt der UEFA endlich, dass sie nicht allmächtig ist. Es ist höchste Zeit den frommen Sprüchen Taten folgen zu lassen, wenn der Fußball sich nicht endgültig ins Abseits stellt. Jedenfalls der Bezahlte. Und dazu braucht es dann auch keines Videobeweises mehr.

Moment mal: Querdenker oder Querulant?

In der Bundesrepublik sind bisher mehr als 70.000 Menschen an Covid-19 oder den Folgen der Erkrankung gestorben. Noch vor zwei Wochen gab es die Hoffnung, wodurch auch immer gestützt, dass man vieles lockern könnte und bei einer Inzidenz von unter 35 wird alles noch viel lockerer.

Von einer Inzidenz von 35 sind wir mittlerweile so weit entfernt wie Hertha von der deutschen Meisterschaft. Momentan liegt sie bei 82 und verschiedene Mediziner rufen dringend dazu auf, die Lockerungen wieder aufzuheben. Ja in verschiedenen Ländern wie z. B. in Italien gibt es seit diesem Montag wieder einen Lockdown.

In den USA gibt es 534.889 Tote, in Brasilien 278.229, in Großbritannien 125.753, in Italien 102.145 und in Frankreich 90.583. Stand 15.03.2021. Und durch die Straßen deutscher Städte ziehen sogenannte Querdenker gemeinsam mit Nazis und glauben noch immer, hier handelt es sich um einen Schnupfen, man schüttelt sich mal kurz und alles ist wieder gut.

Ich hatte es schon einmal in einem anderen Post geschrieben, Querdenker ist für solche Menschen eine Bezeichnung, die einem Hohn gleichkommt. Querdenken heißt nachdenken, und eine Sache von vielen Seiten durchzudenken. Voraussetzung dazu ist jedoch, dass man sein Hirn auch zum denken benutzen kann und nicht ohne nachzudenken wirren Theorien derer nachrennt, die etwas ganz anderes im Sinn haben und Covid-19 nur als Vorwand nehmen.

Henri Nannen der ehemalige Chefredakteur des Magazins STERN soll einmal gesagt haben, man muss jedem Volk einen gewissen Prozentsatz an Idioten zubilligen. Nur wird mir dieser in der Bundesrepublik langsam zu hoch.

Viele denken, sie sind Querdenker. Dabei sind sie nur nützliche Idioten, für die Strippenzieher im Hintergrund, die ganz andere Ziele verfolgen. Doch mach das mal einem Querdenker klar. Dazu wäre dann ein Denkvorgang erforderlich und daran dürfte es schon scheitern.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde, auch mir ist bewusst, es lief und läuft vieles schief in der Bekämpfung der Pandemie und darüber zu reden, schreiben oder auch zu demonstrieren ist in einer Demokratie völlig in Ordnung. Nur sollte es so geschehen, dass keine Menschen gefährdet werden.