Das kleinere Übel?

Wie oft hört man im Leben das ist das kleinere Übel? Es fing bei mir schon in der Lehre an. Meine Mutter sagte zu mir, die werden dich bald fragen ob die in die Gewerkschaft eintritts. Junge mach das, das ist das kleiner Übel, sonst wirst du von den Kollegen geschnitten. In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war das noch so. Heute haben Gewerkschafen etwas von ihrer „Anziehungskraft“ verloren.

Als ich erstmals wählen gehen durfte fragte ich mich wen wähle ich denn? Das kleinere Übel? Obwohl damals gab es, die älteren werden sich erinnern, zwei große Volksparteien und eine Partei als Anhängsel. Man war entweder für die eine oder die andere Partei und empfand die Partei, die man wählte, eigentlich nicht als das kleinere Übel, sondern war davon überzeugt, dass diese Partei die richtige sei.

Das hat sich mittlerweile grundlegend geändert. Die ehemals großen Volksparteien sind zusammengeschrumpft und mussten anderen Parteien ein Stück vom Politkuchen abgeben. Und so kann heute eine Wahl sehr schnell zur Qual werden. Man überlegt heute tatsächlich wer ist eigentlich das kleinere Übel? Ist das nicht schlimm? Heißt das kleinere Übel wählen nicht eigentlich, mit der Partei bin ich im Grunde auch nicht einverstanden aber sie ist wenigstens das kleinere Übel. Kann Demokratie so funktionieren? Kann es auf Dauer gut gehen, wenn nur das kleinere Übel gewählt wird oder gibt es auch heute noch Wählerinnen und Wähler die eine Partei aus vollster Überzeugung wählen? Es fällt mir schwer, das zu glauben.

Nun haben wir im September in Berlin Wahlen und ich habe es schon des Öfteren thematisiert ich bin ratlos, absolut ratlos, wer für mich wählbar ist. Ich könnte es mir einfach machen und nicht zur Wahl gehen. Wäre das aber eine demokratische Einstellung? Also habe ich gestern den Wahl-O-Mat gebraucht und die Fragen alle wahrheitsgemäß, also wie ich darüber denke, beantwortet. Zur Auswertung klickte ich dann die Parteien an die im Abgeordnetenhaus vertreten sind, außer den Piraten, um zu sehen, wie ich mit denen übereinstimme. Das Ergebnis machte mich nun noch ratloser. Wie kann es sein, dass ich mit der SPD, den GRÜNEN und den LINKEN weitestgehende Übereinstimmung habe und selbst mit der CDU eine Prozentzahl an Übereinstimmung erreichte, die mir fast die Schamröte ins Gesicht getrieben hätte. Bin ich solch eine gespaltene Person?

Nein das glaube ich nicht. Denn die Parteien unterscheiden sich nur in wenigen Punkten und das ist das Problem. Natürlich findet die Opposition das was die Regierung macht alles Quark ist und kommen sie in die Regierung so machen sie eben diesen auch. Man kann jetzt schon darauf wetten, dass die CDU, sollte sie nach dem 18. September wieder in der Opposition sein, alles was die SPD macht, was sie in den letzten 5 Jahren mitmachte, für ganz großen Quark hält.

Jedoch hilft mir das noch immer nicht weiter. Ich finde einfach nicht das kleinere Übel. Mensch Leute Demokratie kann ganz schön anstrengend sein. Und das ist kein kleines, sondern ein großes Übel, dass es praktisch kein kleineres Übel mehr gibt.

Rauchst du noch oder lebst du schon?

Hä werden sich jetzt einige fragen, was soll denn dieser Spruch? Nein keine Angst ich verteufele Raucher keineswegs. Das wäre ja auch fatal, denn auch ich war früher Raucher. Allerdings habe ich auch von einem auf den anderen Tag aufgehört und das ist mittlerweile fast 19 Jahre her.

Heute ist Weltnichtrauchertag und da werden weltweit mal wieder die Vorzüge des Nichtrauchens herausgestellt. Klar Rauchen ist schädlich oder besser geschrieben, kann schädlich sein. Es gibt Raucher die qualmen was die Lunge hergibt, mir fällt dabei ein ehemaliger Bundeskanzler ein, und werden über 90 Jahre alt. Dann gibt es Raucher, die eben viel früher sterben.

Ich finde es langsam schlimm, dass Raucher manchmal fast als asoziale Wesen hingestellt werden. Die Steuern werden jedoch gerne vom Staat genommen. Soll doch jeder selbst entscheiden, ob er rauchen möchte oder eben nicht. Wenn alle Rücksicht aufeinander nehmen, sollte das kein Problem sein, oder etwa doch?

Ach es ist so schwer

Mal ehrlich ertappt ihr euch manchmal auch dabei? Denkt ihr manchmal man ist der/die doof? Ich meine hier im Speziellen „unsere“ Politiker. Manchmal denke ich das und sage zu mir selbst, der/die bräuchte es doch nur so zu machen, wie ich es mir denke.

Das Problem ist nur, in der Nachbarwohnung sitzt vielleicht auch jemand und denkt genau das Gegenteil. Also wie nun, wer hat denn nun die allgemeingültige Meinung in diesem Land? Nein nicht die, die ihr jetzt glaubt, sie glaubt es übrigens auch. Mehr werde ich dazu nicht schreiben, da sonst der § 90 des StGB greifen würde. Politiker haben es schwer. Was sie auch entscheiden, sie haben stets einen großen Teil der Bevölkerung damit gegen sich. Ehrlich ich möchte als Politiker auch kein Volk haben, jedenfalls nicht solches. Die maulen, rumkrakelten und alles, aber auch alles besser wissen. Nein „unsere“ Politiker haben solch ein Volk nicht verdient. Aber haben wir solche Politiker verdient?

Arme Schweine?

Gestern habe ich in einer Berliner Tageszeitung gelesen, dass die CDU in Schleswig-Holstein fordert in öffentlichen Kantinen wieder Schweinefleisch anzubieten. Weshalb macht sie das? Immer mehr Kantinen, Kitas und Schulen nehmen Schweinefleisch aus ihrem Angebot. Sie möchten auf religiöse Gebräuche Rücksicht nehmen. Das Berufsschulzentrum in Itzehoe hat, zum Ärger vieler Schüler, Mettwurst-Brötchen aus dem Angebot verbannt.

Nun könnte man natürlich argumentieren, Schweinefleisch sei nicht besonders gesund. Das trifft jedoch auf viele Lebensmittel zu und taugt als Argument nicht wirklich. Rücksichtnahme auf religiöse Gefühle ist, so finde ich, genau so ein schwaches Argument. Schließlich bieten Kantinen verschiedene Essen an. Wer keine Speise mit Schweinefleisch essen möchte, kann sich für eine andere entscheiden.

Und noch eine ganz provokante Frage wissen die Verbraucher eigentlich, worin sich überall Schweinereste befinden? Wenn das Schule macht, muss sich die Wirtschaft komplett umstellen. Oder kennt jemand diesen Spruch nicht?

Frage: Wie werden Yes Törtchen hergestellt?

Antwort: Man wirft oben eine Schweinehälfte rein und unten kommen die Yes Törtchen fertig raus.

Das mag etwas überzogen sein, realitätsfremd ist es jedoch nicht.

Moment mal: Wähle ich richtig?

Manchmal habe ich das Gefühl, lass es wie es ist du kannst ja doch nichts ändern. Gehe ich zur Wahl, wähle und dann? Parteitage sind dazu da Richtungen aufzuzeigen, die der Partei wichtig sind.

Hier haben die 2 Parteitage der SPD und der CDU ganze Arbeit geleistet. Sie waren richtungsweisend! Nanu werden sich jetzt einige fragen, hat der andere Berichte gesehen als ich? Nein habe ich nicht. War es nicht richtungsweisend, wie die SPD sich krampfhaft bemühte, sich nicht erst für eine Kanzlerkandidatur zu bewerben? Der mutmaßliche Kanzlerkandidat Gabriel wurde mal gleich abgewatscht, um nicht in die Verlegenheit zu kommen, ihn als ernsthaften Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers ins Gespräch zu bringen. Das umstrittene TTIP-Abkommen wurde mehr als halbherzig besprochen. Ein Parteitag, der eigentlich nur eine Erkenntnis zurück lies, jedenfalls bei mir, die SPD hat sich für die Bundestagswahl faktisch aufgegeben und ist mit der Rolle des Juniorpartners der CDU, so die denn überhaupt möchte, zufrieden. Es ist erschreckend, was aus dieser Partei wurde.

Anders der Parteitag der CDU. Die Bundeskanzlerin ist die eindeutige Siegerin dieses Parteitages. Sie ging einige Millimeter auf die Delegierten zu und schon wurde ihr wieder aus der Hand gefressen. Sie hielt eine flammende Rede und der Beifall wollte nicht enden. Kein Problem wurde gelöst, doch das stört doch keinen. Die Kanzlerin hat die CDU fest im Griff und die CDU weiß, dass sie auf diese Kanzlerin nicht verzichten kann. Jedenfalls noch nicht. Vor dem Parteitag sah ich in einer Tageszeitung eine Schlagzeile, die da lautete, „die Kronprinzessinnen bringen sich in Stellung.“ Aha wo stehen sie denn? Im Schatten der Kanzlerin mehr nicht. Bei Helmut Kohl gab es irgendwann eine mächtige Gegenströmung und man war des Kanzlers überdrüssig geworden. Einer der größten Verdienste von Angela Merkel dürfte wohl sein, dass sie sich für die CDU unentbehrlich machte, so unentbehrlich wie kein Kanzler vor ihr. Und darin liegt, so glaube ich, eine große Gefahr für die Zukunft.

Die Parteitage der SPD und der CDU haben mir jedenfalls die Erkenntnis gebracht, die SPD zerlegt sich weiterhin selbst und die Bundeskanzlerin werden wir so schnell nicht los.

Für mein Empfinden ist das eine betrübliche Aussicht auf die nächsten Jahre.

Applaus, Applaus???

Aus Paris kommen endlich mal Bilder von glücklichen Menschen, nachdem die Stadt in diesem Jahr so viel Terror ertragen musste.

Der Klimagipfel ist beendet und gestern auf der Abschlussveranstaltung lagen sich Menschen voller Hoffnung in den Armen. Dem französischen Delegationsleiter blieb vor Rührung fast die Stimme weg und ich wartete nur auf eine la ohla Welle, die durch den Saal schwappt. Die Eisbären formierten sich zu einer Polonaise ihre Rettung naht.

Was war geschehen? 196 Staaten haben ein verbindliches Dokument unterschrieben und sich darin verpflichtet der Klimaerwärmung entgegen zu treten. Jedoch was ist diese Vereinbarung wert? Wenn die Jubelstimmung erst vorbei ist, so werden einige merken, nicht viel. Es gibt keinerlei Sanktionen für Staaten, die die vereinbarten Ziele nicht erreichen. Viele Punkte sind Absichtserklärungen. Und einen Tag nach der großen Verkündung hört man aus Washington von den Republikanern, wenn sie erst die Präsidentenwahl gewonnen haben, werden sie die Vereinbarung ohnehin kippen.

Man darf gespannt sein, ob nach der Euphorie schon bald der Kater einsetzt.

Bundeskanzlerin „Person des Jahres“

Das „Time“-Magazin hat die Bundeskanzlerin wegen ihrer Flüchtlingspolitik zur Person des Jahres gewählt. Nach 10 Jahren Regentschaft des Zögerns und Zauderns habe sie eine Entscheidung getroffen, die im In- und Ausland kritisiert wurde und sich somit zur Kanzlerin der freien Welt gemacht. Ich hab das jetzt mit meinen Worten und nicht mit der „Urteilsbegründung“ des „Time“-Magazins geschrieben.

Unbestätigten Gerüchten zufolge soll einer der ersten Gratulanten der bayerische Ministerpräsident Seehofer sein. Nein das ist natürlich Quatsch.

Überhaupt was man von dieser Auszeichnung zu halten hat, sieht man schon daran, wer auf dem 2. Platz landete. Der selbst ernannte Kalif der Terrororganisation IS Abu Bakr al-Bagdadi. Eine komische Gesellschaft, finde ich jedenfalls. Eventuell hat man es beim „Time“-Magazin mit dem Glühwein etwas übertrieben.

Unser BER gib uns …

Na, lange nichts mehr vom BER gehört? Stimmt es war etwas ruhiger geworden um den Katastrophenflughafen. Die letzte Meldung war eine 70-Millionen-Forderung der Bahn. Wahrscheinlich möchte die Bahn damit ihr Defizit etwas schönen. Aber geschenkt was sind schon 70 Millionen?

Doch nun gibt es mal wieder eine Topmeldung mit besonderer Würze. Am Flughafen waren Brandschutz-Experten eingesetzt die keine waren. Kontrollen hätten ergeben, dass der Nachweis für die Fachkunde fehlt. Da staunt man schon, oder? Immerhin fällt das jetzt schon auf, nahezu blitzartige Reflexe könnte man schreiben. Hat man denn auch gleich die anderen Fachkräfte überprüft? Haben Architekten eventuell nur Erfahrung mit Lego-Bausteinen?

Ehrlich diese BER-Baustelle ist so peinlich und ein Ende der Pleiten, Pech und Pannen kaum absehbar. Man kann dem Regierenden Bürgermeister nur einen Rat geben. Er soll sich schnellstmöglich aus dem Aufsichtsrat verkrümeln. Das bringt nur Kummer und ganz schlechte Kritiken.

Ach, wenn ich schon mal dabei bin, wo ist eigentlich der Minister Dobrindt? Ist der nicht auch im Aufsichtsrat? Oder hat sich der Bund still und heimlich aus dem Aufsichtsrat davon geschlichen?

Was ist das doch für eine Demütigung!

Jetzt hat es sogar die Bundesjugendspiele erwischt. Eine Mutter empfindet es als Demütigung und fordert die Abschaffung dieses bösen Rituals. Und das Schlimme ist, Tausende stimmen ihr zu.

Meine Güte, was ist denn so schlimm an sportlichen Wettkämpfen? Wir haben uns Jahr für Jahr darauf gefreut. Weil wir eben gerne Sport machten und nicht nur vor der Glotze und dem PC saßen. Zugegeben es gab ja auch nur 2 Programme, als ich in dem Alter war und an Computer für alle war überhaupt noch nicht zu denken. Es gab keine Handys, kein Smartphone und schon gar keine App, die uns am Leben hielten.

Wir trafen am Montag Verabredungen für den Sonnabend und haben uns dann tatsächlich ohne Navi und Smartphone getroffen. Wahnsinn oder? Wir hatten keine Killerspiele, sondern schlugen uns mit selbst gebastelten Schwertern. Nicht wenige werden sich jetzt fragen, wie konntet ihr überhaupt überleben, wer sagte euch, wo ihr hin müsst? Wie habt ihr ein Restaurant gefunden? Wie konntet ihr in fremden Ländern den Weg ohne Navi finden? Wie seit ihr auf Berge ohne Seilbahn gekommen und eine App, die euch zeigt, wie ihr bezahlen müsst?

Genau das frage ich mich manchmal auch, wenn ich z. B. Meldungen lese wie die, dass man die Bundesjugendspiele abschaffen sollte. Sport ist wichtig für Kinder von denen ein nicht unerheblicher Teil nicht einmal ihr Gleichgewicht halten können. Für die Rückwärtslaufen und das Stehen auf einem Bein fast unüberwindbare Hindernisse darstellen. Und dann kommt von einer Mutter solch ein Vorschlag, ich fasse es nicht.

Moment mal: Die EU feuert los

Die Wahl in Großbritannien ist gelaufen und anders als erwartet hat der Premierminister Cameron haushoch gewonnen. Man darf gespannt sein, ob und wie schnell er sein „Wahlversprechen“, eine Volksabstimmung über den Verbleib der Briten in der EU, einlösen wird. Oder wie er aus dieser Nummer wieder herauskommt.

Wie auch immer Großbritannien gehört in die EU. Auch wenn das auf dem Festland und auf der Insel einige anders sehen. Für mich ist eine EU ohne die Briten jedenfalls kaum vorstellbar. Mögen sie noch so sehr der Steigbügelhalter der USA in Europa sein.
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Apropos EU, eine Glanzleistung europäischer Politik leistete sich die EU diese Woche mal wieder und stellte ihre Unfähigkeit mit Problemen umzugehen wieder eindrucksvoll unter Beweis.

Feuer frei auf Neper, Schlepper, Bauernfänger könnte man die Devise nennen, auf die man sich einigte und einen Tag später erschrocken von der eigenen Forschheit sofort einen Rückzieher vollführte. Man möchte die Schlepper mit Ihren Schiffen versenken. Natürlich nicht, man möchte Flüchtlingsboote finden, Flüchtlinge retten und Schlepper festnehmen. Da kaum anzunehmen ist, dass Schlepper sich freiwillig zu erkennen geben und Flüchtlinge viel zu eingeschüchtert sind, um sie zu verraten eine komische Mission.

Noch immer fehlt der EU eine Linie wie man mit den Flüchtlingen umgeht. Ja nicht einmal Staaten der EU die nicht bereit sind, Flüchtlinge aufzunehmen, kann man davon überzeugen, dass sie sich solidarisch mit der EU zu verhalten haben.

Die EU gibt ein trauriges Bild ab und droht an den Problemen irgendwann zu scheitern. Dann nämlich, wenn die Bürgerinnen und Bürger es satthaben, dass einige Länder die gesamte Last der EU zu tragen haben. Einen Bürgerentscheid, wie er den Briten bevorsteht, könnte auch in anderen EU-Staaten zum Vorbild genommen werden und den Ausgang eines Bürgerentscheides in Frankreich oder der Bundesrepublik kann ich mir lebhaft vorstellen.

So wie sich die EU derzeit darstellt, scheint es, als ob die Politik nicht in der Lage ist, eine eigentlich gute Idee, ein vereintes Europa, mit Leben zu erfüllen. Es ist zweifelsohne nicht einfach, die Interessen der Staaten auf ein gemeinsames Ziel zu fixieren. Hier rächt sich offensichtlich der ungebremste Ausbreitungswahn der EU.