Aufgeschnappt


„Die Mannschaft zeigt sich sehr stabil. Wir haben eine sehr homogene Mannschaft mit vielen Spielern, die schon lange bei uns sind, vier Jahre, fünf Jahre, manche schon 12, manche hatte ich schon in der A-Jugend. Aber die meine ich nicht. Auch viele andere die bei uns sind und sich entwickeln und nicht nach 2 Jahren irgendwo anders hinrennen, weil sie mal ein paar gute Spiele gemacht haben.

Über die Sozialkompetenz kann ich nur den Hut ziehen, was passiert in dieser Mannschaft. Viele meinen, dass das nicht so wichtig ist im Profifußball. Ich meine, das es eine extrem wichtige Funktion hat, wenn es ein gutes Miteinander gibt bei den Spielern. Die Spieler die nicht spielen oder auf der Tribüne sitzen. Das ist bei uns so, ich lege da auch hohen Wert darauf. Aber nur, wenn die Spieler das auch leben, dann hilft uns das. Und das tun sie.“

Christian Streich Trainer des SC Freiburg, in der Pressekonferenz nach dem Spiel Hertha BSC : SC Freiburg.

Hoffentlich haben die Verantwortlichen von Hertha BSC bei diesen Worten genau hingehört.

Vor dem 7. Spieltag

Heute Abend spielt der FC Köln gegen die SpVgg Greuther Fürth. Für die Fürther ist es schon das dritte Spiel hintereinander an einem Freitagabend. Glückliche Ansetzungen sind das wohl nicht.

Am Sonnabend um 15:30 Uhr empfängt Borussia Dortmund den FC Augsburg. Habe ich das richtig in Erinnerung und haben die Augsburger den BVB schon öfter mal etwas geärgert? Beim BVB hofft man, dass E. Haaland wieder fit ist.

Der VfL Wolfsburg hofft gegen Borussia Mönchengladbach seinen Ausrutscher, vom letzten Spieltag, ausbügeln zu können.

Ein Südderby steigt in Stuttgart. Dort empfängt der VfB die Elf von 1899 Hoffenheim. Ausgang offen würde ich schreiben.

Und Hertha BSC empfängt im heimischen Olympiastadion den SC Freiburg. Nicht gerade ein Lieblingsgegner von Hertha. Und das nach der herben Niederlage in Leipzig. Einer mehr oder minder Hängepartie des Trainers und den Verletzten in der Abwehr. Man hofft, einige für das Spiel fit zu bekommen. Aber die Gefahr, dass sie sich, eventuell noch nicht ganz auskuriert, gleich wieder verletzen, dürfte groß sein. Drei Punkte wären eigentlich Pflicht, jedoch dürfte auch ein Unentschieden gegen die Breisgauer schon fast als Erfolg gefeiert werden. Mein „Lieblingstrainer“ C. Streich möge es mir verzeihen, doch am Sonnabend bin ich nicht für ihn und seine Truppe.

Um 18:30 Uhr kommt es zur Begegnung RB Leipzig gegen den VfL Bochum. Der RB rechnet bestimmt mit weiteren 3 Punkten, nachdem man am letzten Wochenende Hertha abkanzelte.

Am Sonntag um 15:30 Uhr kommt es zur Begegnung zwischen Mainz 05 und Union Berlin. Und das finde ich eine richtig interessante Begegnung zweier Mannschaften, die aus einem relativ überschaubaren Finanzrahmen eine ganze Menge machen. Den kleinen Seitenhieb kann ich mir dann doch nicht verkneifen in Richtung Charlottenburg.

Um 17:30 Uhr empfängt Bayern München die Eintracht aus Frankfurt. Wobei sich hier die Frage stellt, wie lange die Eintracht sich noch als solche darstellt. Selbst bei einer Niederlage der Bayern und einem Sieg der Wölfe über BMG wären die Bayern nicht von Platz 1 zu verdrängen.

Zum Abschluss des Spieltages empfängt Arminia Bielefeld die Elf von Bayer 04 Leverkusen. Auch sie könnten, sollten die Bayern stolpern, auf sie aufschließen. Doch wer glaubt schon an ein stolpern der Bayern?

Nach dem 7. Spieltag können dann einige Mannschaften ihre Wunden lecken und sich neu ausrichten. Oder wie in Charlottenburg mal wieder bei 0 anfangen. Allerdings sind es dort so viele 0 Runden, dass man glauben könnte, es sind dort einige Nullen beschäftigt. Wo war ich jetzt? Ach ja nach dem 7. Spieltag ist mal wieder eine dieser allseits „beliebten“ Länderspielpausen.

Berlin bleibt eben doch Berlin

Der BER hatte die Messlatte für Peinlichkeiten schon sehr hochgelegt. Doch an diesem Wochenende hat Berlin mal wieder für Kopfschütteln gesorgt.

Alle Wahllokale im Lande an diesem Wahltag schließen um 18:00 Uhr. Alle? Eine große, widerspenstige Stadt machte eine Ausnahme. In Berlin hat man an der Wahl so viel Gefallen gefunden, dass man die Wähler bis 20:00 Uhr wählen ließ. Das kam daher, dass in einigen Wahllokalen Wahlzettel fehlten. Das ist, das muss man zugeben auch nicht so einfach. Man hat ja nur Wählerlisten und kann anhand dieser nicht feststellen wie viele Wahlzettel benötigt werden. Ach halt, könnte man doch, man müsste sich nur darum kümmern.

Dass dann auch noch der Berlin Marathon an diesem Sonntag stattfand und einige Straßen in der Stadt deshalb gesperrt waren, das kam noch völlig überraschend dazu. So kamen die Kuriere mit neuen Wahlzetteln teilweise nicht zu den Wahllokalen durch.

Stundenlange Wartezeiten für Wahlwillige waren das Ergebnis. Hat vielleicht den Vorteil, dass man seine Nachbarn besser kennenlernte vorm Wahllokal. Man muss es eben einfach positiv sehen.

Aber versprochen, beim nächsten mal wird alles besser. Es sei denn …

Moment mal: Denn sie wissen genau …

… was sie tun!

Als ich diese Zeilen um 22:00 Uhr tippte, lag die SPD mit 26 Prozent vor der CDU die auf 24, 5 Prozent kommt. Trotz des Verlustes von über 8 Prozent und dem schlechtesten Wahlergebnis der CDU auf Bundesebene überhaupt, geht A. Laschet davon aus, dass die Wählerinnen und Wähler in als Kanzler haben möchten. Und sein bayerischer „Freund“ natürlich auch.

Leider gehe ich davon aus, dass er damit durchkommen und als grandioser Verlierer Kanzler werden wird. In der Berliner Runde, die ich mir seit gefühlten 30 Jahren mal wieder angesehen habe, hörte ich beim Chef der FDP C. Lindner sehr deutlich heraus, dass er eine Koalition mit dem Verlierer eingehen wird. Denn auch wenn es von A. Laschet, M. Söder und C. Lindner in blumigsten Worten umschifft wurde, die CDU/CSU ist die Verliererin der Wahl, auch wenn sie beim Endergebnis eventuell vor der SPD liegen sollte.

Bleiben noch die GRÜNEN und da habe ich den Eindruck, dass es zwischen ihr und der FDP schon erste Sondierungen gab.

Das ist natürlich meine subjektive Meinung, doch lese ich ganz gerne nicht nur zwischen den Zeilen, sondern höre auch ganz gerne zwischen dem gesprochenen.

Ich gehe davon aus, dass am Ende der Kanzler der Bundesrepublik A. Laschet heißen wird und ganz ehrlich, von all denen die zur Wahl standen, ist er die zweitschlechteste Alternative. Auch das ist meine subjektive Meinung. Ich möchte mir nicht vorstellen was er neben Putin oder anderen Größen der Weltpolitik für eine Figur macht.

Wenn es denn so kommen sollte, hat die CDU zwar gewonnen und ihren Kanzlerkandidaten durchgeboxt. Verloren jedoch hat Deutschland.