Moment mal: Bayern hat gewählt

Es gab oder gibt noch immer bei IKEA eine Lampe mit dem Namen Söder. Ich hätte dem amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten gerne gewünscht, dass im endlich eine Lampe aufgeht.

Doch wie er sich an diesem Wahlabend gab, glaubte ich, er sei der große Sieger der Landtagswahl. Gut, die Verluste gestalteten sich nicht ganz so dramatisch wie es nach der Wahlprognose um 18:00 Uhr ausgesehen hatte. Jedoch Grund zur Freude gab es trotzdem nicht. Auf der gestrigen Demo #Unteilbar kam ich u. a. mit zwei Franken ins Gespräch und einer glaubte die CSU würde noch unter die in den Wahlprognosen prognostizierten 33 Prozent fallen. Auch wenn ich diese Meinung sympathisch fand, so erwiderte ich, dass ich glaube sie wird mehr als 33 Prozent bekommen. Ich dachte so zwischen 35-37 Prozent. Leider, so scheint es im Moment, da ich diese Zeilen schreibe, so zu kommen.

In der Hochrechnung um 20:00 Uhr lag die CSU bei 37,3 Prozent. Die Grünen können sich über ein hervorragendes Wahlergebnis freuen. Die SPD jedoch, auch wenn Bayern nicht ihre Hochburg ist, stürzten ab in die Bedeutungslosigkeit. Die Freien Wähler und die AfD sind sicher im Landtag, während die FDP wohl noch zittern muss.

Eine Regierung jenseits der CSU, wie man sie noch vor einer Woche für möglich wenn auch relativ unwahrscheinlich hielt, geht nach diesem Wahlergebnis nicht. Man wird sehen, wen die CSU nun als Koalitionspartner nehmen wird.

Es dürfte sicher sein, dass dieses Wahlergebnis noch für Wochen die Parteien beschäftigen wird. Auch wenn sie momentan wohl eher zurückhaltend agieren werden, da die Hessenwahl in 14 Tagen noch überstanden werden muss. Doch dann, so glaube ich, geht es um Köpfe.

Denn eines hat die Wahl in Bayern ganz deutlich gezeigt und wird es wohl auch in Hessen tun, so wie bisher kann es in Berlin nicht weiter gehen. Ein Innenminister der CSU, der um die absolute Mehrheit der CSU in Bayern zu retten die Koalition in Berlin schwer belastet hat, und das obwohl es in Bayern kaum einen interessierte was er da angezettelt hatte. Im Gegenteil die gemäßigten Wähler der CSU wanden sich mit Grausen ab. Dieser Innenminister ist zu einer nicht mehr zu tolerierenden Belastung der Koalition geworden. Aber er war es natürlich nicht alleine. Der amtierende bayerische Ministerpräsident M. Söder hatte ebenfalls auf das falsche Thema mit dem Flüchtlingsthema gesetzt. Nur im Gegensatz zu seinem Parteivorsitzenden hatte er noch mitbekommen, dass dieses Thema beim Wähler nicht zieht.

Es war die Wahl in Bayern. Jedoch mit einer großen bundespolitischen Bedeutung. Und welche Schlüsse kann man daraus ziehen? Das ist schwer zu sagen. Meine Meinung dazu ist, so kann und darf es in Berlin nicht weiter gehen. Die Wahl in Bayern, die Demos der letzten Wochen in München, Hamburg und gestern in Berlin haben gezeigt, die Menschen haben die Politik oder besser geschrieben die Nichtpolitik der Koalition in Berlin satt.

Die logische Schlussfolgerung daraus kann eigentlich nur sein, lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Die Koalition hat in den letzten Monaten einiges in Bewegung gebracht. Nur kommt es durch die Querelen der Schwesterparteien nicht zum Wähler durch. Schon deshalb muss es einen Neuanfang geben. Und der sauberste Weg dahin wären Neuwahlen. Wie bitter sie auch immer ausgehen würden.

Nur mit neuem Personal in der Regierung lässt sich nach meiner Auffassung unbelastet Politik machen. Die Kanzlerin hat nicht mehr die Kraft für einen Neubeginn und das sollte sie sich endlich eingestehen. H. Seehofer sollte sich auf sein Altenteil zurückziehen und die SPD erkennen, dass sie mit A. Nahles wieder, wie leider fast immer in den letzten Jahren einen fulminanten Fehlgriff machte.

Wenn man spätestens nach der Wahl in Hessen zu dieser Einsicht kommen würde, dann hätte die Wahl in Bayern und es ist zu befürchten auch die in Hessen tatsächlich das Land noch nach vorne gebracht.

Nur so recht glauben kann ich daran nicht.

#Unteilbar

Berlin setzte ein Zeichen!

Am heutigen Sonnabend gab es die Großdemonstration gegen Ausgrenzung, gegen rechte Umtriebe und all die schlimmen Vorgänge, die in diesem Land mittlerweile leider fast an der Tagesordnung sind. Aufgerufen hatten viele Organisationen und viele Menschen sind diesem Aufruf gerne gefolgt. Sie kamen aus den unterschiedlichsten Gründen, doch alle wollten ein Zeichen setzen gegen die zunehmende Intoleranz in diesem Land.

Schon als ich am S-Bahnhof Alexanderplatz ankam, konnte ich die Ausmaße erahnen. Es war kaum ein rauskommen vom Bahnhof und so war es dann auch auf dem Alex. Es war einfach probevoll.

Mit vielen Menschen konnte ich ins Gespräch kommen und ihre Motivation für die Teilnahme erfahren. Und es waren fast immer die Gleichen. Man hat genug von der rechten Hetze und will zeigen, dass sie die Minderheit in Deutschland sind. Auch wenn sie glauben, die Mehrheit zu sein. Und eines sei ganz deutlich geschrieben, wer nun wieder glaubt, da war halt der linke Flügel unterwegs. Kann gleich ruhig sein. Es waren Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung. Ja ganze Familien. Und das war ein gutes Zeichen an diesem Tag. Viele Menschen wollten einfach zeigen, wir sind die, die gegen Rassismus oder Ausgrenzung, von wem auch immer sind. Wir möchten zusammen leben.

Über die Teilnehmerzahl kann man nur spekulieren. Seriös schätzen ließ sie sich kaum noch. Die Veranstalter sprachen von 240.000 Teilnehmern, die Polizei von etlichen Zehntausend. Ich würde die Zahl irgendwo in der Mitte sehen so bei ca. 100.000 Teilnehmern. Aber das ist eben nur spekuliert. Und es ist auch nicht wichtig. Ein großartiges Zeichen war es allemal, das heute von Berlin ausging.

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Schöne Musik von damals

In den Rubriken „Fast vergessene Songs“ oder „Fast vergessene Schlager“ geht es immer um Sänger, Sängerinnen oder Bands. Darüber vergisst man sehr oft, es gab auch Orchester, die einen eigenen unverwechselbaren Sound hatten. Und genau für sie möchte ich heute eine neue kleine Reihe eröffnen. In loser Folge werde ich hier Orchester vorstellen die, jedenfalls für mich, schöne Musik machten.

Anfangen möchte ich mit Glenn Miller. Er wurde am 1. März 1904 in Clarinda (USA) geboren und kam am 15. Dezember 1944 bei einem Flugzeugabsturz über dem Ärmelkanal, so vermutete man jedenfalls, ums Leben. Er galt zu seiner Schaffenszeit als einer der erfolgreichsten Musiker der USA. Ich glaube, es gibt kaum jemanden der nicht wenigstens einen Titel von Glenn Miller und seinem Orchester kennt.

Der erste Titel eröffnete in den 1950er und 60er Jahren immer die Sportsendung des Bayerischen Rundfunks und ist mir schon deshalb in bester Erinnerung.

Und hier sind noch zwei weitere Titel aus den reichhaltigen Titeln dieses Ausnahmemusikers der 1930er und -40er Jahre.

Und weil wir gerade so gut dabei sind, gibt es noch einen oben drauf.

Moment mal: Einfach nur widerlich!

Die AfD-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft startete im September ihre Hetzkampagne gegen Lehrer. Es wurde die Web-Site „Neutrale Schule“ ins Netz gestellt. Hier können Schülerinnen und Schüler und wohl auch, deren Eltern Lehrer denunzieren, die sich politisch Äußern. Natürlich nur wie es der AfD nicht in den Kram passt.

Dass solch eine Seite überhaupt bis heute Bestand hat, ist schon mehr als komisch. Denn wie leicht kann man hier einen unbequemen Lehrer aus dem Amt moppen? Auch wenn man für den Zugang zu dieser Seite ein Passwort benötigt, so ändert das nichts an dem widerlichen Beigeschmack. Ich kann nicht verstehen, dass die Staatsanwaltschaft hierzu nicht ermittelt. Denn mit freier Meinungsäußerung hat das nichts mehr zu tun. Das ist ganz einfach widerliche Hetze.

 

 

Im Wahlkampf in Bayern warnte der AfD-Kandidat A. Winhart vor „Negern“, ja so sprach er, die Krankheiten nach Deutschland zurückbrächten die hier fast vergessen sind, wie z. B. Tuberkulose und Krätze. Auch von vielen HIV-infizierten sprach er und er habe das recherchieren lassen. Nur dumm, dass das Gesundheitsamt in Rosenheim, von dem angeblich seine Recherche stammte, dem widersprochen hat.

Diese Partei versucht nur mit Volksverhetzung, Denunzierung, Einschüchterung und Lügen Stimmen zu fangen. Ich hoffe nur, dass ihr nicht zu viele Menschen auf den Leim gehen.

Sportneuigkeiten

Die drei niederländischen Klubs Ajax Amsterdam, Feyenoord Rotterdam und PSV Eindhoven haben vorgeschlagen künftig 10 Prozent ihrer Einnahmen aus der Champions- und der Europa League der Liga zu spenden. Sie möchten damit die Schere zwischen armen und reichen Klubs etwas verringern.

Doch hört, hört, dafür sind sie der Auffassung man sollte die Liga von 16 auf 18 Vereine erhöhen. Also so uneigennützig scheint das Ganze dann doch nicht zu sein.

 

 

Einen neuen Weg möchte der FC Chelsea gehen. Fans, die an der Stamford Bridge durch rassistische und antisemitische Gesänge auffallen, wird bislang die Dauerkarte entzogen. Nun möchte man sie vor eine Wahl stellen. Entweder sie stimmen einer Reise zum Konzentrationslager Auschwitz zu oder sie bekommen ein Stadionverbot für 3 Jahre.

Diese Idee wird von Klubbesitzer Roman Abramowitsch, der selbst Jude ist, sehr unterstützt.

Moment mal: Langsam wird es ärgerlich!

Die Bundesregierung hat kein schlüssiges Konzept, wie sie den Betrügereien der Autoindustrie entgegentreten soll. Bisher ist das alles nur ein leichtes Murren, was aus Reihen der Regierung zu vernehmen ist.

Nachdem der, nach meiner Meinung bisher unfähigste Verkehrsminister Dobrindt aus dem Amt weichen musste, tritt der amtierende Verkehrsminister Scheuer ohne Mühe seine Nachfolge an und handelt nach dem Motto nur der Autoindustrie nicht wehtun. Die kann schalten und walten wie sie möchte. Sie betrügt und diktiert der Regierung und den verarschten Kunden dann noch, wie sie zu reagieren haben.

Und nun kam es auf EU-Ebene zu einer Zielvorgabe die natürlich, wie könnte es auch anders sein, bei den Betrügern der Autoindustrie sofort auf heftigste Kritik stieß. Der Volkswagen-Chef erdreistet sich sofort zu verkünden, wenn diese Ziele tatsächlich verwirklicht werden so gibt das Massenentlassungen. Und das nur weil der CO2-Ausstoß um 35 Prozent sinken soll. Damit scheint man bei der Autoindustrie hoffnungslos überfordert zu sein.

Und wo bleibt eine Erklärung unseres Bundesverkehrsministers dazu? Er war heute zu keiner Stellungnahme bereit. Er muss sich wohl erst Order bei der Autoindustrie abholen.

Wenn die Konstrukteure der Automobilkonzerne mehr Eifer für eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes an den Tag legen würden als neue Betrugsmaschen zu finden, wäre man schon einen großen Schritt weiter.

Aufgelesen


Zuzug von Deutschen nach Bayern ist schuld am Umfragetief der CSU.

Edmund Stoiber (CSU). Gefunden im Nachrichten-Magazin STERN.